… und die Sache mit dem Kinderarzt! Eine verzweifelte Suche!

Leider schreibe ich nun schon wieder 2 Wochen an diesem Artikel, aber die Grippewelle hat uns voll erwischt und kommt gerade zurück. Passt aber ganz gut zum Thema, denn es geht um Ärzte, das Gesundheitssystem und vieles mehr.

Schon seit Monaten schreibe ich in Gedanken diesen Blogbeitrag und nachdem das Thema letztens beim Jauch diskutiert wurde, ist mir nun der Kragen geplatzt!

Das man beim Doc mit einem Termin noch mindestens 30-60 Minuten im Wartezimmer sitzt, ist ja schon „normal“, darüber regt sich heutzutage niemand mehr wirklich auf. Aber das man 3-4 Monate auf einen Facharzt-Termin warten muss, DAS war die Diskussionsgrundlage bei Günther Jauch.

Wir haben/hatten ein viel drastischeres Problem. Wir fanden nämlich gar keinen Kinderarzt der uns aufnehmen wollte!

Als wir vor 4 Jahren von Neuss in NRW in das wunderschöne Dresden in Sachsen gezogen sind, war noch fast alles in Ordnung. Ich googlte noch vor dem Umzug einen Kinderarzt in der Nähe des neuen Wohnsitzes, rief an, machte direkt die fälligen U-Termine für alle 3 Kids, und musste leider lernen, dass in Sachsen die U10 gar nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Von wegen Zwei-Klassen-Gesellschaft bei der Versorgung … es gibt sogar Unterschiede zwischen den Bundesländern! 🙁
Was mich aber nur kurz ärgerte, denn die Große nimmt als Tochter eines Diabetikers an der Teendiab-Studie teil und wird eh alle 6 Monate untersucht!

20150304_103645Wir zogen um, waren sehr glücklich über die tolle Ärztin und hörten von allen Seiten: „Bei DER habt Ihr einen Termin bekommen? Die nimmt doch schon seit Jahren keine neuen Patienten mehr auf!“ Sie hatte also einen sehr guten Ruf und wir anscheinend Glück gehabt. Dachte ich!

Es lief alles sehr gut. Da ich von Zuhause arbeite und nicht bei jedem Fieberanfall eines Kindes zum Kinderdoc rennen muss, um für mich eine Arbeitgeber-Bescheinigung zu holen, sind wir in der Regel auch nicht sehr oft bei dieser Art Arzt. Ich muss dazu sagen, für eine dicke Erkältung, Bindehautentzündung und die „normalen“ Sachen habe ich immer alles da und behandel das auch erstmal selber. Nur für „seltsame“ Sachen (immer wenn ich denke wir kennen schon alles, fällt einem meiner 3 Kinder was neues ein!) und U-Untersuchungen gehen wir zum Kinderarzt. Unfälle machen wir immer am Wochenende und nach Praxisschluss, da kennt man uns schon in der Notaufnahme der Uni-Klinik! Schon oft aber saß ich im Wartezimmer der Kinderärztin und dachte mir, dass viele Mütter mit Kind doch sehr kurz im Arztzimmer sind und dann fragte mich die Sprechstundenhilfe (die sich hier in Sachsen übrigens mit „Schwester …“ melden) ob ich eine Krankmeldung bräuchte! Beim ersten Mal war ich verwundert, denn in NRW hat mich das NIE jemand gefragt, da ist es ja „normal“, dass ich als Mutter zuhause bin. Aber da ging mir ein Licht auf, die Mütter waren alle nur beim Doc mit dem Kind, weil sie eine Krankmeldung für den Arbeitgeber brauchten. Das heißt das vermutlich 40% der Patienten die Wartezimmer in Kinderarztpraxen „verstopfen“, weil der Staat, Arbeitgeber oder sonstwer den Müttern nicht zutraut das wirklich selber zu entscheiden ob das Kind nun krank ist oder nicht! Daher finde ich den Ansatz von irgendeinem Politiker recht gut (finde den Beitrag leider gerade nicht), dass es doch den Eltern überlassen wird die Kinderkranktage die der Arbeitgeber gewährt selber ohne Attest vom Doc zu nehmen. Natürlich wird es auch Die geben, die das ausnutzen, das tun die dann aber auch mit Attest, und es gibt aber eben auch so Viele die davon profitieren würden!

Diese Aussage einer sächsischen Politikerin macht mich allerdings auch schon wieder sehr wütend!

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die Kinderärztin war toll. U-Untersuchungen liefen super, Impfungen ohne Theater und hartnäckige Husten sind wir auch immer wieder losgeworden! Leider schreibe ich nun von „war“, da sie irgendwann leider selber sehr krank wurde, und niemand sagen konnte wann, bzw. ob Sie wiederkommt. 🙁 Da aber die U8 der Lütten anstand riet man mir nach ein paar Monaten doch lieber einen anderen Kinderarzt zu suchen. Gesagt getan, aber dann erlebte ich etwas, was mich echt traurig und inzwischen wütend machte. Ich rief die 6 Kinderärzte in der näheren Umgebung an und fragte nach einem U-Termin. Immer erst die Frage: Sie kommen von Frau Dr. B, oder? – Ja! – Tut mir leid, aber wir nehmen keine neuen Patienten auf! *hmpf* …. Und jetzt?

Ich kannte das Spiel von der Suche nach einem Urologen. Darüber berichtete ich schon hier. Erst der 10. und letzte auf meiner Liste in Dresden konnte mir einen Termin für in 5 Monaten geben. Das kommt gut mit einer Zyste, die der Hausarzt als „verdächtig“ eingestuft hatte. Nach dem Urologen-Termin braucht man nämlich einen MRT-Termin auf den man dann auch nochmal 4 Monate wartet, in denen man sich immer einredet: „Wenn es bösartig wäre, dann hätten die mich doch DRINGEND hingeschickt, oder?“. Es ist alles gut und wird beobachtet, aber ich frage mich wie viele Menschen sterben während der Warterei auf den Termin?

Zurück zur Pediatrie (=Kindermedizin)! Nach ein paar weiteren Wochen und dem 12. mal „Nein, keine Neuaufnahmen!“ wurde ich nervös. Inzwischen hatte unser Sohn nämlich Dauerschnupfen und schon 2 Asthma-Anfälle und die Große wurde immer blasser und dünner! Nun waren die Aussagen: „Dann müssen sie beim nächsten Asthma-Anfall den Notarzt rufen und sich NÜCHTERN mit der Tochter in die Notfallsprechstunden setzen, das kann aber D.A.U.E.R.N..!“ – „Was meinen Sie mit dauern?“ – „Na so 2-3 Stunden müssen sie schon einplanen!“ *entsetztnachdenk* NÜCHTERN, also Vormittags, den Unterricht sausen lassen, 4 Stunden Homeoffice opfern, …. nur um rauszukriegen ob sie unter Eisenmangel leidet? – NEIN!

Für den Sohn machte ich einen Termin bei der Allergologin denn ich vermutete Hausstaub-Allergie, was sich auch bestätigte.

20150210_144254Dann kam das Schreiben vom Amt für Soziale Kinder- und Jugendmedizin aus Leipzig das ich noch bis zum x.Y.sten Zeit hätte zur U-Untersuchung zu gehen. Die erinnern in Sachsen an die Vorsorgeuntersuchungen, und das Schreiben muss zur Untersuchung mitgebracht werden, und wird vom Kinderarzt bestätigt zurückgeschickt. DIE habe ich also dann mit meiner verzweifelten Suche angeschrieben und gefragt WAS ich bitte machen sollte.
Als Antwort erhielt ich die Aussage das Dresden ÜBERVERSORGT an Kinderärzten wäre *kurzhysterischauflach* (in KEINEM Stadtteil hocken Kinderärzte und drehen Däumchen in der geburtenreichsten Stadt Deutschlands) und eine 6 DinA4-Seiten lange Liste aller in Dresden niedergelassenen Kinderärzte mit dem Vermerk das eine Entfernung von bis zu 40 km zumutbar ist. (DER, der DAS festgelegt hat, hat keine kranken Kinder gehabt! Und wie machen das die, die kein Auto haben? *aufreg*)

Nächster Versuch: Lügen!
Da ich mir um die Große langsam echt Sorgen mache, rufe ich den ersten Arzt auf der Liste in unserem Postleitzahlen-Gebiet an und jammere am Telefon von meiner viel zu dünnen Großen die nichts mehr essen & trinken will und murmelte was von als Mutter mache ich mir ernsthafte Sorgen, Schwächeanfälle, Eisenmangel oder Magersucht! … das letzte Murmelwort half, am nächsten Morgen hatten wir einen Termin zur Blutabnahme! *strike* … Zum Glück alles o.k. hat wohl mit Pubertät und den Hormonachterbahnen zu tun.

Und DANN schnappte ich etwas in der Praxis auf, was der U-Untersuchung den Termin brachte und mir erklärte warum wir seinerzeit am Anfang Termine bei DER tollen Kinderärztin reingekommen sind. Wenn man ZUZIEHT, dann MÜSSEN die Praxen einen nehmen und dürfen keinen Aufnahmestop vorschieben!

AHAAAAAAA! *lichtaufgeh*
Also habe ich Praxis Nr. 2 auf meiner Liste angerufen und frisch und fröhlich behauptet wir wären zugezogen und bräuchten einen U8-Termin! – SCHWUPP! … hatte ich einen! *erleichtertaufseufz* – GEHT DOCH!

Aber das ist doch zum kotzen! Das man nur mit solchen Tricks weiterkommt! Oder?

Inzwischen ist nach 2 Jahren endlich eine Vertretungsärztin aus der Nachbarstadt Heidenau gefunden worden die einen Nachmittag und einen Vormittag die Praxis weiterführt. Das meine Kinder nun immer an den anderen Tagen krank wurden, muss ich nicht erwähnen, oder?

In diesem Sinne: Bleibt Gesund!

Und für alle, die es auch erwischt hat:2014-01-27_Leithe-16

… und die Begegnung mit 4 verschiedenen Ärzten an einem Tag!

Es fing ganz harmlos mit „normalen“ Terminen an. Na ja fast „normalen Terminen“, denn wir haben gerade ein gravierendes Problem. Unsere Kinderärztin ist seit November krank und man geht derzeit davon aus, dass sie erst im Sommer irgendwann wiederkommt. Es gibt keine direkte „Vertretung“ wie das sonst bei Urlaub der Fall ist, und ich versuche seit Wochen einen Kinderarzt für die nächste U-Untersuchung zu bekommen, werde aber überall abgewiesen. Keine Termine vor August und U leider gar nicht! Außer natürlich akute Sachen, aber allergisches Asthma, Untergewicht und U-Termine sind NICHT akut, musste ich lernen!

Mit viel Jammern und der Behauptung das wir neu hergezogen sind (frau ist ja lernfähig) hatte ich zumindest für die Große einen Termin zur Blutabnahme ergattert. Die isst so gut wie gar nichts mehr, wiegt sowieso viel zu wenig für Ihre Größe und ich tippe auf Eisenmangel, das hatten wir schon mal! Vorher schnell die Kleene in den Kindergarten gebracht, und den Mittleren zur Eile angetrieben, damit wir die ersten sind, die Große schnell da wieder raus konnte und pünktlich zur Schule. Doc 1 war also schnell abgearbeitet.

Bei Doc 2 hatte der Mittlere einen Allergologen-Termin bei unserer Homöopathin die auch Hautärztin und Allergologin ist. Diesen Termin hatte ich nur zwei Tage vorher erjammert. Einer von diesen „Ach ich sehe gerade das da was frei geworden ist!“-Terminen, von denen man ja eigentlich weiß, dass es die freigehaltenen aber nicht vergebenen Privat-Versicherten-Termine sind! Aber egal, beim Mittleren vermute ich schon länger eine Hausstaubmilben-Allergie die nun durch Heuschnupfen und toben im Elternbett zu einem Asthma-Anfall geführt hatte. Was für den Kinderarzt aber „immernochnich“  a.k.u.t. war. *augenroll* Woraufhin ich übrigens den Sächsischen Kinderschutz über den Schei… mal informiert habe, DIE erinnern uns nämlich schon seit Wochen an den U-Termin!

Zwischendurch hatten wir noch etwas Zeit und waren beim Doc des Göttergatten eine Überweisung abholen. Praxis 1-3 waren so geplant und es klappte auch alles so reibungslos, das der Mittlere dann, sehr zu seinem Unmut, doch noch die letzten 3 Stunden Unterricht mitmachen konnte, sollte, durfte, musste, …..!

Soweit, so gut! Ich nutzte die eigentlich abgeschriebenen Stunden, die Kinder gehen meiner Selbständigkeit vor allem bei Krankheit eben doch vor, für meine Homepage-Überarbeitung.

Die beiden Großen trudelten nach und nach ein, die Große holte überraschender Weise ohne pubertierende Maulerei die Kleene aus dem Kindergarten ab und der Mittlere wurde zum Chor abgeholt. L.ä.u.f.t.! ….. dachte ich!

Zu früh gefreut! Der Sohn kam heim und klagte über Ohrenschmerzen. Als ich dann mal nachguckte kam mir eine Blutkruste entgegen! Schock 1! Mit Taschenlampe und Ohrenstäbchen bewaffnet schmiss ich die Schwestern aus dem Bad um in Ruhe zu mamarieren (säubern, gut zureden, tränen trocknen). Die Blutkruste kam nur von einer kleinen Verletzung aber die Schmerzen saßen tiefer. Erneute Begutachtung mit Taschenlampe ergab: Was Weißes! Schock 2! Schnell vergleichen mit dem anderen Ohr, sah anders aus, also überlegen wie´s weiter geht! Nach einigen Minuten dann das Geständnis: Mamaaaaaah, mir ist da heute ein Stein reingefallen und den habe ich nicht rausgekriegt! Schock 3! WAAAAAAAAAAAAAS? Und das sagst Du mir erst JETZT??? – Sohn kleinlaut: Ich dachte der kommt wieder raus wenn ich größer und gewachsen bin?

Da der Stein eindeutig zu tief feststeckte, ab in die Klinik! Anmeldung im Eingangsbereich per Klingel: Unfreundliches „HALLO?“ – „Guten Tag, mein Sohn hat einen Stein im Ohr!“ – Noch unfreundlicheres „NA TOLL!, dann kommse ma hoch!“ KLICK!

Das macht Hoffnung! *grummel* Aber nach kurzer Überlegung sind wir dann doch geblieben. Oben im Wartezimmer zum Glück nur ein einzelner sehr gut aussehender Mann. *räusper* Also zum Glück nur einer und nicht 10 ….. also die vor uns dran ….. also Ihr wisst schon! *rotwerd*

Sohn natürlich wieder quietschfidel und laaaaaaaaaaaaaaangweilig, bekam mein Notizbuch und Stift: Hier, schreib mal auf was heute alles passiert ist!

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Wir wurden aufgerufen bevor er fertig war! 😉

Die Ärztin hat dann, unter großem Protest meines Sohnes, der auf meinem Schoß saß und den ich festhalten musste, im Ohr herumgepult und als sie kurz davor war uns zu erklären, dass sie wohl doch operieren müssen, hat das Ding sich gelöst und heraus kam ein kleiner superscharfer Kieselstein, den ich nun auf das Blatt mit dem Text kleben werde und Ihm dann mit genau DIESEM Blog-Bericht, vor versammelter Freundesschaar, zum 18. Geburtstag schenken werde!

In diesem Sinne, nicht nachmachen! 😉