Die Tuberkulose hat hier viel verändert! … ODER … Ich denk grad anders über den Geschenkewahn!

Da wir uns in den letzten Wochen dieses Jahres viel mit schlimmen Krankheiten und der Wasserversorgung in anderen Teilen der Erde beschäftigt haben, schenken wir zu Weihnachten eine bei OxfamUnverpackt.de ausgesuchte Überraschung.

Statt mich besinnlich und organisiert auf Weihnachten vorzubereiten hab ich leider oft voller Sorge in Arztpraxen und der Uniklinik gesessen. Oder ich habe meine Kinder und teilweise auch Freunde und Nachbarn beruhigen müssen. Oder wir mussten der TT einen neuen Praktikumsplatz besorgen, weil der Bestehende sich weigerte sie weiter zu beschäftigen. Denn wie titelte die Bildzeitung so schön und machte allen Angst: „Todesseuche an Dresdner Schulen!“

Aber von vorne:

Die Kinder hatten Freitag, den 1.12. in der Schule von einem Tuberkulose-Fall erfahren. Seit Mitte Oktober wusste ich schon aus einem Protokoll der Schulkonferenz von diesem Vorfall. Da aber alle Menschen in der Umgebung der Person sofort untersucht worden waren, hatte ich mir keine Gedanken gemacht.

Als ich am Nachmittag heim kam, war die große Tochter dann aber in heller Aufregung. Im Klassenchat auf WhatsApp war schon die Hölle los. Ich solle unbedingt in meine E-Mails gucken, da gäbe es Infos für uns.

Dort fand ich zwei Mails aus der Schule. Wir wurden informiert, dass es anscheinend doch einige Ansteckungen gegeben haben könnte und dass die Schule Montag und Dienstag geschlossen bleibt um weitere Schüler zu untersuchen. Eine Mail war für den Sohn und in der Zweiten stand dasselbe aber zusätzlich, dass unsere große Tochter bitte am Dienstag zur Blutabnahme kommen solle. Nun wurden die beiden Großen dann doch nervös. In den jeweiligen WhatsApp-Gruppen der Klassen verteilten sich schon bald die ersten Zeitungsberichte mit Horrormeldungen. Wörter wie Todesseuche, tödliche Krankheit und die Meldung über 1,4 Millionen Tote pro Jahr machten den Kindern echt Angst. Denkt eigentlich Irgendjemand mal was das mit den Kindern macht wenn die sowas lesen?

Ich versuchte sie zu beruhigen. Diese vielen toten Menschen kommen sicherlich in den ärmeren und heißeren Gebieten dieser Erde vor. In Europa gäbe es schließlich ganz andere hygienische Zustände und genügend passende Medikamente, so dass in den Industrienationen nicht so viele sterben, als dort wo es nicht mal genügend Wasser zum Trinken geschweige denn Hände waschen gibt. Für diesen Abend hatte ich sie beruhigt.

Ich allerdings googelte die halbe Nacht.

In Deutschland, erfuhr ich, gab es z.B. 100 Tote im letzten Jahr. Das waren ein Säugling und der Rest über 69-Jährige.

Zwei Tage später kam ein Anruf vom Gesundheitsamt ich solle bitte so schnell wie möglich meine Tochter aus der Schule abholen und für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Schnell war mir klar, dass es sie erwischt hat. Auf der Fahrt in die Schule rasten meine Gedanken zwischen ‚Oh Gott nun verbringen wir Weihnachten in der Klinik‘ und ‚Hey, wir haben kein Krebs, es ist inzwischen heilbar!‘ hin und her.

Inzwischen wissen wir, die große Tochter hat sich leider angesteckt. Nach einer direkt folgenden Röntgenuntersuchung wussten wir aber auch schnell, dass es nicht die offene und ansteckende sondern „nur“ erst die geschlossene und NICHT ansteckende Version der Tuberkulose ist. Sie bekommt nun 2 Medikamente für die nächsten 3 Monate und es wird so verhindert, dass es je ausbrechen kann. Nicht schön, aber für uns sehr beruhigend. Das Ganze geschieht unter regelmäßigen Blutkontrollen und ich bin unendlich dankbar, dass es nicht schlimmer gekommen ist.

Wir sind einer der ersten 12 Fälle, d.h. wir gehörten zum engsten Kreis der betroffenen 2 Personen mit offener TBC. Ich möchte mir gar nicht ausmalen wie es denen geht wenn sie hören wie viele sie noch angesteckt haben. Wenn Sie das hier je lesen sollten: „Wir sind Ihnen nicht böse!“ Seit wir unter den Ersten in der Uniklinik zur Untersuchung waren, kommen fast täglich neue Fälle hinzu. Stand heute sind es leider 54 Ansteckungen mit einer neuen offenen TBC. Die Auswertung von über 300 Blutproben steht noch aus.
Der Sohn hatte Ende der Woche Blutabnahme und ich bin obernervös wenn hier das Telefon klingelt.

Seit dem melden sich besorgte Nachbarn und Freunde die Fragen wie schlimm es ist und ob sie sich angesteckt haben könnten. Viele Menschen um mich herum und in den Sozialen Medien geben abwechselnd der Schule, dem Gesundheitsamt und natürlich den Flüchtlingen die Schuld. Ich bin überzeugt das Gesundheitsamt hat alles in den vorgeschriebenen Reihenfolgen gemacht. Die Schule hat in dieser Ausnahmesituation eine absolute Höchstleistung vollbracht und meiner Meinung nach total richtig reagiert. Und NEIN, es war kein Flüchtling der das mitgebracht hatte! *augenroll*

Warum ich das alles schreibe?

Weil ich unendlich dankbar bin, in dem Teil der Welt Mutter zu sein, in dem wir hier leben. In dem es Medikamente gibt, welche verhindern, dass sich diese im schlimmsten Fall wirklich tödliche Krankheit weiter verbreiten wird. In dem die Krankenkasse das Medikament zahlt, das meinem Kind das Leben rettet.
Das ist in anderen Teilen der Welt leider ganz und gar nicht so.

Wir haben in den letzten zwei Wochen sehr oft darüber gesprochen WIE gut wir es haben und HIER geboren worden zu sein.

Daher habe ich mich in diesem Jahr entschlossen zu Weihnachten an den anderen Teil der Erde zu denken und unseren lieben Eltern, Schwiegereltern, Freunden und großen Patenkindern statt Geschenken eine Oxfam-Spende zu senden. Und das passend zu den Themen Bildung, Wasser und Medikamente.

Diese Spenden sind verknüpft mit ausdruckbaren PDF´s, einer Geschenkkarte mit Magnet oder Geschenk-Mails, die man auf der Website schnell und einfach bestellen und direkt zum Wunschdatum verschicken lassen kann.

Es wird so viel Geld für unnützes Zeug ausgegeben. Wir leben in einer Welt des Überflusses. Wir ersticken in „Stehrümchen“. Wir sehen uns aber trotzdem immer wieder gezwungen die Dankbarkeit in Geschenken auszudrücken. Gestern aber dachte ich mir, bevor ich nun in der letzten Woche losrase (weil ich bisher einfach keinen Kopf und keine Zeit hatte) um zwanghaft Etwas zu besorgen, um Irgendetwas zum Verschenken zu haben, kam mir die Idee mit einer Spende für den „guten Zweck“.

Vielleicht ist das, für den ein oder anderen hier, ja auch eine kurzfristige Geschenkidee zu Weihnachten. 🙂

In diesem Sinne: Ich wünsche Dir Gesundheit, alles andere ist Nebensächlich!

P.S.: Dies ist KEIN sponsored post. Ich bin ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Oxfam und bin total überzeugt von der Art der Spende und möchte das hiermit weitergeben.

Die 5 Freitagslieblinge! Von Kino bis Bananen #freitags5 #25/16

Endlich FREITAG!!!

Endlich FERIEN!!!

Endlich wieder die 5 Freitags-Lieblinge:

Lieblingsessen der Woche

20160621_183911Diese Woche gab es endlich ein Deutschland-EM-Spiel um 18:00 Uhr. Das hieß a) die Kinder konnten trotz Schule am nächsten Morgen mitgucken und b) es gab Abendbrot vor dem Fernseher! Wir haben einfach jede Menge zurecht geschnibbelt und es uns alle 5 auf dem Sofa gemütlich gemacht. Obwohl ich ja kein Fußballfan bin, genieße ich diese Familienmomente doch um so mehr! Denn den Rest der Woche ist der Göttergatte wieder auf Geschäftsreise.

Lieblingsbuch der Woche

20160624_165204Das Lieblingsbuch dieser Woche ist nicht meines, sondern das vom Sonnenschein. Sie ist diese Woche völlig verliebt in ein Pixie-Buch. Beim abendlichen vorlesen bekommen wir ausschließlich dieses Buch vorgehalten. Aschenputtel! Wenn ich sie morgens wecke geht der erste Blick suchend durch das Zimmer. Zum Frühstück kommt schon der Wunsch es vorgelesen zu bekommen. Nach ein paar Tagen und ca. 128 Vorlesungen, kann sie es nun fast auswendig, liest es mir in jeder freien Minute vor und selbst draußen die Amselkinder im Nest in der Hecke kamen bereits in das Vergnügen.

Lieblingsmoment mit den Kindern

20160623_145154

Ich liebe Musik. Vieles in meinem Leben ist ganz intensiv mit Musik verbunden. Erinnerungen, Erlebnisse, Stimmungen, Gefühle. Viele Gefühle entwickeln sich wenn ich Musik höre. Mal Gute mal Schlechte. Ich hatte immer sehr gehofft, den Kindern davon etwas abgegeben zu haben und es sieht auch tatsächlich danach aus. Das Pubertier spielt Klavier und tanzt für Ihr Leben gerne, das Spanienkind ist für den Dresdner Kreuzchor rekrutiert worden und spielt Gitarre. Singen tun wir alle gut und gerne! Das Pubertier benötigt nun einen neuen Klavierlehrer und zur Probestunde habe ich den Sonnenschein dann auch gleich mit angemeldet. Diese Stunde war so wundervoll und die Mädels sind voll aufgeblüht mit der Musik. Die Lehrerin hat so toll interagiert mit meinen Mäusen am Klavier. Sie hat auf einem zweiten Klavier mitgespielt, da war so viel Intuition, da war so viel Improvisation, der Raum war so ausgefüllt mit so viel Musik, mit so viel Kraft, mit Licht, mit … mir kamen plötzlich die Tränen.

Lieblings-Mama-Moment für mich
20160621_232236
Nach dem EM-Spiel war ich mit 2 Freundinnen im Kino. „Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln“. Ein grandioser, wundervoller und zauberhafter Film! Aber noch viel schöner war es im Anschluss noch ein wenig bei einem Gläschen zusammenzusitzen und zu ratschen, quatschen, labern, reden, lachen, überlegen, einfach mal Frau sein, und nicht Mama, die beim nachmittäglichen Versuch mit den Nachbarinnen zu ratschen pro Minute dreimal unterbrochen wird. Frauenabend bei lauem Sommerwetter auf einer Terrasse in der Innenstadt! HERRLICH!

Lieblingsbesonderheit/Inspiration der Woche

20160621_140325Wie schon ab und an berichtet arbeite ich ehrenamtlich bei Oxfam. Wir sind eine von den vielen Hilfsorganisationen in der 3. Welt. Wir nehmen in den Shops in ganz Deutschland Spenden an, bereiten diese auf, bewerten sie mit einem fairem Preis und verkaufen sie im Shop für den „guten Zweck“. Zusätzlich hat Oxfam jährlich eine Kampagne, die sich in diesem Jahr um Fairen Handel von Lebensmitteln (im Speziellen bei Lidl, da die fälschlicherweise im letzten Jahr einen Preis dafür bekommen haben) dreht. In dieser Woche haben wir vor unserem Shop in Dresden mit Hilfe aus der Zentrale in Berlin intensiv Unterschriften gesammelt. Und wieder haben wir die Welt ein Stückchen besser gemacht. Es gibt mir so viel, das Helfen.

Ich hoffe Dir gefallen meine 5 Fotos aus dieser Woche. Guck gerne auch mal bei Anna und den anderen Bloggern rein.

In diesem Sinne: Bis nächsten Freitag!

Der Höhepunkt … war die Höhe!

Wer regelmäßig liest weiß, dass ich Freitags ehrenamtlich für Oxfam arbeite. Wir sammeln Spenden aller Art, bereiten diese auf und verkaufen in unserem Shop die Sachen für den guten Zweck! Unser Team besteht aus über 60 Ehrenamtlichen und als Dankeschön für jedes erfolgreiche Jahr gibt es ein Jahresessen als Höhepunkt.

Du hast bei der Überschrift an was anderes gedacht? Du kleines Ferkel! *schmunzel*
Das ist doch hier ein Anständiger Blog! *frechgrins*

Das Essen sollte um 17:00 Uhr beginnen. Um die Zeit ist aber das Pubertier beim Tanzen, das Spanienkind beim klettern und der Sonnenschein nach der Ballettstunde bei mir. Der Göttergatte kann allerfrühestens ab 18:00 Uhr übernehmen und es läge auch in genau der falschen Himmelsrichtung. Plan B war aber schnell gefunden. Der GG holt das Spanienkind ab, der Sonnenschein bleibt beim Pubertier im Tanzstudio, guckt zu und anschließend fahren die Zwei mit dem Bus heim!

Ich war aus verschiedenen Gründen zum allerersten Mal dabei. So machte ich mich also noch vor dem Kindergarten-Schule-Abhol-zum-Ballett-und-Klettern-Taxi-Dienst ausgehfein und da ich nicht so oberaufgedonnert gehen wollte, zog ich einfach die Jeans unter das Kleid und ließ die Boot-Sneakers an. Die hohen schwarzen Schuhe landeten also vorerst mit Tanz-Tütü & Kletter-Klamotten im Kofferraum.

Auf der Fahrt dann viele Gedanken ob ich vielleicht doch zu sehr aufgedonnert bin wenn ich nachher dann in die Strumpfhose schlüpfe, oder ob ich lieber doch die Jeans einfach anlasse. Laut der Anschrift und Tante Google ist das Saloppe, wo wir feiern wollen, direkt dort, wo auch die 3 bekannten Elbschlösser Dresdens sind. Also vermutlich eher was edles. Ich beschließe erstmal gucken zu gehen und mich dann eventuell auf dem stillen Örtchen umzuziehen.

Das Navi führt mich an den Schlössern vorbei auf eine vom Regen matschig aufgeweichte Nebenstraße und sagt nach 200 Metern: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“
Ich sitze staunend im Auto, stehe auf einer einsamen Schotterstraße mit Schlaglöchern im Wald, umgeben von nassen Bäumen und sehe außer glänzendem Matsch und Grün nur eine Treppe über der ein Schild mit dem Namen des Treffpunktes hängt. Ich verwerfe den Gedanken an die Schuhe im Kofferraum und bin froh, das die Fleecejacke noch auf der Rückbank liegt. Nach dem Regenschauer hat es nämlich mächtig abgekühlt und ich dachte ja das ich im Kleid nur schnell reinhusche.
Als ich die letzte Stufe der Treppe hinter mir gelassen habe wird mir ganz schnell klar, das ist hier nur ein Biergarten!!! *schluck* Nix edel, nix drinnen, nix muckelig warm.

Hatte ich schon erwähnt das es geregnet hatte, das es nur 12°C Aussentemperatur waren, das meine Haare in meiner Fresi noch nicht ganz trocken sind? Kurz gesagt, ich fror schon jetzt.

20150910_175232.MosaikDa ich mich natürlich nicht outen wollte, dass ich die Saloppe nicht kenne und keine Ahnung hatte was auf mich zukommt, grüße ich lächelnd in die Runde und setzte mich zu den Anderen. Wegen Stau in der Innenstadt war ich ein wenig spät.
Schnell merkte ich aber die schlechte Stimmung. Es war wohl vom Restaurant *räusper* also vom Biergartenbetreiber um 17:00 Uhr nichts wie abgesprochen vorbereitet gewesen, Getränke muss man sich am anderen Ende des echt großen Wald-Biergartens selber holen und zu meiner Erleichtertung merkte ich nun es waren sehr viele überrascht das die Feier draußen stattfinden würde.

20150910_175226Die schimpfenden Stimmen wurden immer lauter, die Laune sank und es wurde an allen Tischen rumgemoppert.
In mir machte sich eher die Erleichterung breit, dass ich nicht die einzig Unwissende zu sein schien und dass ich mir gar keine Ausrede für schnelles wieder verabschieden ausdenken muss. *innerlichschmunzel*

20150910_175135Wir haben dann schnell ein paar Würstchen und Salat gegessen, einem Festessen absolut nicht würdig! Und das Dessert, was das einzig leckere vom ganzen sehr übersichtlichen Buffet war und dann habe ich mich verabschiedet und von weiteren Flüchtenden überzeugen lassen, noch mit in den Schillergarten zu kommen.
Schließlich hatte ich mir den freien Abend zuhause nicht mühsam freigeschaufelt um dann um 19:00 Uhr wieder in der Tür zu stehen! *zwinker*

20150910_184656Und was soll ich sagen, dort in der vermutlich bekanntesten Dresdner Gastronomie bei einem warmen Kakao habe ich zwei tolle Frauen (die Dritte anwesende kannte ich schon) aus der Montags-Schicht kennengelernt und wir hatten einen wirklich SEHR lustigen Abend!

20150910_184710

 

In diesem Sinne:
Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt!