Nur noch vier Wochen … wie konnte das passieren?

In vier Wochen fangen hier in Sachsen schon die Ferien an.

In vier Wochen ist eine sehr lange Routinebeschäftigung in meinem Leben ganz plötzlich vorbei!

In vier Wochen gehe ich an einem Freitag Nachmittag zum allerallerallerletzten Mal in den Kindergarten und hole ein Kind ab.

In den letzten 10 Jahren hatte ich viele verschiedene Wege zu vielen verschiedenen Kindergärten, viele Konstellationen, viele Möglichkeiten, viele Erlebnisse und vor allem viele Erinnerungen kommen jetzt hoch.

Alles fing in einer fränkischen Kleinstadt mit der heutigen TeenagerTochter an. Sie ging dort zur Eingewöhnung einmal die Woche in eine Kinderspielgruppe. Mir war damals nicht klar, wie schwer es MIR fallen würde sie abzugeben. Die Eingewöhnung war eher für mich als für sie. Das waren aber nur ein paar Wochen und echt nur einmal die Woche. Bis wir wegzogen.

Es ging nach La Coruña in Spanien. Dort lebten wir uns gut ein, stellten aber schnell fest, dass a) die spanischen Kinder nach 6 Wochen schon in die Krippe gehen und b) wir sowieso keine Nachbarn mit kleinen Kindern haben. Und da entschieden wir uns nach ein paar Monaten dort doch eine „guardería“ zu suchen. Da wir auf einer Landzunge wohnten war es einiges an Fahrerei bis dort, so dass der Göttergatte sie morgens mitnahm wenn er ins Werk fuhr und ich sie Mittags abholte. Eigentlich wollten wir sie nur drei Tage die Woche hinschicken um Spanisch lernen zu können, aber es gefiel Ihr so gut, dass sie doch Montag bis Freitags hinwollte. Dann wurde unser Spanienkind geboren und der musste dann mit seinen Stillzeiten an die Abholzeiten im Kindergarten angepasst werden. Der Weg war mit 12 km je Strecke zu weit um mal hungrig „durchzuhalten“. 🙂
Im Zuge der Recherche für diesen Artikel habe ich den Kindergarten auf Facebook gefunden. *hachseufz* Die haben noch immer die gleichen Uniformen! *erinnerungenkommenhochundjetzthabichwasimauge*

Mit vier Jahren ist man in Spanien zu alt für die guardería und muss in die educación infantil wechseln. Dort gibt es schon teilweise Unterricht und sie muss morgens pünktlich sein. Die lagt zum Glück im Nachbarort und ich fuhr jeden Tag am Strand vorbei.
Herrlich! 🙂

Zurück in Deutschland geht sie in dem Stadtteil von Neuss in den Kindergarten in dem wir ein Haus gefunden haben und ist sehr überrascht wie anders das hier alles ist. Papa bringt sie weiterhin morgens hin und ich hole Sie Mittags ab. Es sind nur 1,3 km die ich mit dem Auto oder zu Fuß mache.
Als die Große in die Schule kommt, der Schulweg auf halber Strecke liegt und sie Ihn alleine macht, beginnt für das Spanienkind der Weg in den Kindergarten.

Als die Große in der 2. Klasse ist ziehen wir nach Dresden. Wir haben großes Glück und das Spanienkind bekommt einen Platz im Kindergarten um die Ecke. Ab sofort machen wir den Weg überwiegend zu Fuß, denn es sind nur 400 m zu laufen. Ein Traum! Ich bringe also erst das Spanienkind und ein Jahr später dann auch den Sonnenschein täglich in den Kindergarten und hole sie Nachmittags wieder ab.

Alleine diesen Weg bin ich nun knapp sechs Jahre gegangen. Das Spanienkind fährt seit vier Jahren mit dem Schulbus zur Schule. Der Sonnenschein ist aber nach der Rückstellung im letzten Jahr (ich habe hier berichtet) noch immer im Kindergarten. Aber, es sind nur noch vier Wochen.

Nur noch vier Wochen werde ich täglich durch diesen süßen Park laufen.

Nur noch vier Wochen werde ich die täglichen Gespräche mit dem jeweiligen Kindergartenkind genießen können. Denn meine Kinder waren alle auf dem Weg in den Kindergarten und zurück immer sehr redselig über das was sie erlebt haben. Das verliert sich leider in der Schulzeit, denn dann fahren sie alleine.

Nur noch vier Wochen habe ich so engen Kontakt zu den Erzieherinnen. Nur noch vier Wochen erfahren ich quasi täglich was so passiert ist solange sie nicht bei mir ist. Nur noch vier Wochen sehe ich überhaupt die Person, die nach mir und Papa die wichtigste Bezugsperson meiner Kinder geworden ist.

Nur noch vier Wochen treffe ich täglich Mütter, mit denen ich mich sooooo oft vor der Tür völlig verquatscht und vertratscht habe.

Nur noch vier Wochen, in denen ich die Nachbarjungs einmal die Woche mitnehme und unser Sonnenschein von der Nachbarin mitgebracht wird.

Nur noch vier Wochen Quatsch machen und Pfützen hüpfen bei Regen, nur noch vier Wochen gucken ob die Enten da sind wenn wir den Bach überqueren.

Nur noch vier Wochen die Menschen morgens anlächeln die uns da immer so entgegenkommen. Man kennt sich gar nicht, aber man begegnet sich regelmäßig.

Nur noch vier Wochen grüßen die Nachbarn des Kindergartens, die man auf dem Weg in so einem kleinen Stadtteil-Kindergarten trifft und sich sogar ein schönes Wochenende wünscht.

Für den Sonnenschein bedeutet das nur noch vier Wochen ausschlafen dürfen während die großen Geschwister schon los müssen. Nur noch vier Wochen den ganzen Tag spielen können. Nur noch vier Wochen Mittagsschlaf machen. Wobei sie selber das gar nicht so schlimm findet. Darum beneidet nur die Große sie. 😉

Natürlich habe ich auch Tage gehabt an denen ich gehofft habe, dass nun endlich alle selbständig Ihre Wege machen können. Natürlich gab es Tage, an denen die TT die Lütte abgeholt hat. Natürlich freue ich mich auch ein klitzekleines bisschen nicht mehr bei wirklich jedem Wetter dann raus zu müssen.

Aber …

Nur noch vier Wochen die vielen süßen Zwerge sehen, die meine Kinder auch mal waren, was ich mir gar nicht mehr vorstellen kann wenn die heute neben den jüngsten Kindern dort stehen sehe.

Nur noch vier Wochen … *jammer*

Ich werde jeden einzelnen Schritt genießen und noch ganz viele Fotos machen.

Dann werden wir 6 schöne Ferienwochen genießen. Darauf freut sie sich schon sehr, denn hier in Sachsen haben die Kindergärten durchgehend geöffnet und sie musste trotz Ferien der Großen sonst immer hin, damit ich arbeiten konnte. 🙂

In diesem Sinne: Letzte Male bedeuten immer ein lachendes und ein weinende Auge!

Das beste Weihnachtsgeschenk? Der ergobag Schulranzen!

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit ergobag entstanden und enthält Werbung.

Das BESTE Weihnachtsgeschenk.
Der ergobag Schulranzen!

Spannend ist es beim Geschenke auspacken ja immer. Und wenn dann noch der Wunsch vom Wunschzettel erfüllt wurde ist die Freude sehr groß.

Wenn aber eine Überraschung dabei ist, mit der gar nicht gerechnet wurde, dann ist die Freude RICHTIG groß!

 

Ich liebe es, wenn die glücklichen Augen so sehr leuchten und das Gesicht und quasi das ganze Kind strahlt!
GLÜCK PUR!

Ich erkundigte mich schon im letzten Jahr welchen Ranzen (wie man hier in Sachsen sagt) kind denn heutzutage so nimmt. Alle Verwandten, Nachbarn und Freunde schwärmten vom ergobag, da hat es mich wahnsinnig gefreut als die Firma auf meinen Kooperationsvorschlag eingegangen ist. Wir bekamen also das ausgesuchte Ballerina-Modell und dürfen den nun auf Herz & Schnallen testen.
Vielen Dank dafür.

Am liebsten hätte sie Ihn gar nicht wieder ausgezogen und beim traditionellen Heilig-Abend-Fondue musste er direkt neben Ihrem Stuhl stehen bleiben.

Sie hatte sich Anfang November sofort für den „Rosanen, mit der Ballerina“ entschieden.

Die Auswahl

Ich war da ein bisschen wählerischer. Aber dieser Schulranzen erfüllt alle Kriterien die ich an einen guten Tornister (wie wir in NRW eigentlich sagen) stelle. Er ist nicht nur super ergonomisch geformt, sondern man kann den Abstand der Rückengurte auf den Rücken des Kindes anpassen. Die sind echt höhenverstellbar, was mir die Entscheidung dann letztendlich abgenommen hat, denn DAS ist ja wohl der Knaller. In den 4 Grundschul-Jahren wachsen die ja schon noch ganz schön viel! So was cooles gab es bei der TeenagerTochter und dem Spanienkind seinerzeit noch nicht und bei denen saß der Schulranzen zum Schluss dann echt sehr merkwürdig.

So freute ich mich schon Ende November als ich das gewünschte Set heimlich am Vormittag auspacken durfte.

Die Lütte freute sich dann Heilig Abend sehr. Immer wieder wurde alles Zubehör ausgepackt und wieder eingeräumt.

Immer wieder musste der Ranzen wieder auf den Rücken.

Dann wieder alles raus und den Geschwistern referiert wofür man das alles so braucht. Weil DIE haben ja überhaupt keine Ahnung als 4.- und 8.-Klässler. *zwinker*

Die wird ein ganz tolles Schulkind und ich bin wieder sehr überzeugt, dass es wirklich die richtige Entscheidung war sie ein Jahr zurückstellen zu lassen.

Und immer wieder die Frage: „Papi, machst du nochmal ein Foto von mir und meinem Weihnachtgeschenk?“

Einzel- & Besonderheiten

Das neue Verschluss-System ist ein Traum. Es hält mit einem echt starken Magneten total sicher geschlossen. Zum öffnen wird es kinderleicht zur Seite geschoben. Und beim schließen nur zusammenhalten, dann zieht der Magnet den Verschluss von alleine zu.

Der Stauraum innen ist viel größer als man das von außen vermutet und ist sehr schön aufgeteilt.

Meine Angst, dass die Hefte darin verknicken, löste der Hefthalter auf. Dieser passt perfekt in das hintere Innenfach, damit die schweren Sachen nah am Rücken liegen. Und die beiden Mäppchen (eines inkl. Stifte und eines für Bastelutensilien) passen im Design perfekt zum gesamten Set.

Zusätzlich gehört zum Set der Sportrucksack mit zwei Fächern, um die Schuhe von der Kleidung zu trennen, oder auch die nassen Schwimmsachen von den trockenen.

Er hat, wie auch der Ranzen, Klettstellen für die stylischen Kletties, die austauschbar sind, je nach Geschmack des Kindes. Wenn Ballett hier also mal out sein sollte können wir locker auf Pferde umsteigen.

Und das finde ich den Knüller: Der ergobag Sportrucksack kann alleine, aber auch mit dem Ranzen verbunden getragen werden. So bleibt der Sportsack nie wieder im Schulbus liegen!!!! Große Mutterfreude! *lach*

Zusätzlich kann man für die dunkle Jahreszeit zu den echt guten Reflektoren noch extra Seitentaschen und eine Frontfläche per Reißverschluss anbringen. Diese sind neonfarben (was auf dem Bild leider nicht so krass rüberkommt wie es wirklich ist) und machen im Straßenverkehr echt viel aus.

Mein Fazit: ABSOLUT EMPFEHLENSWERT!
Schau dich doch einfach in der neuesten Kollektion auf www.ergobag.de um! 🙂

Unserer wartet nun auf dem Regal im Vorschulkinderzimmer auf seinen Einsatz!

In diesem Sinne: Welchen Ranzen habt Ihr denn?

Liebe Klassenlehrerin, warum haben Sie das getan?

Dies ist ein offener Brief an die Klassenlehrerin eines meiner Kinder! Ich bin am Ende meiner Kraft und hatte keine Ahnung wie ich das, was mir in den letzten Wochen bewusst geworden und zu Ohren gekommen ist verarbeiten sollte. Also schreibe ich es raus. Und als Bloggerin veröffentliche ich es für Eltern, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind.

Liebe Klassenlehrerin!

Sie hinterlassen eine ganz schreckliche Spur im Leben meines Kindes.

Ich frage Sie nun: Warum?

Warum … schützen Sie ein Kind aus der Klasse, das offensichtlich zwischenmenschliche Probleme hat, bei seinen Vergehen? Ja dieser hat es nicht einfach, ja man sollte Ihm helfen, aber sollte man dafür andere Unschuldige leiden lassen? Ich weiß, dass sie bestreiten Ihn zu schützen, aber sie tun es, und das weiß er. Vor allem aber weiß er es zu nutzen. Er kann ja auch machen was er will, er schafft es immer und immer wieder es so aussehen zu lassen, als wäre er unschuldig, denn er hat inzwischen gelernt die Anderen aufzuhetzen, zu provozieren und anzustacheln und es dann so aussehen zu lassen, als haben die Anderen angefangen. Es ist nicht er alleine an unserer „schwierigen“ Klasse Schuld, aber zu einem sehr großen Teil.

Warum … vernachlässigen und demütigen sie die restlichen Schüler der Klasse? Immer wieder standen sie vor der Klasse und gaben den Kindern die Schuld an allem Möglichen und vor allem Ihren psychosomatischen Schmerzen. Als Ihre Klassenlehrerin und ausgebildete Pädagogin muss ihnen doch bewusst sein, was sie den Kindern damit antun.

Warum … geben sie dem Rektor die Schuld an der Klassensituation? Glauben sie ernsthaft er hätte den Integrationsschüler (der ihrer Meinung nach nun an allem Schuld ist) ablehnen können? Und nein, es war nicht seine Pflicht Informationen über den neuen Schüler einzuholen, ich habe mich erkundigt, es wäre Ihre Pflicht gewesen sich zu informieren. Ist auch egal, denn die „schwierige“ Klassensituation hat es auch lange vor diesem neuen Schüler schon gegeben.

Warum … wollten sie seinerzeit die neue Mathelehrerin nicht als Ihre Kollegin? Ja, es ist nur eine Vermutung. Welche sich aber immer und immer wieder fast greifbar bestätigt wenn ich die Mails der Mutter, die damals über mich als Elternrat auch dafür sorgen wollte, dass die junge motivierte Mathelehrerin wieder verschwindet. Sie schrieb dort Dinge, die sie eigentlich nur von Ihnen wissen konnte. Und auch andere Eltern haben schon damals vermutet, dass sie befreundet sind.

Warum … glauben sie mein Kind gemein behandeln zu dürfen? Es hat Ihnen doch nichts getan. ICH habe seinerzeit nicht in Ihrem Sinne gehandelt, ja, aber gibt Ihnen das, dass Recht es so zu behandeln? Erst heute wird mir bei einem Blick in den Kalender bewusst, wie lange das schon so geht. Das plötzliche schlimme nächtliche Zähneknirschen meines Kindes fing nämlich nur kurze Zeit nach einer Klarstellung an. Nämlich als ich der entsprechenden mailschreibenden Mutter nach einigen Versuchen der Klärung klar machte, dass ich als Elternrat nichts gegen die Mathelehrerin unternehmen werde. Weder die Zahnärztin, die Physiotherapie, die Osteopathie, geschweige denn die von IHNEN empfohlenen Entspannungsübungen konnten dem Kind helfen. Ich bin fast verzweifelt, denn die ewigen Fragen der Ärzte und Therapeuten ob es in der Familie, Ehe oder sonst wo schwerwiegende Veränderungen gegeben hat, die das knirschen erklären würden, konnte ich alle nur immer und immer wieder verneinen.

Warum … machen Sie mein Kind psychisch so fertig? So fertig, dass es nicht nur das Zähneknirschen entwickelte, sondern Selbstzweifel entwickelte, die sich ebenfalls Niemand erklären konnte. Abends wenn ich es ins Bett brachte stellte es mir Fragen, die sich ein Kind mit 8 oder 9 Jahren laut einer Psychologin nicht ohne Grund stellt. Mein Kind fragte mich Sachen wie „Wofür bin ich eigentlich auf der Welt, mich braucht doch niemand?“ und „Manchmal habe ich das Gefühl lieber zu sterben!“. Das machte mir Angst und ich war weiter auf der Suche nach Antworten und Gründen. Ich fand Einen (darüber habe ich hier berichtet), aber diesen Grund stelle ich inzwischen wieder in Frage!

Warum … konnten sie mir nicht helfen, nachdem der Junge, welchen sie schützen, unserem Kind den Mittelhandknochen gebrochen hat? Ich wollte doch nur, dass seine Eltern davon erfahren und fragte sie, ob sie es Ihnen mitteilen, oder ob ich das machen soll. Ich würde es als Mutter wissen wollen wenn mein Kind einem Anderen so sehr weh getan hätte. Kein Kind geht vermutlich heim und erzählt: „Mama ich habe dem XY heute die Hand gebrochen!“ Aber ich bekam keinerlei Antwort von Ihnen.

Warum … ließen sie mein Kind als Rechtshänder mit der gebrochenen rechten Hand ein Laufdiktat schreiben? Ja, vermutlich wäre die Note ohne gebrochene Hand nur wenig besser gewesen, aber MUSS DENN DAS SEIN? Könnte es das nicht nachholen wenn die Hand geheilt ist. Oder eine mündliche Note bekommen?

Warum … wird die schlechteste aller Noten unter eben dieser Arbeit mit dem Satz „Wo warst du nur wieder mit deinen Gedanken?“ unter die Arbeit geschrieben? Hätte es nicht auch etwas tröstendes sein können?

Warum … musste es dann auch noch sein, dass Sie diese Arbeit mit abfälligem Tonfall und den miesen Worten übergeben? Das war übrigens für mich der Anfang des Erkennens dieser Gesamtsituation. Mein Kind kam heim und weinte wie schon sehr lange nicht mehr. Ich habe sehr lange gebraucht bis es überhaupt mit mir reden konnte. Ich beschimpfe und bestrafe niemals schlechte Noten. Es hatte keine Angst vor meiner Reaktion. Es musste einen anderen Grund geben. Als es endlich reden wollte/konnte erzählte es mir, dass es die Arbeit mit den Worten: „Von Dir habe ich nichts anderes erwartet!“ zurückbekommen hatte und schluchzte wieder los. Ich war entsetzt und geschockt. Ich wusste nicht was ich machen sollte und suchte mir Hilfe bei Menschen die beruflich mit solchen Situationen zu tun haben. Menschen, die weder mich noch mein Kind kennen und mir objektiv sagen sollten ob ich Überreagiere oder ob vielleicht sie da doch etwas übertrieben haben. Sie bestätigten meine Sprachlosigkeit und rieten mir zu handeln.

Aber Warum?

WARUM?

Ich verstehe einfach nicht warum?

 

Was mich aber am meisten beschäftigt

Warum … habe ich als Mutter nichts gemerkt? Warum kam ich nicht darauf, das der Grund für so viele Tiefpunkte und Ungereimtheiten des Kindes in der Schule lag?

Warum … habe ich meinem Kind nicht geglaubt als es nach Hause kam und die Abenteuerlichsten Geschichten über Sie erzählte?
Dass sie z.B. eine Arbeit nicht für alle gleich fair bewertet haben. Bei einigen Mädchen haben sie es als „Vertan-Fehler“ akzeptiert und bei einigen Jungs eben nicht. Da unser Kind super abgeschnitten hatte, habe ich mich nicht weiter gekümmert, aber inzwischen weiß ich von anderen Eltern, dass das stimmt. Das geht aber doch nicht!

Warum aber … habe ich zu IHNEN gehalten? Warum habe ich meinem Sohn nach solchen Geschichten gesagt: „So´n Quatsch, das glaub ich nicht, sie wird schon Ihre Gründe gehabt haben.“?

Warum … habe ich Ihnen so viel Vertrauen geschenkt?

Warum … habe ich meinem Kind nicht geglaubt als es mir sagte: „Ach Mama, die will mir doch nur beweisen, dass ich viel schlimmer bin als „der Junge!“ Im Nachhinein erst wurde mir klar, dass sie das wohlmöglich der gesamten Klasse angedroht haben.

Warum … habe ich Ihnen mehr Vertrauen geschenkt als meinem eigenen Kind?

Das tut mir am meisten weh!

 

Meine letzte Frage

Wie lange soll das noch so gehen? Wie lange wollen sie die Kinder noch so behandeln? Denn je mehr ich mit anderen Eltern der Klasse spreche, umso klarer wird, dass es sehr vielen Ihrer Schüler so geht.

Die Menschen die ich vor ein paar Wochen um Hilfe gebeten habe, haben mir (völlig unabhängig voneinander) gesagt, dass man sowas einer Kinderseele nicht antun dürfe. Alle haben sie mir gesagt, dass Sie Hilfe benötigen, das aber vermutlich selber noch nicht wissen. Daher wurde mir geraten mich an die sächsische Bildungsagentur zu wenden, was ich getan habe. Es ist mir nicht leicht gefallen. Ich habe sehr viel darüber nachgedacht. Es hat mich viele Nerven und Bauchweh gekostet. Und egal was nun passiert, eins sollten sie unbedingt wissen

Ich möchte Ihnen nicht schaden!
Ich möchte Ihnen helfen!

Auch wenn sie das zur Zeit noch nicht so sehen können.

Mit traurigen Grüßen
Eine Mutter

Phantastische Kinderphantasie! #spanienkind

Das Spanienkind hat, wie ich nun so nach und nach begreife, in den letzten Monaten in der Schule so einiges mitgemacht. Ich kann darüber noch gar nicht reden ohne zu weinen. Werde ich aber sicherlich an dieser Stelle tun, wenn mein Hirn das alles verarbeitet hat. 🙂

Wir wissen nun woher seine „Probleme“ beim Schulstoff kommen und seit ich mit Ihm gezielt (erst intuitiv und inzwischen ganz bewusst) „arbeite“ und auch übe, wird er wieder besser. *erleichtertseufz*

Seine schulischen Leistungen verbessern sich rapide, er geht morgens entspannter aus dem Haus, kommt mit viel besserer Laune heim und insgesamt einfach ausgeglichener.

Letzte Woche kam er allerdings wieder mal etwas betreten heim und erzählte von einer Mathearbeit die er an dem Tag angeblich verhauen hätte. Er hätte gar kein gutes Gefühl und außerdem eine Aufgabe gar nicht geschafft. Ich versuchte Ihn zu trösten, dass eine einzige schlechte Note doch echt kein Riesenproblem ist und wir einfach weitermachen mit Üben und Überhaupt!

Die Arbeit

Heute kam er glückselig grinsend heim um meinte: „Mama, weißt noch die Arbeit letzte Woche?“ und versuchte krampfhaft sich ein glückliches Grinsen zu verkneifen. Seine glücklich strahlenden Augen verrieten Ihn aber. Als gute Mutter spielte ich natürlich mit und frage mit ernster Miene: „Ja! Haste die wieder?“

„Ja!“, kramte in seinem Ranzen und griente in sich hinein. „Hier!“, guckte weiter sehr angestrengt ernst und hielt mir das Blatt mit der Arbeit hin!

Eine ZWEI!

„Schatzemann, das ist ja superklasse!“ Ich nehme Ihn freudestrahlend in den Arm und er drückt mich überglücklich und lässt sich beglückwünschen! Es ist eine solche Freude Ihm zuzusehen wie sehr er sich freut, wie stolz er ist, wie sehr er auflebt. Mein Herz geht auf.

Da sagt er mir aus tiefstem Herzen: „Mama, als die Frau B. mir die gab und sagte, dass ich eine 2 habe, sind in meinem Kopf alle umgefallen!“

Ich versuche ein paar Millisekunden zu verstehen was er da gerade gesagt hat. Gebe schnell auf und frage völlig verständnislos nach: „Hä? Wat is umgefallen?“

„In meinem Kopf Mama, die sind alle umgefallen! Die ganzen Arbeiter in meinem Hirn!“

„Arbeiter?“

… doch so langsam geht mir ein Licht auf! Ich habe auf einem grandiosen Business-Coaching-Tag sehr viel über Bewusstsein, Unterbewusstsein und die eingefahrenen vermeintlich einfacheren Wege, die wir im Alltag leider beschreiten, gelernt. Das Wissen hatte ich versucht den Kindern klar zu machen in Bezug auf Hirnentwicklung, und meine Einstellung zur Mediennutzung erklärt und der Zusammenhang mit noch zu entstehenden Verknüpfungen im Hirn bei den Kindern. UND der schwierigen Arbeit als Erwachsener „neue Wege/Verknüpfungen“ entstehen zu lassen.

Und da hat sich das Spanienkind anscheinend alles gleich so bildlich vorgestellt. Er wird mir einfach immer ähnlicher, ich dachte früher auch gerne mal in Comics! Wenn ich so darüber nachdenke habe ich es verlernt! Schade eigentlich!

„Mama, die Lehrerin hat das gesagt mit der zwei und dann hab ich die echt umfallen hören. Die waren alle so baff, da konnte keiner mehr weiterarbeiten und ich gar nicht mehr denken!“

Oh, mein ernsthaftes, viel grübelndes und oft trauriges Kind! Du lebst gerade so sehr auf! Ich lerne gerade eine ganz neue, oder zu lange vergrabene Seite an Dir kennen! Vielleicht lernst Du Dich selber auch neu kennen. Ich hoffe du kannst es genießen, so wie ich. Wir werden mit aller Kraft daran arbeiten diese Seite zu behalten.

Er könnte ein zweiter Sonnenschein in dieser Familie werden. Ich bin so unendlich erleichtert, dass er anscheinend die Leichtigkeit im Leben für sich entdeckt hat.

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Bild aus Lesemaus „Ich hab einen Freund, der ist Bauarbeiter!“

Die Bauarbeiter

Ich finde diese Vorstellung SO SCHÖN! *schmunzel* …

BUMM! Alle Ohnmächtig! Totaler Denkverlust! *vomstuhlfallvorlachen*

Er hat sie mir dann auch beschrieben. Sie haben blaue Latzhosen an, rote Helme mit Stirnlampe, gelbe Gummistiefel & natürlich so tolle neonorange leuchtende Warnjacken.

„Manche, Mama, steuern mich!“ Seine Augen leuchten mit einer Euphorie, die ich von Ihm bisher so nicht kenne.

„Andere kümmern sich um Verletzungen und rasen los wenn ich mal wieder was hab. Und, na ja, dann gibt’s eben die, die im Hirn rumbauen. Und die sind alle gleichzeitig umgefallen als die Mathelehrerin meinen Namen und die Note genannt hat.“

Ich kann gar nicht aufhören Ihn zu drücken. Mein Herz macht einen Sprung nach dem Anderen und ich hab mich neu verliebt. In den eigenen Sohn. *herzchenhüpf*

In diesem Sinne: Wer wohnt denn in Deinem Hirn? Oder in dem Deiner Kinder?

Stolz und Vorurteil! … Anjas Abwasch Teil 2 zum Thema Pubertät #gastbeitrag

Weiter geht es mit Anja´s Trilogie zum Thema Pubertät! Ein toller Gastbeitrag zu meinem Lieblingsthema.
Du hast Teil 1 verpasst? Kein Problem, das findest du hier!

Gott, bin ich stolz. Während mein Sohnemann gerade als Kundenbetreuer eines grossen Telekommunikationskonzerns die familienspezifischen Vertriebsgene wetzt, kocht sich meine Tochter in die Herzen von Gästen und Lehrern. Und das ausgerechnet mit dem Kartoffelpüree meiner Oma. Dass man dafür auch Sahne nehmen kann, wusste ich nicht. Man lernt eben nie aus. Ihr Chef meinte: erst machst du jetzt drei Jahre Lehre und dann lernst du 15 Jahre kochen. Und sie freut sich drauf, plant Auslandsaufenthalte und die nächste Challenge. Weihnachten gibt es Gans! Wie Oma das gefreut hätte. Und mich erst! Marius genießt es, seine Rhetorik zu üben und sich als Familienmensch zu beweisen. Habe ich schon erwähnt wie stolz ich bin?

Vorbei die Zeiten, als sich die beiden um Kaisers Bart stritten, ich sie in ihren Zimmern hinter Fernsehern und von Ballerspielen loseisen musste um einen Moment familiärer Harmonie zu erhaschen. Meine Kinder sind zufrieden. Ich liebe es, wenn es allen meinen Lieben gut geht.

Irgendein Dienstag. Mein Sohn steht neben mir. Ein bisschen linkisch mit zu langen Armen und sich enorm verbreitertenden Schultern. Man kann ihm beim Wachsen zusehen. Wir stehen auf einem zugigen Schulflur. Ich bin sowas von gar nicht stolz. Gefühlte Millionen Male bin ich mit dem flammenden Schwert für meine Kinder in die Bresche gesprungen. Habe Chaos mit Kreativität, Unzuverlässigkeit mit Spontanität und respektloses Dazwischenreden mit glänzender Rhetorik gerechtfertigt. Aber jetzt nicht. Ich muss mir so eine Art böswilliges Lächeln verbeißen, als der Herr Direktor seine Strafpredigt beginnt und offensichtlich versucht mich von der mangelnden Disziplin und Verantwortungslosigkeit zu überzeugen. Ich beende das Gespräch mit einem Satz: „sie haben vollkommen recht. Machen Sie mit ihm, was Sie für richtig halten. Ich bin ganz bei Ihnen.“
„Ich denke darüber nach. Ich bin nicht der Meinung, dass Marius zu dumm ist, um nicht zu verstehen, dass disziplinarische Maßnahmen gegen ihn gerichtet sind. Er neigt ja nicht zu den typischen Schülervorurteilen“
„Nun, offensichtlich hält er aber Disziplin per se für unnötig. Auch das ist ein Vorurteil.“
Marius und ich schweigen auf der Heimfahrt, er folgt mir stumm ins Haus und mustert mich, mit diesen herrlich offensichtlichen „Du kotzt mich ja sowas von an“-Blick. Eben diesen Blick wirft er mir immer noch zu, als er mir in mein Büro folgt. Er hat – verdammter Idiot – die Schule geschwänzt. Jeden zweiten Tag, drei Wochen lang. Mich um Entschuldigung gebeten hatte er schon „jaaaaaa, sorry …..“ weil er meine Unterschrift gefaked hat. Aber: ich war so sauer, dass es mir eigentlich (!) total egal war, ob mein Sohn stocksauer auf mich ist. Ja, ich war mal genauso bescheuert. Ja, meine Mutter hat meine Urkundenfälschung gedeckt, die unentschuldigten Stunden aber nicht. Genau das habe ich gerade auch gemacht. Ich weiß, Marius hat erwartet, dass ich von schwierigen Phasen rede, mir die Schuld gebe und mich selbst auf Umzug, viel Arbeit, schwierige Situation herausreden werde. Nö. Ich bin da gerade sowas von stumpf.
„Okay, Mum, was sollte das? Was, wenn die mich jetzt von der Schule schmeißen.“
„Tja, Pech!?“
„Aah, eine Lektion! Super! Danke! Davon hängt meine Zukunft ab.“
„Weiß ich! Du auch?“
„Was?“
„Bin ich um die Schule rum gegangen und habe deine Zukunft riskiert? Nein. Soweit ich weiß, habe ich dich geweckt, habe dir Brote und einen Kuss gegeben, habe deine Schulbücher und Hefte gekauft und dich an Klausuren und ans Lernen erinnert. Ich hab insgesamt alles dafür gemacht, dass du zur Schule gehen kannst. Und ganz sicher habe ich dir nicht gesagt, dass du mit Sascha und René zocken sollst. Du bist dafür verantwortlich, du musst die Konsequenzen tragen. Willkommen im wahren Leben, Marius.“
War das hart? Ja. War es. Hat es was genutzt? Ja, ich glaube schon. Marius machte zwei Jahre später Abitur. Auf seiner Schule. Und natürlich hat seine Schwester die Nummer mit dem Schwänzen auch nochmal ausprobiert. Und eine ähnlich schmerzhafte Diskussion mit mir führen müssen.

Wisst ihr was spannend ist? Beide achten darauf pünktlich auf der Arbeit zu sein.
Ich hatte schon gesagt, wie stolz ich auf die beiden bin?

Ich befürchte das liegt alles noch vor mir! Wir haben ja gerade erst angefangen mit der Pubertät! 🙂

In diesem Sinne: Danke Anja und ich freue mich auf Teil 3!

Oh what a week! Auch ohne die USA-Wahl eine Katastrophe! #freitagslieblinge 45/16

Diese Woche war es leider GAR NICHT einfach die Lieblingsmomente zu finden! 🙁

Im Hort der Schule ist etwas sehr schreckliches passiert und ich habe als Vorsitzende des Elternrates ein wenig tiefer Einblick erhalten. Es ist unbegreiflich. Zusätzlich hadere ich noch immer wie ich mit der Situation (und aufgeploppten weiteren Problemen) umgehen soll, dass unserem Sohn in der Schule bei einer Prügelei ein Mittelhandknochen gebrochen wurde.

Zum Glück gab es aber am Donnerstag ein Business-Woman-Coaching-Tag, zu dem ich mich schon vor Monaten angemeldet hatte. So war ich gezwungen, alles andere auszublenden und diesen Tag nur für mich und mein Business zu genießen!

Und wie immer, wenn ich mir die Fotos der Woche ansehe, gab es doch wieder einige Lieblingsmomente:

Lieblingsessen
Gab es am Donnerstag beim Heldinnentag in der Hirschbachmühle. Grünkernröstis mit Sauce Hollandaise und Kartoffeln. Superlecker, aber leider habe ich vergessen ein Foto zu machen. Daher hier nur ein kleiner Ersatz und der Hinweis, dass es die besten Postkarten, wie diese, beim Rabenmütterverlag gibt. 20161109_182152

Lieblingsbuch
20161109_154101Ist heute ein Schulbuch, bzw. ein Schulordner, o.k. es ist die Gestaltung des Covers des Schulordners. *zwinker* Sorry, ich lese noch immer am Borkum Krimi von letzter Woche. 🙂
Als in dieser Woche die US-Wahlen entschieden waren und wir inkl. der Teenager Tochter in kleiner Schockstarre standen, hat sie Ihr Cover neu gestaltet. *schmunzel*

 

 

 

Lieblingsmoment mit den Kindern
Der war schnell gefunden. Der GG und ich saßen auf dem Sofa. Er sah fern, ich tackerte auf dem Laptop rum. Die Kinder eigentlich seit ca. 1 Stunde im Bett. Plötzlich tauchten die Mädels kichernd und strahlend neben uns auf. Dem Sonnenschein war endlich der Wackelzahn ausgefallen. Große Freude aber auch ein klein wenig Wehmut, denn die Zahnfee würde in dieser Familie damit zum allerletzten Mal kommen! *schluck* Die werden einfach viel zu schnell groß?
Bei uns kommt die Zahnfee nur beim allerersten Zahn, und bei Euch?
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Lieblings-Mama-Moment für mich
Am Montag hatte ich einen Termin auf der anderen Elbseite. Da wir hier keine Brücke haben und die nächsten beiden flussauf- und abwärts jeweils gleich weit zu weit weg sind, nahm ich die Fähre. Ziemlich cool! Und als dann noch die Sonne kurz rauskam … *seeligseufz*
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Lieblingsbesonderheit/Inspiration
Der Heldinnen-Tag, ein großartiges Seminar für Business-Frauen zu den Themen Mindset, Marke, Money & Marketing. 10 Stunden voller interessantem Wissen, 10 Stunden Frauenpower, 10 Stunden heller Wahnsinn. Ich bin voll mit Informationen, Inspirationen und Motivation. Nun heißt es umsetzen und KiKo KinderKonzepte vorantreiben. Und wichtige Entscheidungen treffen.20161110_105439

So, das wars schon wieder mit meinen 5 Freitagslieblingen.
Guck gerne auch mal bei Anna und den anderen Bloggern rein.

In diesem Sinne: Schönes Wochenende!!! *träller*

Einschulung verschoben … das Kind zurückstellen lassen … keine leichte Entscheidung!

Vor ziemlich genau einem Jahr bekamen wir nach den Sommerferien das Schreiben der Stadt, dass unsere Jüngste im Schuljahr 16/17 laut sächsischen Regeln schulpflichtig wäre. Wir wurden aufgefordert uns für eine der 4 Grundschulen in unserem Einzugsgebiet zu entscheiden und erfuhren gleichzeitig die möglichen 2 Termine für die Schulanmeldung.

Mir wurde mulmig! Sie ist 3 Wochen vor dem Stichtag geboren, zu dem Zeitpunkt also gerade mal 5 geworden und ich fand sie wär noch nicht soweit! Sie wäre eindeutig die Jüngste in der Klasse. Ich wollte das alles irgendwie für sie noch nicht. Aber die Frage war wollte nur die Glucke in mir das nicht? Wollte ich unser Nesthäkchen klein halten. Wollte ich nicht, dass sie groß wird? Traute ich Ihr viel zu wenig zu? War es wirklich der Kopf der das nicht wollte, oder doch das Herz? Was kann sich noch alles tun in dem Jahr bis zur Einschulung!

Ich hatte ja auch schon den Vergleich zu den beiden Großen. Die waren in dem Alter so ganz anders! Viel weiter!

Der Göttergatte, ganz der stolze Papa seiner drei Prachtexemplare, meinte nur: „NATÜRLICH geht die nächstes Jahr in die Schule!“ … aber ich finde, der verbringt als Vollzeit-Manager, wenn er nicht auf Geschäftsreise ist gerade mal 2 Stunden seines Tages mit der Bande. Am Wochenende ist er zwar körperlich, aber oft nicht geistig anwesend, sondern eher mit dem Kopf im Büro oder auf der nächsten Reise. Und ich finde so bekommt er einfach viel weniger mit von seinen Kindern. Ich bin schließlich hier die Vollzeit-Mama, Ansprechpartnerin für alle Sorgen, Entscheiderin, Fahrerin des Mama-Taxis, Pflasterverteilerin, Trösterin, Jederzeit-bereit-Mama, ich kenne das eben alles besser, oder? Das ist jetzt nicht böse oder abwertend gemeint, aber ich bin hier eben die Glucke. Was aber ja auch nicht immer gut ist. *grübel*

Du merkst schon, ich wollte sie schützen!
Aber ich wollte eben auch das Richtige machen und war mir nicht sicher was das war.

Die große Schwester, ein Jahr vor der Schulpflichtigkeit eingeschult, meinte nur: „Ist doch cool, dann fahren endlich mal zwei von uns zusammen morgens mit dem Schulbus! Ich war ja bei Einschulung vom Spanienkind gerade aufs Gymnasium gewechselt und muss nun mit nem anderen Bus fahren.“

Der große Bruder: „Ich pass schon auf die auf, Mama!“

Aber meine Bauchschmerzen blieben!

Vor den Ferien hatten wir ein Entwicklungsgespräch im Kindergarten gehabt. Im Vergleich zum Vorjahr hatte sie einen riesigen Entwicklungsschub gemacht. Endlich sprach sie deutlich und in ganzen Sätzen. Das hatte bei Ihr im Vergleich zu Ihren Geschwistern und gleichaltrigen Kindergartenkollegen am längsten gedauert. Motorisch ist sie topfit und auch ansonsten alles so wie es sein sollte. Auf die Frage was denn Sie von der bevorstehenden Einschulung hielte, teilte sie mir mit, dass man schon merke, dass Kinder die mit Ihr schulpflichtig sind und 4 Wochen später geboren wurden (also de facto ein Jahr älter), um einiges reifer wären. Vom Intellekt her würde sie das sicherlich schaffen, aber vom Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen sollte sie noch einiges zulegen um nicht unterzugehen. „Aber wir haben ja auch noch ein Jahr, vielleicht kommt das ja dann wenn sie nun hier im Kindergarten zu den Großen in die Vorschul-Gruppe wechselt.“

Der Sonnenschein ist nicht nur dünn, sondern sehr dünn. Sie ist so schmal, dass ich mir das Kind mit einem Ranzen überhaupt nicht vorstellen wollte. Wenn wir von der Schule des großen Bruders sprachen, oder wir Ihn dort abholten, meinte Sie aus vollster Überzeugung immer nur: „Isch geh da nich hin!“ Und das war auf keinen Fall eingeredet von mir, denn ich achtete sehr darauf das Thema nicht vor Ihr zu besprechen. Ich wollte mir erst selber absolut sicher sein.

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Dann kam der Anmeldetag und der Testunterricht. Ich vermerkte auf dem Fragebogen eine eventuelle Rückstellung der zukünftigen Schülerin und erkundigte mich beim Lehrer des Testunterrichts was er denn meine. „Also ein Jahr länger Kindergarten tut ja eigentlich allen Kindern gut!“ So eine pauschale Antwort brachte mich auch nicht wirklich weiter. *hmpf*

Ich wollte als finale Entscheidungshilfe den Besuch bei der Amtsärztin abwarten, die die Kinder wirklich auf Herz und Nieren für die Schultauglichkeit prüfen. Ich erinnerte mich, dass ich diesen Termin mit dem Spanienkind seinerzeit im März des Folgejahres hatte, und dachte so bei mir, dass sie sich vielleicht bis dahin in der Vorschul-Gruppe ohne die ganz kleinen Krippenkinder entwickelt hätte. Diesmal waren die Termine aber gleich im November.

Ich befragte meine Schwägerin, ihres Zeichens Grundschullehrerin in NRW, was sie denn meine. Da wir uns aber nur sehr selten sehen, kam von dort auch keine wirkliche Entscheidungshilfe. Eher bedenken, ob ich das wirklich durchziehen wolle. In NRW muss man nämlich zu jeder Menge weiterer Untersuchungen zu Schulpsychologen und Co. und es hat wohl schon Fälle gegeben, wo sich das Kind anschließend minderwertig vorkam, weil es nur noch getestet wurde.

Aussage einer Freundin in NRW: „Hier muss Dein Kind schon halb behindert sein um überhaupt zurückgestellt zu werden!“

Je mehr ich andere Mütter fragte, um so unsicherer wurde ich. Die meisten rieten mir das Kind in der Nacht vor der Untersuchung immer wieder zu wecken, damit es dann zur Untersuchung müde und unkonzentriert ist. Aber all das wollte ich nicht. Ich wollte ja eine objektive Meinung dieser Fachärztin und nicht auf Teufel komm raus mein Kind zurückstellen lassen.

Dann kam die Untersuchung.

Ich war erstaunlich ruhig. Ich hatte aber ja auch nichts zu verlieren. Ich war einfach nur gespannt was diese Ärztin über mein Kind denkt. Ganz ohne Vorbehalte!

Diese Ärztin, die geschätzt tausende von Kindern im Alter zwischen 3 und 7 Jahren, jedes Jahr begutachtet, ist doch die Superfachfrau für das Thema. Es ist nämlich dieselbe Ärztin, die ca. 2 Jahre vorher alle Kinder in der Kita besucht und jedes einzeln dahingehend untersucht, ob es gravierende Defizite gibt, die so noch frühzeitig erkannt und gegebenenfalls „behandelt“ werden können.

Der Sonnenschein betrat das Zimmer. Ein Arztzimmer wie beim Kinderarzt, eine Liege mit Kuscheltieren und drei zusammengeschobene Schreibtische. Auf dem Tisch, der der Tür am nächsten ist, lagen ein Blatt und ein Stift. An den Schreibtischen dahinter saßen jeweils rechts und links die Ärztin und Ihre Assistentin. Ich bin kurz irritiert, denn ich kenne die Assistentin, mir will aber nicht einfallen woher. (Tut auch nichts zur Sache, es ist die Mutter eines Mitschülers aus der Spanienkindklasse. 🙂 ) Die Ärztin stand auf, schüttelte mir die Hand und wies mich auf den Stuhl an Ihrem Schreibtisch ein. Die Assistentin holte den Sonnenschein von der Liege und den Kuscheltieren weg und begann mit Ihr die Aufgaben zu machen. Die Ärztin lenkte mich ab, in dem wir einen Fragebogen bearbeiten. Von den Untersuchungen meiner beiden Großen weiß ich ja, das frau sich als Mutter da nicht einmischen soll. Also alles geschickt eingefädelt.*zwinker*

Anschließend sieht sich die Ärztin die Testergebnisse an und nickt. Nickt sehr lange. Schiebt alles beiseite und dreht sich zu mir. Sie lächelt mich an und druckst herum. „Also, das sieht ja alles ganz gut aus!“ – Pause! – Guckt mich an! – Ich werde unsicher ob auf irgendeinem Zettel vielleicht doch gestanden hat das ich eine Rückstellung vielleicht und ganz eventuell wünsche. Oh Gott, denke ich, die will mich nun überzeugen das sie schulpflichtig ist! – Sie lächelt wieder. „Was würden sie denn sagen?“ – Pause! – JETZT werde ich nervös! Soll das etwa doch ICH entscheiden? Ich WILL das nicht entscheiden! – ich fange an zu stammeln – Ich will doch wissen was SIE denkt! Will sie mich jetzt etwa davon überzeugen, dass die Lütte in die Schule MUSS?! *schluck*

Ich reiße mich zusammen und sage vorsichtig: „Ganz ehrlich? Mein Gefühl sagt mir, dass sie noch nicht so weit ist!“

Da seufzt die Ärztin erleichtert, alle Anspannung im Raum entweicht und sie sagt: „Oh, Gott sei Dank, das war es was ich Ihnen nun schonend beibringen wollte!“ … wir lachen alle erleichtert eine Runde … Ich rufe erleichtert: „Haben sie etwa geglaubt ich wäre so eine ehrgeizige Mutter, die unbedingt die Kleene einschulen möchte?“ – „Sie glauben gar nicht wie oft wir diese Gespräche führen und Eltern überzeugen müssen, das ein weiteres Kindergartenjahr besser wäre!“ – „Nein Frau Doktor, ich habe so sehr gehofft das sie mein Gefühl bestätigen und ich war so unsicher ob ich damit richtig liege.“ Ich strahle sie an und sie macht direkt das Häkchen bei „nicht schulreif“ (oder was auch immer da stand) und ich kann Dir gar nicht sagen wie erleichtert ich war.

Bei der nächsten Elternratsversammlung auf dieser Schule (ich bin dort Elternrat der Spanienkind-Klasse) nahm mich der Rektor vorab an die Seite und fragte, ob die „Ausmusterung“ des Sonnenscheins auch mein Wunsch oder nur der der Ärztin wäre. Denn in Sachsen entscheidet über die Einschulung in letzter Instanz der Schulleiter. Ich nickte erleichtert und erzählte Ihm, dass wir das gemeinsam so sehen. „Gut, dann mach ich Ihnen die Rückstellung fertig!“ … zum Glück, denn an der Stelle hätte ich sonst mit allen Mitteln einer Löwenmutter gekämpft. Ich hatte ja nun die amtliche Bestätigung, dass mein Gefühl mich nicht getäuscht hatte!

Heute nun war ich zur Schulanmeldung 17/18 wieder in der Schule und es fühlte sich endlich richtig an.

In diesem Sinne: Mütter aller Länder, hört auf Euer Mutterherz!!!