Der erste Patchwork-Familien-Urlaub … oder … das Bonuskind?

Wie ich mich im Urlaub auf Instagram schon geoutet hatte, bin ich nicht nur Mutter, sondern auch Stiefmutter!
Meine Kinder haben einen Halbbruder. Einen großen Halbbruder!

Genau eine Woche nach dem kennenlernen des Göttergatten erfuhr ich, das eine andere Frau von Ihm schwanger ist. Ich war enttäuscht und offen und ehrlich wie ich bin, sagte ich (wie immer) gleich was ich dachte: „Schade, ich wäre gerne die Erste gewesen die Dir ein Kind schenkt.“ Ja, das wollte ich schon nach einer Woche! *schmunzel*

Nichts des do trotz, habe ich mich auf die Beziehung mit dem werdenden Vater eingelassen. Die Trennung des Paares war bereits vollzogen bevor die Schwangerschaft festgestellt wurde und es gab keinerlei Ansprüche der Mutter an den Vater. (Bitte jetzt keine Diskussion bezüglich Verpflichtung & Co., darum geht es hier und heute bitte nicht. Es geht alles seinen Gang, aber Informationen dazu sind mir einfach zu privat. Ich bitte um Verständnis.)

Das Baby / Kind

Anfangs war der Lütte nach dem Abstillen einige wenige Wochenenden bei uns. Seine Mutter und ich verstanden uns von Anfang an sehr gut und das machte die Sache wesentlich einfacher. Uns Beiden bewusst, dass das nicht „normal“ ist, und wir sind Beide immer wieder dankbar dafür!

Dann sind wir für den Job des GG nach Süddeutschland gezogen, bekamen seine erste kleine Schwester und wir sahen uns leider nur noch einmal im Jahr. Dann zogen wir nach Spanien, bekamen seinen kleinen Bruder und sahen uns in der gesamten Zeit nur einmal während eines Besuchs in Deutschland ganz kurz.

Zurück in Deutschland, wohnten wir endlich wieder in NRW. Wir Mütter besuchten uns mit Kindern dann wieder häufiger gegenseitig und der GG verbrachte zu den Geburtstagen auch mal ganz alleine mit Ihm Zeit. Mehr aber wollte der inzwischen große Junge eigentlich auch gar nicht. Was ich voll und ganz verstehen konnte, da er schließlich streng genommen von seinem Vater allein gelassen worden war. Wir waren bei seiner Einschulung, wir hatten regelmäßig Kontakt und zogen dann aber nach Dresden. Nun sahen wir uns gar nicht mehr.

Der Teenager

Im letzten Jahr hatte der Bonussohn (ich bin noch auf der Suche nach dem passenden Titel, denn Stiefsohn klingt falsch in meinen Ohren) dann endlich Lust uns mal alleine besuchen zu kommen und verbrachte ein paar Tage seiner Sommerferien bei uns in Sachsens Hauptstadt.

Er ist genau 2 Jahre und 2 Tage älter als unsere Älteste. Und da wir uns nur wenig kennen, war ich schon damals sehr gespannt wie die Tage werden.

Man kann ihn nicht gerade als gesprächig beschreiben und ich bin vermutlich als Stiefmutter eh die Allerletzte, der er sich mitteilen möchte. Aber mit seinen drei Geschwistern hat er sich gut verstanden und mit seinem Vater war er dann noch alleine im militärhistorischen Museum. Auf die Frage wie es war, bekam seine Mutter nach der Reise die Antwort: „GUT!“ Kein Mann der vielen Worte! Ganz der Vater! *schmunzel* Damit war dann seinerseits alles gesagt. Mehr Informationen bekam ich über seinen Mum also auch nicht. 🙂

In diesem Frühjahr dann seine Konfirmation. Und als ich mich bei seiner Mutter erkundige über was er sich WIRKLICH freuen würde, erhalte ich die Auskunft, das er einem Freund anvertraut hat, dass er gerne mehr Zeit mit seinem Vater und Geschwistern verbringen möchte. DAS lassen wir uns nicht zweimal sagen und laden Ihr kurzerhand ein mit uns in die Sommerferien zu fahren.

2016-07-24 13.07.26Die Sommerferien

Die verbrachten wir dieses Jahr als Testurlauber im neuen Ferienhaus von Verwandten in Norddeutschland. Wir reisten am Wochende zwischen Nord- und Ostsee und richten uns ein paar Tage lang ein. Seine Mutter brachte Ihn auf dem Weg in Ihre Ferien bei uns vorbei und er hatte ein Zelt mitgebracht. Das hatte er von seinem Onkel zur Konfirmation bekommen uns sollte nun endlich getestet werden. Wir hatten zum Testen auch eines dabei, darüber berichte ich aber dann die nächsten Tage mal.

201607310645Wir machten viele gemeinsame Ausflüge, waren aber auch viel im und um das Haus herum. Einfach tolle entspannte Ferien mit viel lesen, nichts tun, Kinder auf dem Bauernhof nebenan. Meine zumindest. Der Bonussohn zog sich sehr sehr viel in sein Zelt zurück. Und gleich spielte mein Kopf verrückt. Ich wollte ja, dass es für alle Beteiligten perfekt wird. Es war mir vor allem wichtig, dass es für Ihn ein schöner Urlaub würde. Aber genau das ist schwer, denn wie bereitet man einem Kind schöne Tage, wenn man es so gar nicht kennt. Ich fragte also immer wieder nach ob er was braucht, ob alles o.k. ist, ob er Lust hätte mit uns dies und jenes zu machen, ob er sich was wünschen würde. Glucke halt. Ich kümmerte mich!*hiereinfügenwieichhühnchengleichgackernddurchdiegegendspaziere*
20160726_194702Bis ich das Gefühl hatte Ihm total auf die Nerven zu gehen. *lach* Irgendwann gab ich auf und lies Ihm einfach seine Ruhe und lehnte mich mit den Gedanken zurück, dass ich es mit einem Teenager zu tun habe, die wollen doch eh die meiste Zeit nur chillen, abhängen und am Handy daddeln. Außerdem hatte seine Mutter gesagt, das chillen zur Zeit eh seine Lieblingsbeschäftigung ist. Also entspannte ich mich, ich hatte ja schließlich auch Urlaub. Also, diesen Mutterurlaub, den man in Ferienwohnungen so hat. Verlegung des Arbeitsplatzes halt! Und ein paar Lesepausen!

Die Geschwister

Doch das mit der Entspannung hält natürlich nicht lange an, denn meine drei mitgebrachten Kinder sehen natürlich nicht ein, dass DER die ganz Zeit entspannt rumdaddeln darf, während Sie nur Wikingerschach spielen, Bücher lesen, Rasenmähertrecker fahren, Phase 10 zocken, Musik hören müssen dürfen. Ich war sooooo froh, dass es in den Ferienhaus noch keinen Fernseher gab und achte halt auch im Urlaub darauf, dass sie nur die kurzen „heimischen Medienzeiten“ auf Ihren Tabletts herumdaddeln.
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Mit den üblichen Mama-Begründungen hielt ich mich einige Tage über Wasser:

  • „Es ist mir egal was andere Mütter Ihren Kindern erlauben, WIR machen das anders!“ -> ich hatte vorab Rücksprache mit der Mutter, wie die das mit dem Handykonsum handhaben!
  • „Das Wetter ist viel zu schön, und ICH möchte jetzt mit Euch…“ -> damit haben wir Ihn dann oft aus dem Zelt gelockt!
  • „Er ist ja auch schon älter als Ihr!“ -> welche mir spätestens in 2 Jahren dann um die Ohren fliegt, wenn eines meiner Kinder so alt ist 🙂

So durfte er, zumindest aus der Sicht meiner Kinder, einfach so ALLES und sie nicht! Und zogen unter allgemeinem gebrummel ab. Ja *augenroll* ich habe dann natürlich auch die Medienzeiten an Schlechtwettertagen oder wenn auch mir nix mehr einfiel etwas gelockert, aber ich steckte echt in einer Zwickmühle. Ich wollte meinen nicht einfach so alles erlauben und dem Bonussohn wollte ich auch nicht den Urlaub vermiesen (es war schließlich der Erste und hoffentlich nicht der Letzte!). Und vor allem Ihn nicht ständig bevormunden, was mir doch gar nicht zusteht.

Natürlich musste er sich auch in unser Familienleben einfügen. Die ersten Tage haben wir noch viel beim Aufbau der Küche im Ferienhaus geholfen. Da musste er dann auch mal Hand anlegen. Und die Ausflüge die wir gemacht haben, hatte er auch keine Wahl. Ich hatte aber auch nicht das Gefühl das er mal was nicht wollte. Es gab auch Situationen wo ich Ihn gestoppt habe weil er so gar keine Erfahrung mit kleineren Kindern hatte. Aber auf gar keinen Fall wollte ich die doofe Stiefmutter geben.

20160728_175453Die Erziehungsmaßnahme

Bis auf eine Sache, da musste ich dann doch mal die Erziehungskeule schwingen. Nach 2 Tagen fiel mir zum allerersten Mal auf, das er seit der Ankunft noch immer das gleiche T-Shirt trug. Da er im Zelt auch sein gesamtes Gepäck verstaut hatte, mein Schlechtes Gewissen stieg bei diesem Anblick übrigens jedes Mal ins Unermessliche, schließlich hatten wir Ihn eingeladen bei uns zu wohnen, und nun schlief er DRAUSSEN! Wobei sich mir das Abenteuer zelten auch noch nie erschlossen hat! *frechgrins* Aber zurück zum Thema, wo war ich? Ach ja, das Gepäck im Zelt … also zog er sich dort auch Abends aus und morgens wieder an. Als er am 3. Tag allerdings noch immer das gleiche T-Shirt (inzwischen mehr als sehr ausgeleiert) trug, war mir eigentlich klar, der zieht sich gar nicht um! Ich hielt mich aber zurück.

Am 4. Tag mit gleichem T-Shirt bat ich den Vater, also meinen Göttergatten, doch vielleicht mal was zu sagen. Dem war das gleiche aufgefallen und er hatte bereits gesprochen. Der Grund: Ein Sonnenbrand! Ein unfassbar schmerzhafter Sonnenbrand. Am 1. Tag waren wir ohne Sonnencreme am Strand und er hatte sich einen Supersonnenbrand zugezogen, der unter jedem seiner sonst engeren T-Shirts höllisch weh tat. Nur dieses bequeme weite T-Shirt von der Anreise, das war zu ertragen.

Ich bot Ihm am 5. Tag unsere Sonnenbrandsalbe an, meine Globulis, Schmerzmittel, ein T-Shirt seines Vaters, aber er lehnte alles jeweils dankend ab. Als er aber am 6. Tag noch immer so rumlief, zwang ich Ihn Abends sich im Wohnzimmer auf den Bauch zu legen und klatschte Ihm eine Packung Quark auf Rücken und Nacken, die immer noch feuerrot waren. Ich denke er war recht dankbar, was er natürlich auf keinen Fall zugeben würde, aber da ist er GANZ der Papaah! *zwinker*

In diesem Sinne: Fortsetzung folgt! Hast du auch Patchwork-Erfahrung?

… und der jährliche Weihnachtsbaum im Innenhof.

Wir wohnen in einem ehemaligen Schloss in Dresden. Klingt schon mal gut, oder? 😉

Wir, das sind über 30 Wohneinheiten mit Familien, Singles, Paaren, Rentnern, Alleinerziehenden & derzeit 25 Kinder, weitere werden erwartet. Klingt auch gut! Oder?
Wir, also meine Familie & ich (Ehepaar mit 3 Kindern), wohnen im ehemaligen Pferdestall im „Südflügel“ und fühlen uns sauwohl. 🙂

Wir sind so gut wie alle 2010 eingezogen und machen ab und an auch gemeinsame Feste. Es gab schon diverse Neujahrsumtrunke, Walpurgisnächte, Public-Viewings zu E- und WM´s, Martinsgans-Essen, Silvesterpartys und gemeinsames Grillen in großen und kleineren Kreisen. Und in jedem Jahr holen wir am Samstag vor dem 1. Advent einen 8-10 Meter großen Weihnachtsbaum (von Freunden, Nachbarn, Arbeitgebern, die den aus Ihren Gärten weg haben wollen und uns noch für die Adventszeit zur Verfügung stellen) und stellen Ihn gemeinsam auf. Im ersten Jahr buddelten wir, nach Rücksprache mit der Hausverwaltung und allen Bewohnern des Geländes, ein Loch im Innenhof und betonierten ein Stahlrohr als Ständer ein. Wie in jeder guten Nachbarschaft hatten wir natürlich auch Gegner (es gab sogar eine extra eine Eigentümer-Versammlung der Senioren! *staun*) Wir kauften Lichterketten, Zeitschaltuhr, Verlängerungskabel und Überfahrschutz. Wir fragten herum welcher Nachbar was machen könnte und es meldeten sich der Feuerwehrmann mit einem Baumfällerschein, eine Nachbarin mit Freundin inkl. Garten und einem perfekten Baum, die Eventagentur die die Lichterkette fast alleine gesponsert hat, die Nachbarn mit der längsten Leiter zum schmücken und viele viele starke Männer zum tragen und aufrichten. Der Mann mit der Motorsäge ist inzwischen leider weggezogen und ich konnte meinen Maschinen-Fetischisten von Ehemann überzeugen eine zu kaufen. Ein Jahr später haben wir uns allerdings von der Mega-Familien-Kutsche mit Anhängerkupplung getrennt, aber es gibt einen anderen Wagen mit Anhängerkupplung.

10409592_1565189027043998_6874504230583792351_n[1]Wir mieten nun also jährlich einen Anhänger, fahren zum jeweiligen Baum und legen Ihn um, die Männer natürlich, also … die Männer den Baum, also hin *räusper* … also die 8-10 Männer legen den 8-bis-10-Meter-Baum hin. Sie ziehen Ihn von Hand auf den Hänger und schleppen Ihn hierher, ins Schloss, in den gemeinsamen Innenhof!

201411291715 Wo natürlich Frauen und Kinder sehnsüchtig auf Ihn warten. Also … ich … ich warte immer sehnsüchtig und wenn er dann kommt, dann kommen auch die Frauen und Kinder alle zum gucken raus! 😀

In diesem Jahr war ER allerdings sehr schwer, sehr widerspenstig, sehr hässlich, ja … er war Grottenhässlich! Er stand direkt neben einem anderen Baum und hatte nur noch wenige Äste, diese wenigen Äste brachen beim fällen und beim immer wieder zurückfallen während des Aufstellens vermutlich ab. 201411291716 201411291717Als er nach vielen Versuchen, viel fachgesimpel diverser Helfer & Anwesender endlich mit Hilfe des Autos in seinem „Ständer“ steckte und auch stehen blieb, sahen wir das Außmaß des Grauens!

…………………………………Nämlich den Stamm!

201411301749Man konnte Ihn sehen! Da waren auf einer Seite keine Nadeln die die Sicht verhindern hätten sollten und schon mal gar keine Äste auf denen die Nadeln hätten sein sollen. Aber alle Beteiligten waren einfach zu geschafft und als ich von der Rückgabe des Hängers wiederkam, verschwunden!

Da aber mein Göttergatte schon die letzten Bäume „gerettet“ hatte, bei einem war z.B. nach einem Sturm der komplette Stamm von oben nach unten durchgerissen, machte er sich am 1. Advent gleich nach dem Frühstück mit sämtlichen bei uns vorhandenem Werkzeug am Baum zu schaffen. 201411301754Es tauchten einige Helfer auf und es wurde gesägt, beraten und gebastelt! Als ich die an dem Wochenende vorhandenen 5 Kinder alle zum anziehen und Zähne putzen überredet hatte und gucken wollte, waren sie fertig und die kahlen Äste hatten mit Kabelbindern einfach schöne Äste verpasst bekommen!
201411301753Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen! 🙂

 

Am schönsten war es aber die Schaulustigen zu beobachten. Es waren herrliche Szenen! *schmunzel*

Da gab es die Ingenieure beim fachsimpeln, den Bänker beim zuschauen, den Eventtechniker auf der Leiter ganz oben, den Raucher, den „Macher“ und den „Handwerker“ und Drumherum … die „Spielerfrauen“ die ratschend und kommentierend auf den Nachwuchs und dessen Abstand zum Baum achteten.
Das volle Klischee!!! 😉

201411301758Abends bei Einbruch der Dunkelheit, wenn die Lichterkette das aller erste mal erstrahlt, treffen wir uns dann zum gemeinsamen Glühweinumtrunk, und DEN und die von allen mitgebrachten Kekse, hatten wir uns in diesem Jahr ECHT verdient!

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In diesem Sinne,
auf weiterhin gute Nachbarschaft Ihr Lieben!

P.S.: Vermerk an die Hausverwaltung: Beim nächsten Mieterwechsel vielleicht mal auf einen Kranführer achten. Der fehlt uns hier. Ärzte für Verletzte hätten wir genug! *frechgrins*

P.P.S.: Bitte an Petrus: WIR WOLLEN SCHNEEEEEEEEE!!!