Gegendarstellung? #lehrermangel

Was die Presse kann, kann ich schon lange!

Als Bloggerin habe ich mir auf die Fahnen geschrieben immer ehrlich und nur echte Fakten zu veröffentlichen. Ich mag Gerüchteküche & Lästereien nicht.
Ich wurde nicht verpflichtet eine Gegendarstellung zu veröffentlichen. Im Gegenteil, ICH möchte nur was RICHTIGstellen!

Donnerstag + Freitag wurde ich informiert wie viele Lehrer schon wieder an unserer Schule fehlen und Sonntag habe ich mich hinreißen lassen einen wirklich schön geschriebenen Brief eines Vaters und seines Kindes zum Thema #lehrermangel auf meinem Blog zu veröffentlichen.

Am Montag rückte einschlägige Presse an und wie erwartet stellt der erschienene Artikel die Situation so dermaßen übertrieben dar, dass mir fast schlecht wird. Gleich in der Schlagzeile schon der erste Fehler!

Schon am Vormittag erfuhr ich vom Schulleiter wie „schlimm“ es wirklich ist und das möchte ich hier der Fairnesshalber ebenfalls mitteilen.

Ja, es fehlen derzeit 3 Klassenleiter, aber …

… Eine ist schwanger, was absolut nicht absehbar war und für die es natürlich nun so schnell wie möglich Ersatz geben wird.

… Einer hat sich aus sehr privaten Gründen leider sehr plötzlich versetzen lassen müssen, für den wird es aber auch so schnell wie möglich Ersatz geben.

… „nur“ Eine fehlt bereits länger, aber wenn alles gut geht kommt sie so schnell wie möglich zurück.

Die Bildungsagentur hat schon vor den Winterferien reagiert und in dieser Woche werden bereits Vorstellungsgespräche stattfinden, so dass wir mit Entscheidungszeit und Vertragserstellung nach den Osterferien hoffentlich wieder komplett besetzt sein werden.

Es ist absolut nicht vergleichbar mit der Situation zu Schuljahresbeginn (wo wirklich Eltern den Unterricht übernommen hatten), wo es insgesamt nur 5 Lehrer für 8 Klassen gab. Außer den 5 jetzt noch vorhandenen Klassenlehrern sind zur Zeit noch 4 weitere Lehrer anwesend, von denen nun auch Überstunden geleistet werden um allen Unterricht abzudecken.

Zusätzlich leidet natürlich auch unsere Schule unter der gerade herrschenden Grippewelle, so dass es natürlich zu vermehrten Vertretungsstunden oder Ausfällen gekommen ist.

Also, alles halb so wild!

Selbstverständlich liegt es weiterhin am akuten Lehrermangel, dass solche Engpässe auftreten. Im Normalfall hätte man uns vielleicht aus dem „Notfall-Pool“ einige Lehrkräfte zur Überbrückung schicken können, aber da noch nicht mal alle offenen Stellen in Sachsen besetzt sind, ist dieser Notfall-Pool empty, nada, nix, niente, leer, …….

Der Ruf an die Presse sollte gut überlegt sein. Denn das Einzige was nun durch diesen Schnellschuss erreicht wurde ist, dass diese Schule schon wieder negativ in der Presse erscheint. Aufgrund dessen werden die Eltern, die zur Zeit Ihre Kinder für das nächste Schuljahr anmelden, ihre Schulwahl eventuell überdenken. Und wenn das langfristig zu sehr viel weniger Anmeldungen führt und die Schule dann irgendwann geschlossen wird würde mich das SEHR ärgern!

2 Kommentare

  1. Wieso Mittwoch Nachmittag? Die Information habe ich Montag an alle Elternvertreter geschickt, Dienstag im Blog erwähnt und Mittwoch Vormittag vom Referenten des Landesamt für Schule und Bildung erfahren, dass diese Info so nicht mehr stimmt. Da ich gleichzeitig aber vom Schulleiter erfuhr, dass er zum entsprechenden Elternabend am gleichen Tag eingeladen ist habe ich mir eine Mail an die Elternvertreter „gespart“.

    Ich kenne das „Problem“ einer langzeiterkrankten Klassenlehrerin aus der Klasse des Sohnes leider SEHR gut. Dort hat die Klassenlehrerin nämlich in den 4 Jahren des Öfteren monatelang aus gesundheitlichen Gründen gefehlt. Was aber von den Kolleginnen und Kollegen gut abgefangen wurde, und ich bin sicher, dass sie zur Zeit auch Ihr Bestes dafür tun um es den Kindern so einfach wie möglich zu machen.

    Ich habe in einem Schreiben an die Elternräte angeboten mich mit den jeweiligen Klassen zur Unterstützung zu treffen. Da 5 von unseren 8 Klassen gar nicht und 2 nur kurzfristig betroffen sind, muss das nicht im Gesamtelternrat geklärt werden. Da dieses Hilfsangebot von der entsprechenden Klasse aber nicht angenommen wurde, weise ich den Vorwurf gegen mich als Schulelternsprecherin entschieden zurück.

  2. Seltsam, dass die Schulelternsprecherin am Mittwochnachmittag weiß, dass die erkrankte Klassenlehrerin der 3.Klasse nach den Osterferien wieder da ist : nur“ Eine fehlt bereits länger, aber wenn alles gut geht kommt sie so schnell wie möglich zurück.“
    und genau das vom Schulleiter am Mittwochabend im „Krisen-Elternabend“ ausdrücklich dementiert wird.Die Klassenleiterin wird mindestens bis Schuljahres-Ende nicht zurück kommen und es wird keinen Ersatz geben.
    Diese 3.Klasse hat seit Anfang Dezember keinen regulären Unterricht mehr, weder in Deutsch, Mathe noch Sachkunde und das wird sich nach Aussage des Schulleiters auch nicht ändern, weil die 2 Ersatzleute für andere Klassen vorgesehen sind.
    Frau Leithe, welche Motivation haben Sie als Schulelternsprecherin, wessen Interessen vertreten Sie eigentlich? Als „Sprecherin“ des Schulleiters wären Sie besser geeignet.
    Nur weil ihr eigenes Kind derzeit bei einer Lehrerin Unterricht hat- steht es Ihnen nicht zu die Situation zu bagatellisieren oder den Eltern, die sich völlig zu recht, um ihre Kinder sorgen, Falschaussagen usw. zu unterstellen. Die Situation ist für die 3.Klasse wesentlich dramatischer als im Herbst- da hatten die Kinder wenigstens noch Unterricht bei ihrer Klassenlehrerin. Seit 3 Monaten nur noch Chaos mit null Aussicht auf Besserung. Selbst die geplante Klassenfahrt nach Ostern wird wahrscheinlich nicht stattfinden können.
    Ihre Unkenntnis über die derzeitige Situation und Abläufe im sächsischen Bildungssystem ist einfach erschreckend. Die Grundschule wird sicher nicht wegen zu weniger Anmeldungen geschlossen, weil die Anmeldungen schon im letzten Herbst waren und die Eltern in den überfüllten Dresdner Schulen leider keine Wahl mehr haben. Die Nachbargrundschulen können sich derzeit vor Anfragen von wechselwilligen Eltern der Drittklässler nicht mehr retten-leider sind dort die Klassen auch voll.

    Und da die „böse“ Presse ja nun doch wieder berichtet hat, hier noch ein lesenswerter Kommentar unter dem heutigen Artikel in der Sächsischen Zeitung( http://www.sz-online.de/nachrichten/lehrernot-an-lugaer-grundschule-3894394.html )

    Ach,alles halb so schlimm.Die Eltern u. Kinder sollen sich mal nicht so haben wegen dem vielen Ausfall u. der bisher größtenteils sehr unkoordinierten Vertretungssituation.Wie die ‚Schulelternvertreterin‘ in ihrem öffentlichen Blog als ‚Gegendarstellung‘ schreibt, ist doch alles viel weniger schlimm wie dort zu lesen (Blogeintrag vom 6.3.2018).Komisch, dass das wie zu lesen viele Eltern ganz anders sehen an der Schule.Meint die Schulelternvertreterin eine andere Schule?? Mag auch sein, dass der thematisierte LehrerInnen-Mangel ein Teil der Ursache ist. An der Schule werden aber auch noch so viele ErsatzlehrerInnen nichts helfen, solange nicht seitens der Schulleitung die seit längerem von Eltern erlebbaren Führungsmängel abgestellt werden.Es verwundert die Elternschaft schon, dass in letzter Zeit einige der (sehr) guten LehrerInnen der Schule nicht mehr anwesend sind.Auch sollte man von einer Schulleitung die Kenntnis der aktuell gültigen Lehrpläne mit Lerninhalten voraussetzen können.

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