Positiver Allergietest Hausstaub und wie es weitergeht

Nach dem Pricktest, der wie hier berichtet ja nun eindeutig positiv war für Beide Hausstaubmilbenarten, haben wir uns für eine Hyposensibilisierung entschieden. Das Spanienkind soll also nun dreimal jede Woche und später einmal im Monat die Allergene in immer höheren Dosen in den Arm gespritzt bekommen um den Körper langsam damit vertraut zu machen, was er ansonsten vehement bekämpft.

Die Homöopathie und die tolle Bettwäsche hatte zwar Linderung erreicht, aber er leidet sehr darunter nicht 128 Kuscheltiere mit in sein Bett mitnehmen zu dürfen, liebt seinen Autoteppich über alles und schlafen bei den Schwestern war auch nicht mehr ohne Asthmaspray drin. Also versuchen wir nun das.

Vorher mussten wir aber zum Provokationstest in die Uniklinik. Falls es zu einem allergischen Schock kommt hat man dort alle Fachärzte, Medikamente und Gerätschaften direkt zur Verfügung. So will man sichergehen, das der Test wirklich richtig anzeigt. Wir provozieren also eine Atemwegsreaktion.

Erstmal wurde der Druck geprüft, den die Nase im Normalzustand erzeugt. Dazu bekam er in das eine Nasenloch einen Stöpsel, welcher es verschließt. Darüber kommt dann eine Maske über Mund und Nase. 20160526_150518Dann sollte er mit geschlossenem Mund durch das andere nicht verschlossene Nasenloch atmen und der an die Maske angeschlossene PC misst dann den erzeugten Druck.

Dann wird Kochsalz-Lösung in jedes Nasenloch eingesprüht und 10 Minuten gewartet. So bekommt man heraus, ob der Körper auf Kochsalz reagiert, denn darin ist das Allergen gelöst, und man möchte natürlich erstmal sicher sein, das es keine Reaktion auf diese Lösung ist.

20160526_154142Anschließend erneuter Drucktest. Die Daten werden alle im Computer erfasst. Außerdem notiert sich die Schwester, die das ganze Spiel mit uns spielt, ob bei Sicht in die Nase eine Rötung, Schwellung, Sekret-Bildung oder Ähnliches aufgetreten ist.

Bei der Kochsalzlösung geschah noch nicht viel. Das ist wie auch beim Pricktest gut, denn sonst ist der Test nicht auswertbar.

Dann kommt ein Spray mit etwas Allergen in beide Nasenlöcher. Das Spanienkind muss 3x direkt niesen. 20160526_15094720160526_150952
Nun müssen wir wieder 15 Minuten warten und gehen in den Wartebereich zum Spielen. Ein Nasenloch schwillt etwas an, doch ansonsten gibt es noch keine weitere Reaktion.

Erneut Drucktest mit Maske. Da es nur 30% Verschlechterung zur ersten Messung sind gibt es nochmal Spray. Diesmal mit etwas mehr Allergen, es sollte sich nämlich mindestens 40% verschlechtern. 20160526_153232Es kribbelt direkt, und er niest im Warteraum immer und immer wieder. Das Fußballmatch am Kickertisch habe ich natürlich nur DESHALB gewonnen! Insgesamt niest er 8 mal und es kribbelt immer weiter.

Nach erneuten 15 Minuten ist der Drucktest mit der Maske gar nicht mehr möglich denn die Nasenlöcher sitzen total zu. Sie sieht in die Nase und notiert sich die Rötung.

An dieser Stelle brechen wir den Test ab, denn das Ergebnis ist eindeutig. Er ist absolut allergisch gegen Hausstaubmilben.

Nun können wir also mit der Hypersensibilisierung beginnen.

In diesem Sinne: Fortsetzung folgt!

Der Allergietest! Von Blutabnahmen, Haut-Pieksern und Krankenkassen! The Neverending Story!

Mit drei Kindern ist frau als Mutter ja Krankheitsthematisch so EINIGES gewöhnt. Die Chance das hier Jemand krank wird ist bei 5 Familienmitgliedern einfach sehr hoch! 🙂 In der Kinderklinik grinsen die inzwischen schon wenn sie mich sehen. Zusätzlich nehmen zwei meiner Kinder als Diabetiker-Abkömmlinge an einer Diabetis-Studie teil. Wegen regelmäßiger Blutabnahmen kommen mir die ganzen Arzt-Nachbarinnen und -Verwandten da oft sehr gelegen. 🙂

Aber immer wenn ich denke wir kennen uns nach Hufeisennieren, Doppelmilz, Pseudo-Krupp, Schönlein-Hennoch und sonstigen wohlklingenden Ausschlägen, Röchelattacken und schnellwachsenden Wucherungen an Kinderkörperteilen nun aus, fällt dem Universum was NEUES ein! … Es könnte ja sonst langweilig werden! … Überleg ma! *augenroll*

O.k. das mit den Hausstaubmilben beim Spanienkind ist nicht wirklich neu, aber nachdem wir nun seit ca. 2 Jahren die Sache mit der entsprechenden Bettwäsche (die wir in jedes Hotel mitschlörn´) und Homöopathischen Mitteln recht gut im Griff haben, hatte er bei dem ersten schönen Wetter in diesem Jahr einen völlig unerwarteten Asthma-Anfall. Mein mütterlich sorgenvoller erster Gedanke: „Och nö, nicht auch noch Heuschnupfen!“

Genetisch gesehen wissen wir wo es herkommt. Seine Onkels haben nämlich sowohl auf meiner Seite als auch auf der des Göttergatten ebenfalls Allergien & Asthma. Und auch die Cousins sind größtenteils gegen irgendwas allergisch. Das schwache Geschlecht halt! *zwinker* Was mir in dem Zusammenhang aber z.B. auch aufgefallen ist, es sind immer die mittleren Sandwichkinder, sowohl mein Bruder als auch mein Schwager. Und auch der Cousin! … aber das nur am Rande! *lach*

Die Hausstaubmilben-Allergie hatte unsere Homöopathin festgestellt, da wir wie HIER beschrieben seinerzeit leider keinen einzigen Kinderarzttermin in ganz Dresden und Umgebung bekamen.
Nun haben wir aber eine neue Ärztin in „unserer“ Kinderarztpraxis, die nun endlich einen Allergietest machen konnte. Es sollte ein Prick-Test werden, da ich aber um Überprüfung von weiteren Allergenen bat, die ich gerne gewusst hätte, gab es eine Blutabnahme. So wurde getestet auf: Hausstaub (um ganz sicher zu sein), Pollen (weil ich ja Heuschnupfen vermutete), Tierhaare (weil wir sehr gerne einen Hund anschaffen würden, ich aber auch da Reaktionen bereits in Verdacht hatte), Schalentiere (weil die Veranlagung in der Familie vorhanden ist) und sonstige Lebensmittel (weil auch da bereits viel familiär vorhanden ist).

Soweit der Plan! Nun ist es aber so, dass die Krankenkasse pro Quartal nur 5 „Punkte“ zum testen finanziert. Und da ich nicht nur Heuschnupfen zum testen haben wollte, sondern mehrere, hat dieser Bluttest für uns nur ergeben, dass er auf Auslöser reagiert, die man einatmet. Somit wussten wir dann zwar nun, dass es keine Lebensmittel sein können, aber so richtig genau war das Ergebnis dieses Tests dann so nun leider auch nicht wirklich. Ob das nun an Dusseligkeit oder Unwissenheit der Ärztin oder Praxishilfen lag, weiß ich nicht, ist mir auch egal. Fazit aber war nun: Entweder wir warten bis zum nächsten Quartal (=knapp 3 Monate, denn es war Anfang April) oder wir machen den Prick-Test, den finanziert die Krankenkasse nämlich auch noch. Gesagt getan. Und das ist es was ich Euch eigentlich erzählen wollte, denn das finde ich immer wieder voll spannend und habe Dir mal ein paar Fotos gemacht!

Ersteinmal wurde der Arm gereinigt und mit Zahlen und zwei Buchstaben beschriftet.

20160502_151325

Dann wurden neben den Zahlen und Buchstaben jeweils ein Tropfen des Allergens, also des Allergieauslösers (aufgelöst in Kochsalzlösung) getropft.

20160502_151505

Anschließend wurde mit einem Piekser in der Mitte des Tropfen ein Loch in die Haut gepiekst, so das der eventuelle Auslöser direkten Kontakt mit dem Körper bekommt. Direkt danach wurden die Tropfen mit einem Tuch wieder aufgesaugt und wir durften für 15 Minuten zurück ins Wartezimmer. Dort beobachteten wir dann gespannt wie die Haut reagiert. Es bildeten sich nämlich an den Pieksstellen kleine und große Quaddeln, also dicke Stellen wie bei Insektenstichen.

20160502_152309Das „K“ steht für Kochsalzlösung, wenn der Körper auf diese Flüssigkeit reagiert, dann ist der gesamte Test hinfällig, weil der Körper dann eine Reaktion an allen Stellen zeigt. Denn dann ist der Auslöser nicht das Allergen, sondern die Kochsalzlösung in dem es gelöst ist.

20160502_152506

Das „H“ steht für Histamin, der Stoff im Körper der (unter vielen Anderem) für die Schwellung als Hautreaktion verantwortlich ist. (Extrem spannender Stoff für mich als Histamin-Intolerante *zwinker*)

20160502_152317

Pro Zahl gibt es dann einen anderen Auslöser (die vermutlich bei Jedem Hersteller dieser Tests anders sind und daher von mir hier nicht detailliert zugeordnet werden) und man kann anhand der Größe der Quaddel dann ablesen ob es sich um eine „echte“ Allergie handelt oder um eine „geringe“ Reaktion. Eine echte Allergie ist es erst ab einer gewissen Größe der Quaddel und dem Verhältnis, zur Größe der H-Quaddel. Wenn also die Quaddel an der 7 die Größe der H-Quaddel erreicht, dann IST es eine Allergie! Gelten tut die Größe, welche nach 15 Minuten vorhanden ist. Denn nach dem pieksen werden erst einmal alle Stellen dicker durch das pieken und nur bei allergischen Reaktionen wird es noch dicker und fängt meistens dann auch an zu jucken und eine Hautrötung tritt ein.

Wir wissen nun das der Sohn auf Beide Hausstaubmilben-Sorten extrem reagiert (was ja keine wirklich neue Erkenntnis ist), er reagiert ein klitzekleines bisschen auf Birke (was auch nicht verwunderlich ist, denn das mache ich auch) auf eine Schimmelpilzart (denen man sich aber allgemein ja nicht wirklich aussetzten sollte) und Katze (was auch nicht weiter schlimm ist, denn ich mag keine Katzen und wir kennen auch nicht viele die eine haben). Was aber bedeutet: Wir dürfen wahrscheinlich doch einen Hund haben! *freu* Das ist nämlich quasi fest geplant gewesen für nach dem nächsten Umzug, aber nach einem Asthma-Anfall nach Kontakt mit dem Hund meines Bruders erstmal gestrichen war!

Nun steht als nächstes eine Desensibilisierung (oder Hyposensibilisierung, oder Spezifische Immuntherapie – ist übrigens alles das Gleiche!) an. Ich werde weiter berichten!

In diesem Sinne: Ein Allergietest ist VOLL spannend! Hast Du auch eine Allergie?