Ist schlechte Laune eigentlich Einstellungskriterium in Arztpraxen?

Ich glaube ich habe eine grundlegende Entdeckung gemacht: Haupt-Einstellungskriterium bei der Einstellung von Praxishilfen/Schwestern ist „SCHLECHTE LAUNE“ meistens gepaart mit „DEM BÖSEN BLICK“!

KANN MIR MAL EINER VERRATEN, warum die ALLE so schlechte Laune haben? *aufreg* EGAL in welche Praxis man mit seinen Kindern so hingeht, man wird SOFORT mit strafendem Blick bedacht (wahlweise ein strenger Blick ÜBER die Brille) und gefragt was ich will!
WAS ICH WILL??? *schonwiederaufreg* Was will ich wohl wenn ich mit einem Kind in die Kinderarztpraxis/Kindernotfallpraxis/Kinderklinik komme? Sehe ich so aus als wollte ich ne´Kaffeemaschine umtauschen? *auchmalböseguck*

O.k. die Praxishilfen bei unserer Zahnärztin sind eine Wucht! Einfach IMMER nett, und die bei unserer Kinderärztin sind meistens auch echt o.k., aber DIE waren nun mal oft nicht da, wenn meine Kinder Unfälle veranstalten oder unser Sohn komische Schmerzen bekommen hat. Denn das machen wir hier vorzugsweise nur am Wochenende oder NACH den normalen Öffnungszeiten von Arztpraxen. Und so müssen wir dann zu anderen oder den Notfall-Ärzten.

Natürlich sind die Vielbeschäftigt und Einiges gewöhnt

Aber ich bin WIRKLICH keine von diesen hysterischen Müttern die wegen jedem Pickel losrennen. EHRLICH! Ich stehe auch nicht leidend oder tränenüberströmt vor Sorge an der Empfangstheke. Ich bin eher der Typ Mutter, die Ihrer Ältesten, bei alle paar Tage mal angeblichem Zahnweh am Wackelzahn, immer sagte: „Trink mal ´nen Schluck und dann geht´s wieder weg!“ und dann nach 2 Wochen feststellen musste das hinter dem Wackelzahn schon der 2. rausgekommen war OHNE das der 1. rausgefallen ist! …

Oder auch die Mutter, die beim zu Bett bringen, Ihrer jammernden Tochter den juckenden Bauchnabel mit einem „Den sollten wir mal wieder waschen!“ wieder zudeckte, um am nächsten Tag beim Arzt eine blutrünstige Zecke entfernen zu lassen!

Aber vielleicht ist DAS mein Fehler, vielleicht sollte ich völlig hysterisch schluchzend in die Praxen und Kliniken dieser Welt stürzen und einfach nur um Hilfe betteln! Vielleicht müsste ich dann auch nicht unter den bösen Blicken der Schwestern 3 Stunden warten!

Und es war nichts Banales weswegen wir da waren! *schimpf* Immerhin wurden wir von der Kassenärztlichen Notfallstelle in die Klinik überwiesen! *aufstampf*

Ich kann das ja verstehen. Die sind da echt im Stress. Alle Praxen der Stadt sind zu und alle kommen dorthin. Immer wieder gibt es viele Mütter die echt jammern, als wäre das Kind kurz vor dem Tod. Und oft sind es dann harmlose Dinge, die vielleicht doch bis zum nächsten Tag und den Öffnungszeiten des eigenen Kinderarztes hätte warten können.

Trotzdem könnte es doch möglich sein, beruhigend oder einfach freundlich auf die Patienten und dessen Eltern zu reagieren. ODER?

Ich kann doch auch nix dafür, das ich drei Kinder habe und die dann oft auch alle dabei habe, weil der zuständige Vater mal wieder auf Geschäftsreise ist wenn sich unser Kind krankenhausreif verhält. 🙁 Ich habe lange genug selber an einer Rezeption gearbeitet, ich habe auch oft ECHT Stress gehabt, aber da kann der nächste Patient/Kunde doch nix für. Einfach mal lächeln und helfen. Das ist echt nicht soooooo schwer.

In diesem Sinne: Geht es Dir auch so?

… und die Sache mit dem Kinderarzt! Eine verzweifelte Suche!

Leider schreibe ich nun schon wieder 2 Wochen an diesem Artikel, aber die Grippewelle hat uns voll erwischt und kommt gerade zurück. Passt aber ganz gut zum Thema, denn es geht um Ärzte, das Gesundheitssystem und vieles mehr.

Schon seit Monaten schreibe ich in Gedanken diesen Blogbeitrag und nachdem das Thema letztens beim Jauch diskutiert wurde, ist mir nun der Kragen geplatzt!

Das man beim Doc mit einem Termin noch mindestens 30-60 Minuten im Wartezimmer sitzt, ist ja schon „normal“, darüber regt sich heutzutage niemand mehr wirklich auf. Aber das man 3-4 Monate auf einen Facharzt-Termin warten muss, DAS war die Diskussionsgrundlage bei Günther Jauch.

Wir haben/hatten ein viel drastischeres Problem. Wir fanden nämlich gar keinen Kinderarzt der uns aufnehmen wollte!

Als wir vor 4 Jahren von Neuss in NRW in das wunderschöne Dresden in Sachsen gezogen sind, war noch fast alles in Ordnung. Ich googlte noch vor dem Umzug einen Kinderarzt in der Nähe des neuen Wohnsitzes, rief an, machte direkt die fälligen U-Termine für alle 3 Kids, und musste leider lernen, dass in Sachsen die U10 gar nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Von wegen Zwei-Klassen-Gesellschaft bei der Versorgung … es gibt sogar Unterschiede zwischen den Bundesländern! 🙁
Was mich aber nur kurz ärgerte, denn die Große nimmt als Tochter eines Diabetikers an der Teendiab-Studie teil und wird eh alle 6 Monate untersucht!

20150304_103645Wir zogen um, waren sehr glücklich über die tolle Ärztin und hörten von allen Seiten: „Bei DER habt Ihr einen Termin bekommen? Die nimmt doch schon seit Jahren keine neuen Patienten mehr auf!“ Sie hatte also einen sehr guten Ruf und wir anscheinend Glück gehabt. Dachte ich!

Es lief alles sehr gut. Da ich von Zuhause arbeite und nicht bei jedem Fieberanfall eines Kindes zum Kinderdoc rennen muss, um für mich eine Arbeitgeber-Bescheinigung zu holen, sind wir in der Regel auch nicht sehr oft bei dieser Art Arzt. Ich muss dazu sagen, für eine dicke Erkältung, Bindehautentzündung und die „normalen“ Sachen habe ich immer alles da und behandel das auch erstmal selber. Nur für „seltsame“ Sachen (immer wenn ich denke wir kennen schon alles, fällt einem meiner 3 Kinder was neues ein!) und U-Untersuchungen gehen wir zum Kinderarzt. Unfälle machen wir immer am Wochenende und nach Praxisschluss, da kennt man uns schon in der Notaufnahme der Uni-Klinik! Schon oft aber saß ich im Wartezimmer der Kinderärztin und dachte mir, dass viele Mütter mit Kind doch sehr kurz im Arztzimmer sind und dann fragte mich die Sprechstundenhilfe (die sich hier in Sachsen übrigens mit „Schwester …“ melden) ob ich eine Krankmeldung bräuchte! Beim ersten Mal war ich verwundert, denn in NRW hat mich das NIE jemand gefragt, da ist es ja „normal“, dass ich als Mutter zuhause bin. Aber da ging mir ein Licht auf, die Mütter waren alle nur beim Doc mit dem Kind, weil sie eine Krankmeldung für den Arbeitgeber brauchten. Das heißt das vermutlich 40% der Patienten die Wartezimmer in Kinderarztpraxen „verstopfen“, weil der Staat, Arbeitgeber oder sonstwer den Müttern nicht zutraut das wirklich selber zu entscheiden ob das Kind nun krank ist oder nicht! Daher finde ich den Ansatz von irgendeinem Politiker recht gut (finde den Beitrag leider gerade nicht), dass es doch den Eltern überlassen wird die Kinderkranktage die der Arbeitgeber gewährt selber ohne Attest vom Doc zu nehmen. Natürlich wird es auch Die geben, die das ausnutzen, das tun die dann aber auch mit Attest, und es gibt aber eben auch so Viele die davon profitieren würden!

Diese Aussage einer sächsischen Politikerin macht mich allerdings auch schon wieder sehr wütend!

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die Kinderärztin war toll. U-Untersuchungen liefen super, Impfungen ohne Theater und hartnäckige Husten sind wir auch immer wieder losgeworden! Leider schreibe ich nun von „war“, da sie irgendwann leider selber sehr krank wurde, und niemand sagen konnte wann, bzw. ob Sie wiederkommt. 🙁 Da aber die U8 der Lütten anstand riet man mir nach ein paar Monaten doch lieber einen anderen Kinderarzt zu suchen. Gesagt getan, aber dann erlebte ich etwas, was mich echt traurig und inzwischen wütend machte. Ich rief die 6 Kinderärzte in der näheren Umgebung an und fragte nach einem U-Termin. Immer erst die Frage: Sie kommen von Frau Dr. B, oder? – Ja! – Tut mir leid, aber wir nehmen keine neuen Patienten auf! *hmpf* …. Und jetzt?

Ich kannte das Spiel von der Suche nach einem Urologen. Darüber berichtete ich schon hier. Erst der 10. und letzte auf meiner Liste in Dresden konnte mir einen Termin für in 5 Monaten geben. Das kommt gut mit einer Zyste, die der Hausarzt als „verdächtig“ eingestuft hatte. Nach dem Urologen-Termin braucht man nämlich einen MRT-Termin auf den man dann auch nochmal 4 Monate wartet, in denen man sich immer einredet: „Wenn es bösartig wäre, dann hätten die mich doch DRINGEND hingeschickt, oder?“. Es ist alles gut und wird beobachtet, aber ich frage mich wie viele Menschen sterben während der Warterei auf den Termin?

Zurück zur Pediatrie (=Kindermedizin)! Nach ein paar weiteren Wochen und dem 12. mal „Nein, keine Neuaufnahmen!“ wurde ich nervös. Inzwischen hatte unser Sohn nämlich Dauerschnupfen und schon 2 Asthma-Anfälle und die Große wurde immer blasser und dünner! Nun waren die Aussagen: „Dann müssen sie beim nächsten Asthma-Anfall den Notarzt rufen und sich NÜCHTERN mit der Tochter in die Notfallsprechstunden setzen, das kann aber D.A.U.E.R.N..!“ – „Was meinen Sie mit dauern?“ – „Na so 2-3 Stunden müssen sie schon einplanen!“ *entsetztnachdenk* NÜCHTERN, also Vormittags, den Unterricht sausen lassen, 4 Stunden Homeoffice opfern, …. nur um rauszukriegen ob sie unter Eisenmangel leidet? – NEIN!

Für den Sohn machte ich einen Termin bei der Allergologin denn ich vermutete Hausstaub-Allergie, was sich auch bestätigte.

20150210_144254Dann kam das Schreiben vom Amt für Soziale Kinder- und Jugendmedizin aus Leipzig das ich noch bis zum x.Y.sten Zeit hätte zur U-Untersuchung zu gehen. Die erinnern in Sachsen an die Vorsorgeuntersuchungen, und das Schreiben muss zur Untersuchung mitgebracht werden, und wird vom Kinderarzt bestätigt zurückgeschickt. DIE habe ich also dann mit meiner verzweifelten Suche angeschrieben und gefragt WAS ich bitte machen sollte.
Als Antwort erhielt ich die Aussage das Dresden ÜBERVERSORGT an Kinderärzten wäre *kurzhysterischauflach* (in KEINEM Stadtteil hocken Kinderärzte und drehen Däumchen in der geburtenreichsten Stadt Deutschlands) und eine 6 DinA4-Seiten lange Liste aller in Dresden niedergelassenen Kinderärzte mit dem Vermerk das eine Entfernung von bis zu 40 km zumutbar ist. (DER, der DAS festgelegt hat, hat keine kranken Kinder gehabt! Und wie machen das die, die kein Auto haben? *aufreg*)

Nächster Versuch: Lügen!
Da ich mir um die Große langsam echt Sorgen mache, rufe ich den ersten Arzt auf der Liste in unserem Postleitzahlen-Gebiet an und jammere am Telefon von meiner viel zu dünnen Großen die nichts mehr essen & trinken will und murmelte was von als Mutter mache ich mir ernsthafte Sorgen, Schwächeanfälle, Eisenmangel oder Magersucht! … das letzte Murmelwort half, am nächsten Morgen hatten wir einen Termin zur Blutabnahme! *strike* … Zum Glück alles o.k. hat wohl mit Pubertät und den Hormonachterbahnen zu tun.

Und DANN schnappte ich etwas in der Praxis auf, was der U-Untersuchung den Termin brachte und mir erklärte warum wir seinerzeit am Anfang Termine bei DER tollen Kinderärztin reingekommen sind. Wenn man ZUZIEHT, dann MÜSSEN die Praxen einen nehmen und dürfen keinen Aufnahmestop vorschieben!

AHAAAAAAA! *lichtaufgeh*
Also habe ich Praxis Nr. 2 auf meiner Liste angerufen und frisch und fröhlich behauptet wir wären zugezogen und bräuchten einen U8-Termin! – SCHWUPP! … hatte ich einen! *erleichtertaufseufz* – GEHT DOCH!

Aber das ist doch zum kotzen! Das man nur mit solchen Tricks weiterkommt! Oder?

Inzwischen ist nach 2 Jahren endlich eine Vertretungsärztin aus der Nachbarstadt Heidenau gefunden worden die einen Nachmittag und einen Vormittag die Praxis weiterführt. Das meine Kinder nun immer an den anderen Tagen krank wurden, muss ich nicht erwähnen, oder?

In diesem Sinne: Bleibt Gesund!

Und für alle, die es auch erwischt hat:2014-01-27_Leithe-16