Ende der Trilogie ::: Anjas Abwasch zum Thema Pubertät ::: Teil 3

Weiter geht es mit Anjas Abwasch zum Thema Pubertät! Ein toller Gastbeitrag zu meinem Lieblingsthema.
Du hast Teil 1+2 verpasst? Kein Problem, die 1 findest du hier und die 2 hier!

Kinners … !

Es kommt einem ja vor, als wäre man irgendwie vor kurzen noch Mitte Zwanzig gewesen. Eine der Hebammen legte einem so etwas Winziges in die Arme, dass man seine Perfektion kaum glauben konnte. Mir ging das zweimal so. Im wunderbaren Abstand von fünf Jahren, so dass ich von einem Kleinkindalter gleich ins nächste rutschte.

10 Jahre knutschen, knuddeln, Lego bauen, kichern, malen, basteln, rumgröhlen, mit Tennisbällen Fußball und Flieger spielen und stundenlang durch die Pampa rennen, um … haha!!! das Abenteuer zu suchen!!! Yieeehaa!

Wenn jemals irgendjemand auf der Welt verstehen konnte, wie ich die Welt sehe, dann meine Kinder. Ein bemooster Stein am Wegesrand wurde zu einem Elfenhotel (ist total logisch – die Moospolster sind die Kopfkissen und die Flechten die Decken!)
Wir sahen Mäusen zu, wie sie bei der Olympiade die besonders schwierige Rindenmulchstrecke meisterten. Wir sahen Sonnenaufgänge triumphieren, bunte Blätter waren die Fallschirmspringer von Bäumen und Schneeflocken wehrten sich nachhaltig dagegen von Zungen gefangen zu werden, in dem sie spontan schmolzen. Wir traten auf Knallerbsen und schlugen damit die Taubenbande in die Flucht, wir schnupperten Frischgebackenes und planten wilde Kuchen-Erpressungen und den ultimativen Brötchen-Gau, wir eroberten von Krähen-Piraten besetzte Klettergerüste und setzen Segel, dass selbst Leinen-los-Santiano nicht mithalten konnte.
In unserem Garten wohnte die Rattenmafia, die vor unseren coolen Cat-Cops erzitterten, wenn nur ein Barthaar der beiden sich zeigte. Selbst Don Rattatone musste sich seinem Schicksal stellen und wurde mit ELF Nackenbissen für immer zur Strecke gebracht.
Warum Nebelfeen so durchsichtig sind, wird für immer unser Geheimnis bleiben. (Es hat was mit den Nachtgeistern, dem Sonnenprinzen, den Wolkenkaninchen und Zittergräsern zu tun, aber das führt einfach zu weit …)

Aber da stiefelt doch heute morgen megapünktlich ein waschechter, ordentlich angezogener Teenie mit zwei gepackten Taschen an mir vorbei …
„Hey Mum, bis später – schönen Tahaaag!“ und mein Sohn schlürft in aller Gemütsruhe und verantwortungsvoll auf die Pendeluhr blickend Capuccino!
Dabei lächelt er verbindlich. So ein „Ehy-ichweißwietollichaussehe“-Kerl-Lächeln, das mich an seinen Vater erinnert. Kein Wunder, er wird ja auch bald 18 … 18? Und meine Tochter ist 1,72 und hat diese irrsinnige Backfischfigur, an der Röhrenjeans, weiße, tallierte Bluse, Damenhaarschnitt, Reiterstiefel, Lederjacke wie Haute Cauture aussieht?

Hallo! Wer hat Euch erlaubt, mal so eben erwachsen zu werden?

 

Ach ja *seufz* ehe man sich versieht, machense nen Führerschein und ziehen aus! 🙂 Danke Anja, Danke, dass ich Deine tollen Texte hier veröffentlichen durfte.

In diesem Sinne: Was sagst du denn zum Thema?

Stolz und Vorurteil! … Anjas Abwasch Teil 2 zum Thema Pubertät #gastbeitrag

Weiter geht es mit Anja´s Trilogie zum Thema Pubertät! Ein toller Gastbeitrag zu meinem Lieblingsthema.
Du hast Teil 1 verpasst? Kein Problem, das findest du hier!

Gott, bin ich stolz. Während mein Sohnemann gerade als Kundenbetreuer eines grossen Telekommunikationskonzerns die familienspezifischen Vertriebsgene wetzt, kocht sich meine Tochter in die Herzen von Gästen und Lehrern. Und das ausgerechnet mit dem Kartoffelpüree meiner Oma. Dass man dafür auch Sahne nehmen kann, wusste ich nicht. Man lernt eben nie aus. Ihr Chef meinte: erst machst du jetzt drei Jahre Lehre und dann lernst du 15 Jahre kochen. Und sie freut sich drauf, plant Auslandsaufenthalte und die nächste Challenge. Weihnachten gibt es Gans! Wie Oma das gefreut hätte. Und mich erst! Marius genießt es, seine Rhetorik zu üben und sich als Familienmensch zu beweisen. Habe ich schon erwähnt wie stolz ich bin?

Vorbei die Zeiten, als sich die beiden um Kaisers Bart stritten, ich sie in ihren Zimmern hinter Fernsehern und von Ballerspielen loseisen musste um einen Moment familiärer Harmonie zu erhaschen. Meine Kinder sind zufrieden. Ich liebe es, wenn es allen meinen Lieben gut geht.

Irgendein Dienstag. Mein Sohn steht neben mir. Ein bisschen linkisch mit zu langen Armen und sich enorm verbreitertenden Schultern. Man kann ihm beim Wachsen zusehen. Wir stehen auf einem zugigen Schulflur. Ich bin sowas von gar nicht stolz. Gefühlte Millionen Male bin ich mit dem flammenden Schwert für meine Kinder in die Bresche gesprungen. Habe Chaos mit Kreativität, Unzuverlässigkeit mit Spontanität und respektloses Dazwischenreden mit glänzender Rhetorik gerechtfertigt. Aber jetzt nicht. Ich muss mir so eine Art böswilliges Lächeln verbeißen, als der Herr Direktor seine Strafpredigt beginnt und offensichtlich versucht mich von der mangelnden Disziplin und Verantwortungslosigkeit zu überzeugen. Ich beende das Gespräch mit einem Satz: „sie haben vollkommen recht. Machen Sie mit ihm, was Sie für richtig halten. Ich bin ganz bei Ihnen.“
„Ich denke darüber nach. Ich bin nicht der Meinung, dass Marius zu dumm ist, um nicht zu verstehen, dass disziplinarische Maßnahmen gegen ihn gerichtet sind. Er neigt ja nicht zu den typischen Schülervorurteilen“
„Nun, offensichtlich hält er aber Disziplin per se für unnötig. Auch das ist ein Vorurteil.“
Marius und ich schweigen auf der Heimfahrt, er folgt mir stumm ins Haus und mustert mich, mit diesen herrlich offensichtlichen „Du kotzt mich ja sowas von an“-Blick. Eben diesen Blick wirft er mir immer noch zu, als er mir in mein Büro folgt. Er hat – verdammter Idiot – die Schule geschwänzt. Jeden zweiten Tag, drei Wochen lang. Mich um Entschuldigung gebeten hatte er schon „jaaaaaa, sorry …..“ weil er meine Unterschrift gefaked hat. Aber: ich war so sauer, dass es mir eigentlich (!) total egal war, ob mein Sohn stocksauer auf mich ist. Ja, ich war mal genauso bescheuert. Ja, meine Mutter hat meine Urkundenfälschung gedeckt, die unentschuldigten Stunden aber nicht. Genau das habe ich gerade auch gemacht. Ich weiß, Marius hat erwartet, dass ich von schwierigen Phasen rede, mir die Schuld gebe und mich selbst auf Umzug, viel Arbeit, schwierige Situation herausreden werde. Nö. Ich bin da gerade sowas von stumpf.
„Okay, Mum, was sollte das? Was, wenn die mich jetzt von der Schule schmeißen.“
„Tja, Pech!?“
„Aah, eine Lektion! Super! Danke! Davon hängt meine Zukunft ab.“
„Weiß ich! Du auch?“
„Was?“
„Bin ich um die Schule rum gegangen und habe deine Zukunft riskiert? Nein. Soweit ich weiß, habe ich dich geweckt, habe dir Brote und einen Kuss gegeben, habe deine Schulbücher und Hefte gekauft und dich an Klausuren und ans Lernen erinnert. Ich hab insgesamt alles dafür gemacht, dass du zur Schule gehen kannst. Und ganz sicher habe ich dir nicht gesagt, dass du mit Sascha und René zocken sollst. Du bist dafür verantwortlich, du musst die Konsequenzen tragen. Willkommen im wahren Leben, Marius.“
War das hart? Ja. War es. Hat es was genutzt? Ja, ich glaube schon. Marius machte zwei Jahre später Abitur. Auf seiner Schule. Und natürlich hat seine Schwester die Nummer mit dem Schwänzen auch nochmal ausprobiert. Und eine ähnlich schmerzhafte Diskussion mit mir führen müssen.

Wisst ihr was spannend ist? Beide achten darauf pünktlich auf der Arbeit zu sein.
Ich hatte schon gesagt, wie stolz ich auf die beiden bin?

Ich befürchte das liegt alles noch vor mir! Wir haben ja gerade erst angefangen mit der Pubertät! 🙂

In diesem Sinne: Danke Anja und ich freue mich auf Teil 3!

Pubertät und was Oma dazu gesagt hätte … Anjas Abwasch Teil 1 #gastbeitrag

Meine Lieblingsschreiberin ist und bleibt die liebe Anja Thieme. Die schreibt professionell und sie hat gefragt ob sie zum Thema Pubertät auch mal was für mich schreiben darf. Ich habe mich wahnsinnig gefreut und darf hier und heute Teil 1 einer Trilogie zum Thema Pubertät veröffentlichen. Viel Spaß beim lesen! 🙂

Erinnert Ihr euch noch an meine Oma? Sie wäre vor wenigen Tagen 108 Jahre alt geworden. Hätte ich Ihr erzählt, dass ich Simone Leithe einen Beitrag über meine ehemaligen Pubertierenden, explizit der jüngst den Wirren entwachsenen Lara, versprochen habe, hätte sie vermutlich ihre widerspenstige und dominant vererbte Locke aus der Stirn gestrichen und mich angesehen als ob ich einen leichten Dachschaden hätte. „Als ich 14 war, stand ich von früh bis spät im Laden und hatte vom Trockenobst verkaufen völlig geschundene Hände. Soll sich mal nicht so anstellen, dat ärm Diehr“. Dieser netten niederrheinischen Metapher, die sowohl „dusseliges Mädchen“ als auch „besonders bedauernswertes Mausezähnchen“ bedeuten kann, verliehe sie dabei einen so hämischen Unterton, dass man deren Bedeutung auf „völlig bescheuertes, resistentes, unbelehrbares Gör“ ausweiten konnte. (Ich rede übrigens oft im Geiste mit meiner Oma, sie antwortet immer. Und immer Kluges.)

Manchmal glaube ich nämlich, dass es sich bei der sog. Pubertät um so etwas ähnliches handelt wie ADHS. Oder Hochbegabung. Es taucht ein Name für irgendetwas auf und schon haben es alle. Ist ja auch klar, im Zeiten wo die Kids nur noch mit Pokemon go vom Sofa hochkommen, hat jeder der lieber Fahrrad fährt, ADHS. Und wer seiner Unterhaltungselektronik ein Printmedium vorzieht, muss auf die Kinderakademie. „Hömma, der Jan-Pascal hat gestern beim Friseur die Freizeitrevue gelesen, meinse der is hochbegabt?“

anja1Meine Tochter hat jedenfalls diese beiden „Krankheiten“ überlebt, denn trotz Bewegungsunruhe und einem enormen IQ war sie erstaunlich aufgeweckt, fröhlich, kreativ und sensibel. Ganz die Mutter!
Was heisst hier Pubertät? Brauchse nich machen, Maus, du hast ja auch kein ADHS!

DIENSTAG. Ein grauer Sack stampft blicklos/grusslos an mir vorbei. Er riecht nach einer seltsamen Mischung aus frischem Waschpulver, einer Überdosis von meinem Deodorant und … chinesischen Instantnudeln. Ich registriere wohlwollend dass meine Tochter verstanden hat, dass sie sich frisch anziehen muss. Auch wenn es ein formloser, ausgebeulter Sack ist, der vermutlich ihrem Bruder gehört. Diese komischen ollen Stiefel deren Futter sich aufribbelt bedecken das Hochwasserdebakel ihrer Jeans. Ob sie sich gewaschen oder nur parfümiert hat, weiß ich nicht. Ihr Frühstück ist etwas fragwürdig, aber – hey – Kohlehydrate sind okay morgens, asiatisch macht wach und für Gicht vom Glutamat ist sie noch zu jung. Ein komisches Wort dringt aus ihrem Mund, der voller Tic-Tac ist. (Wen sie wohl küssen will!?) Es klingt wie Hodendrummer oder borg-mir’n Hammer. Mmmmmh? Ich blicke unter die Haare und versuche meiner Tochter in die Augen zu sehen.
„Morgen Mama?“, frage ich. Sie ist fünfzehn und ich bin sicher, dass ich ihr sprechen beigebracht habe.
„Hab ich doch gesagt?“, piesepampelt sie mich an.

MITTWOCH! Die Dusche läuft seit 20 Minuten. Drunter steht meine Tochter regungslos. Da ich vor lauter Dampf den Spiegel nicht finde, kämme ich mich im Flur. Dort liegen eine Hose mit süßem Rosenmuster, Keilabsatzsneakers und ein shirt in gefühlter Größe 128, welches sich Madame gleich über ihre 75 C festzurren wird. Figurbetont. Dazu eine Lederjacke mit Schottenmusterärmeln. Wie ich gleich feststellen werde trägt sie Amy Whinehouse’s Make-up. In der Küche finde ich eine ordentlich sortierte Bento-box mit Eiern, Tomaten und gebratenem Bacon. Noch ordentlicher ist Laras Zeichenzeug, das vorne in der ansonsten völlig chaotischen Schultasche klemmt. Ich ziehe ein Zettelchen einem Eselsohr heraus. Es ist Rotstift drauf-kein gutes Zeichen. Huch?
„Du hast ne Eins in Englisch?“ Die Badezimmertür geht auf und Lara springt in ihre Klamotten. Dann strahlt sie mich im Manga- Look an. „Jup. Morgen! Wenn ich aus der Schule komme, geh ich mit den Hunden!“

DONNERSTAG. Es ist Studientag. Ich finde eine Art Deckenkonvolut in meiner Sofaecke. Unter diesem Haufen lugt ein geplatztes Rosshaarkissen in Laras Haarfarbe hervor. Die Hunde haben ihre Köpfe schief gelegt und schauen mitleidig. Unter der Tornadofrisur blicken mich mooreichefarbene rotunterlaufene Augen an.
In morbidem Ton sagt sie: „Was ist der Sinn des Lebens? Sprich mit mir, grimmiges Schicksal!“
„Frühstück?“
„Mir doch egal“
Ok.
„Wirst du dich waschen und anziehen, wenn ich welches mache?“, versuche ich den Sinn meines zudringlichen Angebots zu erklären.
anja„Oah Mamma! Nee! Hetz mich nicht, nie hab ich meine Ruhe, immer muss ich alles MACHEN, Das nervt!“ Dann knuddelt sie ihre Wärmflasche und ich könnte schwören, dass sie leise:“brauchen wir keine garstigen Bratkartoffeln, mein Schatz“ murmelt.
„Ok – ich werde dir nicht deine Depression verderben. Alles wird gut“
Es folgt ein Grunzen und die Hunde seufzen leise.

To be continued…

Dieser und viele andere sehr gute Texte erscheinen in größeren Abständen auf Ihrer Facebook-Seite „Anjas Abwasch!“ … echt empfehlenswert. Und die Romane und Geschichten die sie sonst so schreibt findest du in allen guten Buchhandlungen! 😉 Ich brauche übrigens noch ein handsigniertes Buch von Ihr, für mein Angeber-Regal von den Autoren die ich inzwischen kenne! 🙂

In diesem Sinne: Ich freue mich schon jetzt auf Teil 2!

Vom Pubertier zum Teenager! Mein Online-Geburtstagsgeschenk für meine Tochter!

Zu Beginn meiner Social-Media-Ära wollte ich auf gar keinen Fall, dass meine Kinder auf Fotos auftauchen. Ich hatte Angst vor gestörten Menschen, die unsittliche Sachen mit den Fotos meiner Kinder anstellen.

Ziemlich schnell wurde uns als Eltern aber klar, dass sowas heutzutage sehr sehr schwer wird, da sehr viele mit dem Handy Fotos machen und dann irgendwo veröffentlichen. So auch z.B. Kindergärten und Schulen. Wir wurden etwas lockerer mit dem Umgang der Sozialen Medien und hatten immer nur die Bedingung, dass die Namen der Kinder niemals unter den Fotos genannt wurden.

Dann fing ich an zu bloggen und sprach mit dem Göttergatten, also dem Vater der Kinder, neu über das Thema Fotos von uns im Internet! Er selber möchte nicht gezeigt werden, aber ansonsten waren wir uns gleich einig, dass die Kinder auf den Bildern sein dürfen, aber weiterhin keine Namen darunter stehen sollen.

So betitelte ich also in den ersten Blogbeiträgen die Kinder in Geburtsreihenfolge mit Kind 1, Kind 2 und Kind 3. Da mir das aber zu unpersönlich ist, und es wegen der Geschlechtsneutralität ab und an zu Verwirrungen bei den Lesern kam, habe ich mich irgendwann entschlossen sowas wie Spitznamen für die Kinder zu suchen. Davon habe ich seinerzeit hier berichtet.

2014-01-16_3583

Nun hat aber das Pubertier, also unsere Älteste, so langsam die Nase voll von diesem Namen. Zur Info: Ich nenne sie nur im Blog so! Ich spreche dieses Wort, welches ich so lustig finde seit ich das gleichnamige Buch von Jan Weiler gelesen habe, niemals aus. Isch schwör, ey! Trotzdem ist es Ihr inzwischen unangenehm! Vor allem, weil Ihre Schulfreunde mir auf Instagram folgen, und so natürlich ab und an auch Blogbeiträge lesen. (Hallo liebe Schulfreunde! Ihr dürft gerne auch mal einen Kommentar hinterlassen! *fröhlichwink*) Genauso, wie sie nicht mehr auf Fotos erscheinen möchte die ich veröffentliche. Daher spreche ich schon etwas länger alle Fotos mit Ihr ab und erhalte entweder Freigabe ober eben nicht.

Zu dem Thema hat sie der Zeitschrift Eltern family vor ein paar Wochen ein Interview, als Kind einer Bloggerin, gegeben und Ihre dortigen Antworten haben mich endgültig überzeugt. Ich werde weiterhin nur noch Fotos von Ihr veröffentlichen, die sie vorher gesehen und genehmigt hat, und … und das ist mein Online-Geschenk zu Ihrem heutigen Geburtstag … sie heißt im Blog ab sofort TT = die Teenager Tochter! Denn ich kann verstehen das die Bezeichnung Pubertier auch ein wenig negativ behaftet ist. Dabei hat die Pubertät auch so viele schöne Seiten! Ich führe inzwischen ganz andere Gespräche mit der Großen, als das früher der Fall war. Sie hat ein ganz anderes Verständnis in Situationen mit den kleinen Geschwistern und reagiert ab und an sogar vernünftiger als ich. *schmunzel*

Wenn du das hier also liest liebste Teenager-Tochter: Ich bin unendlich stolz auf Dich und schenke dir zu Deinem Geburtstag diesen neuen Namen auf dem Blog! *kusshandzuwerf*

2013-09-06_2322

Dem Wunsch vom GG ab sofort bitte als GGG (Geiler Großartiger GötterGatte) betitelt zu werden, werde ich aber nicht entsprechen! *augenroll*

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch mein Schatz! Ich liebe Dich! 🙂
(das war jetzt wahrscheinlich auch voll peinlich! *kicher*)

Andere Eltern haben auch durchgeknallte Teenager! … oder … Pubertät mal woanders!

Pubertät! Hochbrisantes Thema im Hause KiKo & Co.!
Das Pubertier möchte so langsam, dass ich nicht mehr über sie schreibe. „Das könnten ja meine Freunde dann lesen!“ Dazu hat sie vor kurzem ein Interview in der Eltern Family gegeben. Ich verstehe das und werde das überdenken. 🙂

Aber in der Facebook-Gruppe „Pubertät…Eltern sprechen darüber“ habe ich Martin (53) kennengelernt. Als Vater von Celina (18) und Ehemann von Angelika (50) schreibt er in seiner Gruppe so herrliche Texte über die „ganz normalen“ Ereignisse im Familienleben mit einem pubertierenden Teenager. Er mag nicht öffentlich bloggen, aber die Texte sind SO GUT, dass ich Ihn gefragt habe ob ich mal hier was veröffentlichen darf!

Ich darf, und wünsche viel Vergnügen!

„Hatte heute einen Tag frei. Viel gearbeitet in letzter Zeit, da kann man auch mal zu Hause bleiben. Tochter auch. Nein, nicht viel gearbeitet, aber frei. 😉Gestern Abend habe ich sie gefragt, ob wir heute mal irgendwo zusammen frühstücken gehen. Sie antwortete mit einem klaren verständlichen: „Wsnchobjsfrüwchbn.“ Es war wohl deutsch, ja, aber eben ein bisschen genuschelt und nahezu ohne Selbstlaute. Oder Vokale, wie a,e,i,o und u ja heißen. Also die Buchstaben, bei denen man den Mund aufmachen, die Lippen auseinandermachen muss. Körperliche Anstrengung, zugegebenermaßen, zumindest im Gesicht. „Wsnchobjsfrüwchbn.“
„Ich weiss nicht, ob ich so früh wach bin“.
Na gut, dachte ich. Als ich in dem Alter mal frei hatte, hab ich auch erst mal ausgeschlafen.
Heute morgen wurde ich dann wach, als meine Frau gegen sieben das Haus verließ. Da ich nie Langschläfer bin, sofort raus aus dem Bett, dann hab ich mehr vom Tag, das Leben ist kurz. Mal kurz aufs Handy geguckt………Töchterchen vor zwei Stunden bei Facebook gewesen, um 4.28 Uhr bei WhatsApp. Na, das war´s dann wohl mit dem gemeinsamen Frühstück. „Dnnebnch!“ sagte ich zu mir und musste selbst lachen. „Dann eben nicht.“ Kurz in die Trainingshose und zum Bäcker. „Naja, Celina bringe ich natürlich was mit“ dachte ich. Habe ihr Croissant, Laugenstange und ein normales Brötchen mitgebracht, irgendwas davon wird sie schon mögen. Ich also Kaffee gekocht, mir Brötchen geschmiert, und schön gemütlich zeitunglesend gefrühstückt. Auch mal ins Handy geschaut…….bin ja in so ´ner frauenlastigen Pubi-Gruppe…….da is aber auch nix los. Danach zwei Stunden zum Sport. Als ich gegen halb elf wiederkomme, treffe ich Celina in der Küche: „Hatten die keine Mehrkornbrötchen beim Bäcker?“………..Jau, schönen Dank auch! Croissant, Laugenstange, normales Brötchen??? Nix! Soviel zur Rubrik „Was man auch tut, es ist verkehrt“.
„Und was hast Du so vor heute?“
„Ich geh gleich mit Lena frühstücken!“…???………das….musste…..ich…..
erstmal……sacken……lassen.
„Mit Lena frühstücken????“
„Ja.“
„Du??“
„Ja.“
„Heute???“
Jetzt bekam ich gar keine Antwort mehr, aber einen Blick, der sagte: „Warum fragst Du so komisch?“…………..
„Hast Du Alzheimer? Ich habe Dich gestern Abend gefragt, ob wir heute frühstücken gehen, und Du hast gesagt, dass Du so früh wohl nicht wach bist!“
„Ja. Bin ich ja auch nicht……wir gehen SPÄT frühstücken. Halb zwölf.“………. Na gut, dann ist das eben so. Kurz danach klingelts an der Tür. Lena. Mit ´ner Brötchentüte(!) in der Hand. „Wolltet ihr nicht frühstücken gehen???“ “ Haben es uns anders überlegt“ klärte mich Celina auf, guckte in Lenas‘ Brötchentüte, und stieß ein fröhliches „Hey, geil, Croissants!“ aus. Nee, oder??? Für einen kurzen Moment überlegte ich, wieder ins Bett zu gehen. Nein, dafür ist mir ein freier Tag zu Schade! Stattdessen beschloss ich, mich nachher nach dem Fahrpreis für eine Rakete zu erkundigen, die heute noch zum Mond geht. Oneway versteht sich. Spontan beschloss ich einen Stadtbummel zu machen. Mache ich sehr gerne. „Ich geh mal in die Stadt. Soll ich Dir was mitbringen? Brauchste irgendwas?“ „Nööö!“ Also lief ich in die Stadt. Sind rund drei Kilometer. Unterwegs musste ich gefühlt siebzehn pubertierenden ausweichen, die mich wegen Handy-Konsum nicht gesehen haben. Wahrscheinlich kleben die jetzt an einer Laterne, aber egal. Es war ja schon alles ziemlich kurios heute, aber was jetzt kommt, zieht allem und jedem die Schuhe aus. In meiner Hose vibrierte es, ein untrügliches Anzeichen für eine……………WhatsApp.
ACHTUNG: „Wo bist Du?“…………..ich
wiederhole in Grossbuchstaben: „WO BIST DU?“
Nich´ wahr, oder?????? Was macht man mit so einer Frage, wenn man doch vor einer halben Stunde sich in Richtung Stadt verabschiedet hat? Spontan schrieb ich: „Beim Bäcker!“😂😂
Da kam doch tatsächlich zurück: „Bringste mir ne Laugenstange mit?“ ………….also, die Nachricht musste ich mir siebzehn Mal durchlesen, sonst hätte ich es nicht geglaubt.
Da stand doch tatsächlich: „Bringste mir ne Laugenstange mit?“……………….JamachtsmitmirinGottesNamenwasihrwolltaberichhabihrdochheutemorgenneLaugenstangemitgebrachtaberdiewolltesienichthatstattdessennachnemMehrkornbrötchengefragt!!!!!! Bin dann noch nen bisschen durch die Stadt geschlendert, Eis gegessen, war ja schön warm, die Sonne schien. Als ich zu Hause ankam, lag ein Zettel in der Küche…..zumindest mit einem Herzchen dabei:
„Bin mit Lena frühstücken. Haste mir was aus der Stadt mitgebracht?“
Übrigens…….die „Oneway-Fahrkarten“ zum Mond waren für heute ausverkauft. Alle von Mamas einer Facebook-Pubertätsgruppe gekauft, meinte die Dame. „Vstchtal!“ nuschelte ich. „Was sagten sie?“ fragte die Dame?
„Versteh ich total!“ „

In diesem Sinne: Chillma! (Oder sagt das auch schon keiner mehr?)

Leitwolf-Mama oder Kuschelkursmama? #blogparade #mytoys #Leitwölfe

Das ist eine Frage, die können Diejenigen die mich mit meinen Kindern erleben eindeutig beantworten und seit myToys in seinem Blog das neue Buch von Jesper Juul vorgestellt hat und die Eltern aus der Blogosphäre aufrief sich an einer Blogparade zu dem Thema zu beteiligen, brüte ich über dem Thema und oute mich heute.

Der Ratgeber an sich und Jesper Juul im Besonderen!

Ich habe mich seit der Geburt des ersten Kindes mit allen möglichen Ratgebern eingedeckt, sie gelesen, sehr viele wieder weiterverkauft und sehr viele nochmal gelesen. Die von Jesper Juul waren irgendwie nicht dabei. Warum? Weil er einfach zu spät kam. Ich glaube seine Bücher erschienen erst als ich schon „aufgeklärt, gefestigt und wild entschlossen“ war und somit aufgehört hatte zu lesen.

Ich habe nach 12 Jahren, die ich nun schon Mutter bin, festgestellt, dass ich mir aus Erziehungsratgebern immer nur das rauszog, was ich für plausibel hielt. Alles andere hielt ich für Blödsinn. Manche Ratgeber habe ich gleich wieder weggelegt, manche für später nochmal aufgehoben. Aber im Endeffekt mache ich es ganz genauso wie meine Eltern es auch mit uns gemacht haben. DAMALS, als ich noch in der Pubertät war (Ihr habt ja keine Ahnung wie lange das schon her ist *zwinker*) habe ich mir natürlich geschworen, dass ich meine Kinder GANZ ANDERS erziehen werde, die würden viel mehr dürfen, die könnten viel mehr selber entscheiden, die dürften mehr Süßigkeiten, ja ich dachte sogar *räusper* die würde ich viel mehr lieben. Sorry Mama und Papa, ich weiß ihr lest hier ab und an mit! … lest bitte weiter, bevor ihr enttäuscht seid *lach*!

Inzwischen weiß ich nämlich wie sehr unsere Eltern uns (mich und meine 2 Brüder) geliebt haben und das noch immer tun! Heute weiß ich, dass sie mit allem was sie erziehungstechnisch für uns entschieden haben, nur unser BESTES für uns wollten. Heute weiß ich, dass sie alles richtig gemacht haben. Heute weiß ich, dass sie sich zwar nicht bei uns beliebt gemacht haben, aber sie haben uns perfekt auf das Leben vorbereitet und uns zu tollen Menschen erzogen.

DANKE MAMA UND PAPA!

Und genauso möchte ich von meinen Kindern später auch verstanden werden. Ich weiß, dass sie viele Entscheidungen die ich heute für sie treffe nicht einsehen, nicht verstehen, nicht gut finden und mich oft dafür innerlich verfluchen. Aber ich weiß genau, eines Tages werden sie mir so dankbar sein, wie ich das meinen Eltern bin.

Ich bin „Leitwölfin Extrem“! *hiersoeinesuperwomanmelodieeinfügen*

Hiermit oute ich mich als absolute Leitwolf-Mama. Ich bin streng, ich bin konsequent und äußert selten gebe ich nach! Es gibt ganz klare Regeln in unserem Familienleben und jede Menge Grenzen die absolut nicht verhandelbar sind. Das fängt an mit gewissen Uhrzeiten die eingehalten werden müssen, das sind Aufgaben die erledigt werden müssen und es sind Verhaltensweisen die ich nicht dulde! Es gibt festgelegte Medienzeiten & Tischregeln die nicht verhandelbar sind und die Menge der Süßigkeiten ist reglementiert. Ich bestimme was es zu essen gibt, welche Kleidung nicht getragen wird, ab wann es ein Smartphone gibt, ob Absätze an Schuhen erlaubt sind, und sehr sehr vieles mehr. Ich entscheide hier so gut wie alles.

20160226_201240Meine Erfahrungen die ich als Freundin und Nachbarin von anderen Familien machen darf, die ich als Mitglied von Elternaktiv, Elternrat, Elternpflegschaft und den damit verbundenen Ausflügen, Problemen, Feiern usw. mitbekomme, geben mir aber auch absolut Recht! Und auch Kinderärzte, Kinderpsychologen und Erzieher haben mir schon bestätigt: „Alles richtig gemacht! Ihre Kinder sind echte Prachtexemplare!“

Ich weiß ich klinge sehr von mir überzeugt, aber im Endeffekt bin ich das in Sachen Erziehung auch.

… Geworden! Ich muss zwar sagen, dass ich nie gezweifelt habe an meinem Erziehungsstil, aber …

Man wächst mit seinen Aufgaben! 🙂

Auch Ich lerne nach 12 Jahren noch sehr Vieles und denke auch heute noch oft selbstreflektierend nach! Natürlich wusste ich vor 10 Jahren nicht wie ich mit der beginnenden Pubertät umgehen würde und ich wusste auch noch nicht, dass das 2. und 3. Kind eine überarbeitete Version meiner Erziehung  würde abbekommen genießen dürfen. Das liegt aber vermutlich weniger an Misserfolgen in der Erziehung, sondern an den äußeren Umständen!

Wenn man z.B. nur ein Kind hat, steht diesem die gesamte Zeit und Aufmerksam zur Verfügung. Nun bin ich zwar keine Bastel-Mutti und habe auch nur selten auf dem Boden gesessen und gespielt, aber wenn es eine Frage oder ein Bedürfnis gab, war ich da. Diese Zeit, müssen sich die weiteren Kinder natürlich mit den Geschwistern teilen. Außerdem lernte ich mit der Zeit, das sich die Bedürfnisse immer wieder ändern. So braucht das Pubertier mit 12 eine ganz andere Art Erziehung / Aufmerksamkeit als der Sonnenschein mit 5 Jahren. Manchmal überlege ich ob ich noch viel mehr differenzieren müsste, aber dann wird es auch schnell unfair. Irgendwie muss ich ja allen gerecht werden.

Vermutlich sehe ich viele Situationen beim 3. Kind auch einfach gelassener als beim erstem Kind seinerzeit.

Trotzdem versuche ich alle Kinder relativ gleich zu erziehen, im allgemeinen gelten die gleichen Regeln und ich habe mir inzwischen viele Sachen notiert, die dann für das nächste Kind ab dem Alter auch gelten werden. Wobei das auch manchmal Lockerungen der Regeln sein können. So darf die Große z.B. länger aufbleiben als die Kleene.

Wobei mir eine schöne Anekdote einer Nachbarin einfällt. *schmunzel* Sie ist das mittlere Kind und erzählte eine Erinnerung aus Ihrer Kindheit: „Als mittleres Kind biste immer das „gearschte“ Kind! Ich musste als Mittlere mit meiner kleinen Schwester Abends als erstes ins Bett und tagsüber der Großen beim Tisch decken, abwaschen & Co. helfen!“ … aber das nur am Rande! 😉

Außerdem musste ich als Mutter bald lernen, dass die Erziehung auch mit dem Charakter des Kindes kollidiert. Und mit den Situationen, die manchmal ganz unterschiedliche Entscheidungen verlangen. Auch wenn es die anderen Kinder manchmal unfair finden weil ich bei Ihnen vielleicht anders entschieden habe, bleibe ich meistens bei meinen Entscheidungen.

Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen

Auch ich habe mal schlechte Tage, bin genervter als sonst, muss noch einen Kundenwunsch erfüllen oder die Band für meine Termine alleine Zuhause lassen wenn der Göttergatte mal wieder auf Geschäftsreise ist. Dann gibt es auch schon mal Ausnahmen mit mehr Medienzeit, Nutella auf Toast zum Abendbrot oder sie dürfen alle in unserem Bett einschlafen.

Ich bin ja keine Rabenmutter! *zwinkerzwinkerzwinker*

Denn genau dafür halten mich schließlich die Kuschelkursmütter, die Ihren Kindern einfach alles erlauben und denen niemals oder viel zu selten ein NEIN über die Lippen kommt. Ich habe mir allerdings nicht nur das lesen der Ratgeber abgewöhnt, sondern auch mich über solche Eltern zu wundern und greife gegebenenfalls einfach selber als Rudelchefin durch. So geschehen bei einem Nachbarkind, das in Anwesenheit der Mutter dabei war den frisch gepflanzten Flieder vor unserem Haus raus zu schütteln, was sie lediglich mit einem „ach Bärchen“ betitelte und ich mir den Fliederschüttler dann irgendwann mit einem konkreten „NEIN“ schnappte, dort wegnahm und Ihn woanders absetzte. Oder in dem ich andere Kinder zurechtweise wenn ich mitbekomme das sie etwas „falsches“ tun.

Irgendwie fühle ich mich dann immer als Rudelführer und übernehme diese Rolle mit Haut und Haar. Und genau dazu rate ich z.B. auch den Eltern in meinen Kindergeburtstags-Konzepten. Denn wenn die Gastgeber-Eltern sich das Zepter von den Kindern aus der Hand nehmen lassen, endet der Kinderevent schnell im Chaos.

Der Leitwolf ist der Richtige Weg!

Ich weiß, einige Mutter- und Blogger-Kolleginnen schlagen nun die Hände über den Köpfen zusammen, aber diese haben dann vermutlich Kinder im Kindergartenalter. Ich habe inzwischen auch 7 Jahre Schulzeiterfahrungen und habe mit inzwischen 2 Schulkindern so einige Mitschüler, Eltern, Lehrer & Klassen während Hospitationen, Elternabenden und Ausflügen kennengelernt. Ich hatte aus diversen Gründen schon Kontakt mit der Präventionsstelle der Jugendgerichtshilfe, dem Jugendamt und Kinderpsychologen. Und es sind nicht mehr die Kinder aus sozialen Brennpunkten die im Unterricht oder auf dem Schulhof auffällig werden, sondern die Kinder, die ohne klare Regeln und Grenzen aufwachsen.

Ich empfehle die Bücher von Dr. Winterhoff. Der sagt klipp und klar, Kinder die keine Grenzen gesetzt bekommen, bleiben auf dem psychischen Stand eines 3-Jährigen stehen.

Waren es bis vor ein paar Jahren noch pro Schulklasse 1-2 verhaltensauffällige Kinder, so sind es heute schon 4-6 oder mehr! Unterricht wie wir Ihn kennen ist heutzutage gar nicht mehr möglich, weil die psychische Reife vieler Kinder gar nicht genügend ausgereift ist. Gäbe es mehr Leitwölfe-Eltern in unserer Gesellschaft wäre das nicht so, sagt Dr. Winterhoff und ich stimme Ihm voll und ganz zu!

Die Puber-Watch! … ODER … wie erhalten ich die volle Kontrolle über pubertierende Jugendliche? #satire

Ich habe eine Idee für DIE ERFINDUNG!!!

Mein persönliches Pubertäts-Exemplar sollte Haare waschen. Sie kommt aus der Schule nach Hause und stinkt wie ein Iltis. Sorry, dass ich das jetzt mal so sage. Jede Mutter eines Pubertiers weiß was ich meine. Seit die Hormone Samba tanzen, riecht sie nach Schweiß und/oder Stinkefüßen.

Ich schicke sie also duschen. Als ich zufällig hoch ins Bad komme kämmt sie sich die trockenen Haare. „Hast du gar keine Haare gewaschen?“ Sie: „Nein! Davon hast du nichts gesagt, du hast nur gesagt ich soll duschen!“ *hysterischkreischendwegrenn*

Fangen wir aber von ganz vorne an … Vor etwa einem Jahr begann die Hormonumstellung. Seit dem müffelt es regelmäßig. Jedes Mal schicke ich sie duschen und oft diskutieren wir, ob dafür Duschgel notwendig ist. – „Du hast gesagt ich soll duschen! Du hast nicht gesagt ich soll Seife benutzen.“ Beim ersten Mal konnte ich noch darüber lachen, aber seit dem gefühlt 89. Mal ist mir der Humor echt vergangen. Denn dieses Gespräch führen wir nun jede Woche. Mit kleinen Abwandlungen ob Duschgel, Waschgel oder Seife genutzt werden soll, aber vom Prinzip her, immer das gleiche Gespräch. Ich bin kurz davor einen Leitfaden für duschen und Haare waschen zu schreiben, den ich dann in allen Zimmern aushänge. Wenn ich nämlich nicht explizit erwähne, dass sie duschen MIT Seifen-Nutzung betreiben soll, macht die sich nass und trocknet sich wieder ab. Nach mehreren Wochen, einer sehr lautstarken hitzigen hormongesteuerten Diskussion beiderseits (!!!), und kurzfristigem Tablet-Verbot klappt seit kurzem wenigstens das. Und nach mehrfachen neuen Diskussionen um dieses Thema gab sie sich vor kurzem geschlagen und verkündete in einem kurzfristigen vermutlichen Gute-Hormone-Überschuss-Moment, dass Sie einfach ab sofort jeden Abend duschen werde und immer mittwochs, wenn die Kleinen in die Badewanne gehen, die Haare waschen möchte. Und da habe ich es doch tatsächlich gewagt ihr heute am Mittwoch zu sagen sie solle mal wieder duschen. (Denn das mit dem freiwillig jeden Tag duschen war eine Halluzination, ich weiß noch nicht auf welcher Seite, aber es war eine.) Habe aber … ich BIN aber auch eine seltendumme Mutter … nicht explizit erwähnt dass sie Haare waschen soll. Also trockene Haare kämmen, eigentlich logisch, oder? *augenroll*

Nun überlege ich, wie ich ihr solche Termine subtil gewaltsam aufdrücken kann! So wie ich mich mit dem Handy an Termine erinnere wie Blumen gießen, Kühlschrank auswischen, Betten frisch beziehen und so weiter. Ich würde dem Pubertier nun auch gerne so manche Erinnerung aufdrücken. Da sie aber noch kein so schlaues Handy besitzt (ja ich weiß, ALLE haben sowas!) und ich sowieso befürchte, dass sie einen gespeicherten Termin einfach löscht, kam ich auf die Idee eine Puber-Watch zu erfinden. Eigentlich bin ich ja gegen Gewalt, aber die Idee bei Straftätern eine Fußfessel einzusetzen um sie zu kontrollieren, könnte man doch in abgeschwächter Form auf Pubertiere umarbeiten. Mit so kleinen Stromschlägen, die sich bis zur Aufgabenerfüllung fortsetzen, könnten die hormongestörten Jugendlichen doch sanft an die wirklich wichtigen Dinge im Leben erinnert werden.

Ich weiß ich bin eine Rabenmutter, aber das habe ich auch noch nie bestritten. Also … diese Applewatches sind doch total in! Die könnte man an den Arm implizieren. Natürlich so, dass sie nicht abgenommen werden kann. Und die könnte dann doch jeden Mittwoch sagen heute Duschen mit Haare waschen! Oder nicht? Und ich, die Mutter, habe natürlich eine App, mit der ich die „Termine“ verwalte! In der Version 2.0 könnten dann Lehrer später dort auch Haus- oder Lernaufgaben hinterlegen! Und 3.0 ist dann für Ehemänner und Geburtstage und Hochzeitstage …

Das Pubertier-Exemplar müsste halt so konstruiert sein, das sie sie erst mit 18 oder bei Auszug erst wieder abnehmen kann. Mitwachsend oder als jährliches Update.

Hiermit beantrage ich also die Erfindung eines Pubertäts-Fuß-Handgelenk-Fessel-Dings. (das ist mein persönlicher Arbeitstitel, den Produktnamen sollte man natürlich noch optimieren!)

In diesem Sinne: Welche Funktionen hättest du gerne?

20151221_143900