Auf dem Hobel in den Ruhestand … ODER … wenn Freitag der 13. der letzte Arbeitstag ist

Wenn Freitag der 13. dein letzter Arbeitstag vor der Rente ist, dann gibt es so manche Überraschung.

Dies ist ein Familienblog! Hier schreibe ich über alles was mir als Familienmanagerin begegnet, mich beschäftigt und passiert. Heute muss ich den Familienrahmen erweitern. Es geht nicht um meine Kernfamilie (ich, der GG und die Kids) sondern eher um die Großfamilie, bzw. die “Familie” in der man aufwächst und zu der auch Freunde oder Mitarbeiter gehören.

Meine Eltern waren, wie ich, selbständig. Mein Vater hatte die Stuhlmacherei seines Vaters übernommen und zu einer Tischlerei mit im Schnitt 12 Mitarbeitern ausgebaut. Wir haben hauptsächlich Gaststätten eingerichtet und vermutlich mir so die gastronomische Karriere in die Wiege, die er auch selber gebaut hat, gelegt. *schmunzel*

1981, da war ich 11 Jahre alt, wurde der allererste fest angestellte Mitarbeiter eingestellt. Und nur einen Monat später der Zweite. Da wir einen offenen Haushalt hatten, kamen die Mitarbeiter bei Fragen auch schon mal während des Mittagessens zu uns in die Wohnung, die direkt gegenüber der Werkstatt liegt. Ohne klingeln. Was auch ab und an zu etwas peinlichen Situationen führen konnte wenn ich mit einem Handtuch bekleidet nur mal eben durchhuschte. So gehörten aber unsere Mitarbeiter auch ein kleines bisschen mit zur Familie und bekamen natürlich auch mit was aus mir und meinen Brüdern wurde. Wie wir aufwuchsen, selber Erwachsen wurden und eigene Familien gründeten.

Am Freitag den 13. in diesem Monat hat uns nun der “verlassen”, der als zweiter seinerzeit eingestellt wurde. Für Theo Möllers (63) wurde es letzte Woche ein rührender und sehr lustiger Freitag der 13.

Nach knapp 37 Jahren bei BOSE TISCHLERDESIGN gab es ein Grillfest mit allen Mitarbeitern, seiner Frau und 2 seiner 3 Kinder in unserem Garten. Also, der meiner Familie im Münsterland! Ich konnte leider nicht dabei sein, wünsche Ihm aber auf diesem Wege alles alles Liebe und Gute! 🙂

Er war unserem traditionellen Familienbetrieb in den ersten Jahren jeden Morgen um 06:00 Uhr der Erste im Betrieb. Um den Ofen zu beheizen, damit wir Morgens wenn wir zur Schule aufstanden warmes Wasser hatten. Wir heizen nämlich schon immer mit den Holzabfällen selber. Als Spezialist für Theken im Gastronomie-Innenausbau wurde er ein wichtiger Teil der Firma. Mit der Zeit sind der Yacht-Innenausbau, Designerstücke für alle Wohnbereiche, individuelle Einbaumöbel im In- und Ausland hinzugekommen. In seiner Freizeit engagiert er sich für die Freiwillige Feuerwehr in Rinkerode und fuhr auch während der Arbeitszeit mit meinem Bruder, der die Tischlerei inzwischen von unseren Eltern übernommen hat, zu Einsätzen. Hierfür wurde der Betrieb 2010 vom Land NRW für die besondere Unterstützung des Ehrenamtes in der Gefahrenabwehr ausgezeichnet.

Nach einem tollen Abschiedsfest wurde der zukünftige Rentner in einem selbstgebauten Hobel von den inzwischen 12 Angestellten und 2 Auszubildenden vom Firmensitz in der Hemmerheide bis ins Dorf nach Hause gefahren. Eine sehr schöne Idee, wie ich finde, um sich bei einem langjährigen Mitarbeiter und Kollegen für alles zu bedanken.

Der Erste seinerzeit eingestellte Mitarbeiter ist übrigens auch noch immer für uns tätig. Bin gespannt wie man Ihn verabschiedet.

In diesem Sinne: Wie lange hast du noch bis zur Rente?

Was sagst du dazu?