Gedanken über DRESDEN … ODER … hört doch bitte auf die negativen Nachrichten auch noch zu verbreiten! #bloggerfuerfluechtlinge #dresden #nopegida

An was denkst Du, wenn du DRESDEN hörst?

Pegida? Demonstrationen? Flüchtlingsgegner? Hass? Rechtsradikale?

ABER ….

Eigentlich ist Dresden gar nicht so!

Eigentlich ist Dresden ganz normal!

Eigentlich ist der normale Alltag hier auch weiterhin normaler Alltag!

Gestern Abend z.B. der Theaterplatz! OHNE Pegida!

Gestern Abend z.B. der Theaterplatz!
OHNE Pegida!

Aber genau das stellt sich kaum Jemand vor wenn er von Dresden hört. Es können nur wenige glauben, wenn ich erzähle, dass wir alles noch immer so machen, wie auch schon vor den Spaziergängen der Pegida. Inzwischen möchten uns aber ausländische Freunde z.B. nicht mehr besuchen und der Tourismus in dieser Stadt leidet sehr! Ich lebe genau heute seit 5 Jahren in Dresden! Ich mag diese Stadt, ich kann nicht genau erklären warum, aber ich habe mich in diese Stadt verliebt. Und es ist immerhin die 15. Stadt die ich in meinem Leben in Europa bewohne. Umso entsetzter bin ich nun, wie negativ die ganze Welt denkt, wenn sie „Dresden“ hört.

Neben Pegida hat für mich die Presse einen Großteil dieser Gedanken bewirkt.

Alle Medien nutzen die Chance, mit GROSSEN Schlagzeilen Ihre Klicks, Auflagen und Verkaufszahlen zu erhöhen. Selbst in Dresden gibt es nur eine einzige Zeitung die auch von den positiven Seiten und den vielen vielen Helfern berichtet! Ich denke wenn die Presse das einfach mal komplett ignoriert hätte, dann hätte sich das bald erledigt! In Wirklichkeit laufen hier jeden Montagabend für 2-3 Stunden ein paar … Menschen …, die zur Vielzahl übrigens gar nicht aus Dresden sind, laut rufend durch die Stadt und die restlichen 165-166 Stunden in der Woche, läuft das Leben hier ganz normal weiter, wie auch bevor die „besorgten Bürger“ spazieren gingen. Es handelt sich Montags um derzeit durchschnittlich 5.000 Mitläufer! Das sind, bei derzeit über 540.000 Einwohnern dieser Stadt, noch nicht einmal ein einziges ganzes Prozent! Viele da draußen glauben aber doch, dass hier die ganze Woche die halbe Stadt aus Demos besteht.

Aufgewachsen in Nordrhein Westfalen, hatte ich in meiner Kindheit keinen Bezug zur DDR. Inzwischen gewohnt in Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg & Spanien wurde ich erst mit unserem Umzug nach Dresden mit dem Osten „konfrontiert“. Ich hatte keine Familie in der DDR, wir haben keine West-Pakete geschickt. Alles was ich über die DDR wusste, wusste ich aus Schulbüchern. Und selbst das war nicht viel, wie ich heute lerne! Erst seit ich hier lebe höre ich die Geschichten von Stasi-Anwerbegesprächen, Fluchtversuchen und heimlichem Handel UND von den anschließenden Konsequenzen. Ich erfahre von Lehrbüchern in denen die Städte / Hauptstädte des Westens unkenntlich gemacht waren. Wobei ich meine „Ost“-Freunde beruhigen kann, ich weiß viele der Hauptstädte dieser Welt auch nicht! *schmunzel*

Frauenkirche DresdenAber je mehr ich mich mit meinen neuen Nachbarn und Freundinnen in dieser Stadt unterhalte, umso klarer wird mir warum Pegida hier so einen sehr viel größeren Zulauf und solch ein größeres Durchhaltevermögen hat als im Westen. Die Menschen hier erzählen mir, dass sie Angst haben und einfach ihre Ruhe wollen. Sie haben Angst vor dem Fremden. Angst vor erneuter gravierender Veränderung. Nach der Maueröffnung haben sie sich Vieles hart erarbeitet und das möchten Sie nun einfach genießen. Sie haben Angst, dass ihnen das, was sie sich erworben haben einfach wieder weggenommen wird. Wir aus dem Westen sind in dem Vertrauen groß geworden, dass geltendes Recht auch einfach so bleibt. Wir kennen doch gar keine Einschränkungen im Warenangebot. Wir kennen doch gar keine Tage an denen irgendetwas nicht zu kaufen war. In der DDR aber war es doch super schwer viele Dinge überhaupt zu bekommen. Alles Mögliche war zugeteilt, limitiert, oder einfach nicht zu bekommen. Anscheinend willkürlich wurde bestimmt, entzogen, vorenthalten, usw. Und mit diesem Wissen, sehe ich die Angst hier im Osten etwas anders als z.B. die Ängste, die Menschen im Westen in Bezug auf die Flüchtlingsströme haben.

Stell dir mal vor, du hast dein ganzes Leben lang auf sehr sehr Vieles verzichten müssen, wusstest aber das hinter dieser Mauer die Menschen das einfach alles haben, dürfen, können & machen. Und dann … BUMMS … ist die Mauer plötzlich weg. Und du darfst auch all das. Wenn du es anschließend geschafft hast dir in den letzten 25 Jahren einen gewissen Lebensstandard aufzubauen, hast du vermutlich als Ex-DDR-Bürger in der jetzigen Flüchtling-Krise die Angst einen Großteil einfach wieder weggenommen zu bekommen.
Dieses Grundvertrauen was ich in unsere Demokratie & Regierung hab, mit der ich aufgewachsen bin, das haben viele Menschen hier einfach nicht. Sie können nicht glauben das sich nicht auch plötzlich wieder etwas zum Negativen ändern kann.
Und nun stell dir mal vor, du hast es nach der Wende nicht geschafft. Du hast keinen Job gefunden. Du konntest dir im Osten nichts aufbauen und im Westen hat man dir auch nicht weitergeholfen. Zu DDR-Zeiten waren alle versorgt, so haben nicht alle gelernt auf eigenen Füßen zu stehen. Viele sind nun ins Bodenlose gefallen. Sie haben keine Aufgabe, sehen keinen Sinn im Leben, wenn sie überhaupt soweit denken. Und nun ist das schöne freie Leben nicht mehr hinter einer Mauer versteckt, sondern genau hier vor ihren Augen. Um mich kümmert sich keiner, mir hilft keiner, allen geht es gut, nur mir nicht. Und jetzt kommen noch DIE und die kriegen auch einfach alles?

Warum es gerade Dresden ist und nicht Magdeburg oder Leipzig, kann ich mir auch nicht genau erklären, aber ich vermute, dass es hier um die Nähe zur Landesregierung geht. In Leipzig und Magdeburg wurde es auch probiert, aber dort fand man nicht genug Aufmerksamkeit und die Sache verlief im Sande.

Was ich auch nicht verstehe ist die Tatsache warum es in der Presse so aufrecht erhalten bleibt?
Warum hört die Presse nicht auf denen eine Plattform zu bieten. Ich denke wenn die analogen und digitalen Medien es unterlassen würden über jeden negativen Pups aus Dresden zu berichten (und alle anderen es nicht auch noch teilen würden!!!) hätte Dresden die Chance wieder ein schöneres Bild in der Welt zu hinterlassen. Die Händler in der Innenstadt beklagen große Einbußen, der Tourismusverband und alle die vom Tourismus leben vermerken große Umsatzrückgänge. Zur Zeit haben nur Wenige Lust diese wunderschöne Stadt zu besuchen. Viele glauben Dresden sehe die ganze Woche so aus wie es montags im Fernsehen zu sehen.

Bunte Fahnen an der Semperoper DresdenSchon lange frage ich mich warum unser Bürgermeister die vielen Möglichkeiten für eine klare Stellungnahme nicht annimmt. Ich glaube und hoffe aber fest, dass es ein taktischer Schachzug ist. Denn keiner weiß wie Viele mit Angst und/oder Pegida-Gedankengut in der Stadt leben und dieses nur nicht ausdrücken. Wer weiß wie Viele einfach nur in ihrer Familie Anderes verbreiten, denken, fühlen, glauben, meinen, … aber eben nicht auf die Straße gehen. Angenommen die Stadt-Obersten würde sich nun bekennen, wer weiß welche Bewegung dann vielleicht ausgelöst wird. Oder Pegida wohlmöglich einen noch größeren Zulauf beschaffen würde. Ich vermute unsere Stadt- und Landes-Regierung duckt sich nicht aus Angst zu bekennen zu welcher Seite sie stehen, sondern aus Angst vor einer noch größeren Bewegung, die diese Reaktion auslösen könnte. Der Satz von Thomas de Maizière über den sich alle aufgeregt bzw. lustig gemacht haben …. „Ein Teil der Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“ … war taktisch nicht klug, aber es ist die Wahrheit. Viele Entscheidungen von „Oben“ sind doch für sehr viele unverständlich und lösen oft noch mehr Angst aus! Ich vergleiche das gerne mit einem großen Unternehmen. Wenn man erst einmal in den oberen Etagen sitzt, dann merkt man schnell wie unklug es ist alles Wissen an alle Mitarbeiter zu verbreiten. Man weiß, dass viele Entscheidungen den Mitarbeiter ganz „unten“ in Angst & Aufregung versetzen, aber auf lange Sicht meistens Sinn gemacht haben. Also berät man sich lieber intern und verkündet nur die Entscheidung. Und ich glaube diese Entscheidung macht sich die Dresdner Regierung gerade nicht einfach. Ich hoffe zumindest dass unsere Regierung und auch der anhängende Polizeiapparat nicht so Rechts ist, wie er immer wieder von den Kritikern dargestellt wird. Ich glaube einfach sie suchen nach einer gerechten Lösung Pegida dazu stoppen ohne gegen das Recht der Meinungsfreiheit zu verstoßen, ohne eine noch viel größere Bewegung auszulösen, ohne ihr Gesicht zu verlieren und der wichtigste Punkt ist vermutlich wiedergewählt zu werden.

Wir sind  mehr als 10.000 Ehrenamtliche in Dresden.
Und das sind nur die offiziel gemeldeten! Das sind doppelt so viele wie Pegida-Anhänger die auf die Straße gehen. Von uns erzählt in der Presse da draußen aber kaum Jemand. Wir sind keine Schlagzeile wert, denn das bringt keine Auflagensteigerung. Das ist nicht sensationell. Und so bekommt ihr da draußen ein immer schlechteres Bild von dieser Stadt. Aber es ist eine so tolle Stadt mit so tollen Menschen, die aber nicht auf die Straße gehen, die klug genug sind den Stadtvätern zu vertrauen. Das hilft aber dem Tourismus nicht und es ist doch so: Eine Behauptung, ein negativer Bericht, ein Verdacht oder eine Vermutung klebt an Einem wie nichts Anderes auf dieser Welt. Selbst wenn das Gegenteil bewiesen wurde, bleibt der Schale Beigeschmack, der erstmal hervorgerufen wurde und DAS hat diese Stadt nicht verdient.
Für ein weltoffenes DresdenEs wird uns viel Mühe kosten die Stadt Dresden wieder in das richtige Licht zu rücken und ich bin dankbar für Jeden, der dabei hilft. Liebe Leser, liebe Blogger helft mir dabei! Hört auf die negativen Beiträge in den sozialen Netzwerken zu teilen! Liebe Dresdner … zeigt weiterhin Euer wahres Gesicht!

Jetzt sitze ich hier in Tränen aufgelöst und halte ein Plädoyer für eine Stadt, die ich vorher überhaupt gar nicht kannte, die mir aber so sehr ans Herz gewachsen ist, dass ich weiter kämpfen werde!

In diesem Sinne: Teile diesen Beitrag mit allen Menschen! Um diese wundervolle Stadt zu retten! Um sie wieder nach vorne zu bringen! Um dieser Stadt wieder ins rechte richtige Licht zu rücken!

Ein Herz für Dresden

Wohin die Spenden von #BloggerFuerFluechtlinge gehen … ODER … was macht eigentlich ein Flüchtlingsrat

Der Sächsische Flüchtlingsrat e.V.

Schon seit Wochen lässt mich das Thema Flüchtlinge nicht los und ich versuche zu helfen wo zu helfen ist. Vor Ort werden nun die freiwilligen Helfer vorgezogen, die regelmäßig für 8 Stunden helfen können, da ansonsten die Organisation der zahlreichen Helfer einfach viel zu aufwändig wäre. Vor ein paar Wochen hatte ich einen Interviewtermin mit Patrick Irmer, Sprecher des Sächsischen Flüchtlingsrates, um herauszubekommen, wofür die Spenden (insgesamt 10.688,00 Euro), die von der noch weiter laufenden #BloggerFuerFluechtlinge – Spendenaktion, hier in Dresden genutzt werden.

cropped-cropped-Logo-SFR-klein11Ich muss gleich gestehen, dass ich hier im Tal der Ahnungslosen, wie man sich noch heute liebevoll betitelt, wenig Ahnung von Flüchtlingsräten, bzw. dem gesamten Thema Flüchtlingshilfe hatte. Und da ich davon ausgehe, dass es vielen meiner Leser ebenso geht, erzähle ich gerne ausführlich was ich bei meinem Treffen mit Patrick erfahren habe. Das Treffen haben wir auf die Mittagspause gelegt um keine wichtige Zeit in der geholfen werden könnte zu verschwenden. Und so erfahre ich auf dem Weg vom Büro des Flüchtlingsrates zum Falaffel-Palast alles über die Haupttätigkeiten eines Flüchtlingsrates. Das sind:

  • Hilfe für die Flüchtlinge bei Asylbewerberverfahren, Anerkennung der Ausbildungs-, Zeugniss- und Diplompapiere. Heißt, es geht Jemand, der wenn man Glück hat die Sprache des Asylbewerbers oder englisch kann, mit auf die Ämter und hilft die Formulare auszufüllen, Fragen zu klären und zu übersetzen. (Die Formulare sind nämlich überwiegend in Deutsch verfasst, nur in Einzelfällen mal auf Englisch)
  • Arzttermine finden, den Patienten begleiten, bzw. eventuell einen Dolmetscher besorgen
  • Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitssuche in Deutschland
  • In schlimmen Fällen auch die Vermittlung und Kostenübernahme eines Anwaltes, die nur sehr sehr selten pro bono arbeiten, aber doch ab und an mal für einen Supersonderpreis
  • Schulungen von ehrenamtlichen Helfern die diese Begleitungen übernehmen
  • Schulungen von Mitarbeitern im z.B. Arbeitsamt, die viel Kontakt zu Asylbewerbern haben

Ich bin ziemlich schnell schockiert, denn ich bin laienhaft bisher davon ausgegangen, dass es diese Hilfe vom Staat gibt. Schließlich hat jedes Bundesland ein Integrationsministerium! (In Sachsen erst seit diesem Jahr!) Und wofür gibt es das, wenn es sich nicht um sowas kümmert. Patrick kann nur schmunzeln, und ich ärgere mich, dass ich mich mit dem Thema noch nie beschäftigt habe. Es gibt ja schon lange Flüchtlinge und es wird ja auch schon lange dafür gekämpft, dass die Verfahren beschleunigt und vereinfacht werden. Mal wieder macht es mich traurig, dass erst eine Katastrophe die Öffentlichkeit und auch mich „wecken“ und sensibilisieren muss.

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Weiterhin erfahre ich, wie kompliziert diese Antragsverfahren sind, wie lange der ganze Prozess dauern kann und wie schwierig es den neuen Mitbürgern gemacht wird, hier überhaupt zum Bruttosozialprodukt beizutragen. Und das wollen die meisten WIRKLICH! Rumsitzen und warten macht auf Dauer krank! Und es sollte doch wichtig sein, dass sie uns „nicht auf der Tasche liegen“ (nicht meine Worte!). Alleine eine Wohnung finden, solange das Asylbewerberverfahren nicht abgeschlossen ist, ist gelinde gesagt nicht möglich. Es gibt so viele Menschen die WG-Zimmer oder Wohnungen hätten, diese können aber nicht angenommen werden, weil in WG´s die Zugriffsmöglichkeit bei eventuellen Abschiebungen durch die Polizei nicht gegeben sind und Wohnungen durch das Sozialamt oder die Ausländerbehörde erst aufwändig geprüft werden müssen.

Außerdem arbeitet man massiv an einer Vernetzung aller Hilfsorganisationen in Dresden & Sachsen, damit nicht Jeder so vor sich hin pröttelt, sondern die Ideen und Möglichkeiten gebündelt und strukturiert organisiert werden können, also genau das, was auch uns Blogger dazu gebracht hat uns zusammenzutun um so einfach mehr zu erreichen. In der Bevölkerung, bei der konkreten Hilfe und vielleicht ja auch endlich mal in den Köpfen der Politiker!

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Und ich lerne, dass der sächsische Flüchtlingsrat sich fast ausschließlich aus Spenden finanziert. Nur wenige Projekte werden von Projektmitteln des Landes, des Bundes oder der Europäischen Union bezuschusst. Jeden Monat müssen sie also sich also auch mit der Beschaffung von Geldern befassen und können nicht einfach nur helfen. Mit unserer Spende verschaffen wir eine große Erleichterung in dieser Richtung. Wobei das auf keinen Fall heißt, dass man sich nun zurücklehnt. Nein, denn das was dort jetzt abgeht ist der „ganz normale Wahnsinn“, in den ich, während meines Wartens im Flur der 3-Zimmer-Wohnung die als Schaltzentrale fungiert, schon einen ziemlich guten Einblick erhalten habe. Der richtig große Wahnsinn kommt ja noch. Zurzeit sind es die Flüchtlingszahlen, die bisher auch jeden Monat nach Dresden gekommen sind. In den nächsten Wochen aber gesellen sich die Neuen aus der Zeltstadt und diversen Turnhallen & Containern dazu. Und um diesen Ansturm bewältigen zu können, wird nun eine gesonderte neue Position eingerichtet, die dann die hoffentlich zahlreichen Ehrenamtlichen schult und koordiniert. Falls Du gerne helfen möchtest, dann folge meinem Blog, denn wenn es diese Stelle gibt, wirst du das auch hier erfahren und kannst Dich dann bewerben.

Im Moment liegen die Spendenaufrufe des Sächsischen Flüchtlingsrates auf dem Fokus der Unterstützung laufender Projekte. Wenn Du also gezielt sofort helfen möchtest, dann kannst du das schnell und einfach hier online auf betterplace.org.

In diesem Sinne: Spendet gerne!

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In was bin ich da nur wieder hineingeraten? #bloggerfuerfluechtlinge #dresden

Der Familien-Sonntags-Plan sah so aus:

Familienfrühstück mit Papa, der den restlichen Tag an den Schreibtisch verschwindet
10:00 Uhr Mädels & ich ins Tanzstudio zur Ballettaufführung des Sonnenscheins
12:00 Uhr Tanzaufführung des Pubertiers (beides zum Tag der offenen Tür)
16:00 Uhr Tanzaufführung des Pubertiers in einem Jugendhaus (Anlass unbekannt)

Das Spanienkind wollte mit seinem neuen ferngesteuerten Hubschrauber zuhause bleiben. Ich hatte gedacht das wir zwischendurch nach Hause fahren, Apfelmus kochen, Mittagsruhe halten und uns einfach ´nen schönen Sonntach machn´.

Aber … Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt!

Das Spanienkind kam dann doch mit. Zwischen den Mädels-Auftritten blieben wir einfach für Kaffee & Kuchen (direkt nach dem Frühstück!) da und der Sohn wollte unbedingt noch bleiben bis die Breakdancer kommen. Na gut, der Papa muss ja eh die Welt retten und war dankbar für die Ruhe zuhause und wir die Kids hatten Spaß!

Das Pubertier wollte dann aber auch nach dem Breakdance nicht mit heim und wir machten aus, dass sie mit der Tanzlehrerin rüberfährt ins Jugendhaus und ich sie da dann nur abholen käme.

Am späten Nachmittag dann also nur schnell zum Jugendhaus in einem etwas entfernteren Stadtteil. Den Sonnenschein nahm´ ich mal lieber mit, sonst kommt der Papa zu nix. Als wir ankommen proben die Tänzer noch ein letztes Mal und wir sehen uns um. Es gibt viel Programm für Kinder, viel Essen & Trinken UND es ist eine „Welcome Refugees“ – Veranstaltung! *freu* DAS kapiere ich aber erst, als ich überall die „Dresden ist bunt“-Aufkleber entdecke und die Ansagen in drei Sprachen höre. Denn den Menschen sieht man es absolut nicht an wo sie herkommen. Dresden ist eben WIRKLICH bunt. *nochmalfreu* Alle tragen herbstliche Pullis zu „normalen“ Hosen und Schuhen und alle sehen gleich aus! Zumindest ist das mein Empfinden, denn wenn man genauer hinsieht, sind einige Gesichter doch markanter oder dunkler als Andere. Auch einige Kopftücher entdecke ich später. Und wenn man ganz genau hinhört sprechen die hier unzählige verschiedene Sprachen!
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Ich bin begeistert! Es ist eine großartige Stimmung und als ich eine Kollegin aus dem Oxfam-Shop treffe erfahre ich, dass es ein paar Flüchtlinge sind, die schon länger in Dresden sind, aber auch zwei Busse aus der Zeltstadt sind gekommen!

Ich freue mich, denn so ist es nicht „nur“ ein Auftritt, sondern ein klein bisschen auch ein Willkommen vom Pubertier an die Flüchtlinge.

Das Pubertier erzählt auf dem Rückweg dann auch wie sehr sie sich gefreut hat für sie auftreten zu können. Und sie erzählt von einigen Begegnungen und von dem Jungen der sie nach Ihrer Nummer gefragt hat. Kurz rutscht das Mutterherz in die Hose (nicht weil er vielleicht nicht von hier ist, sondern ein JUNGE!) und in Gedanken schreie ich: „DU BIST ERST ELF!“, aber dann erzählt sie mir, dass er über die Türkei vor 2 Jahren gekommen ist und sie ist begeistert wie gut er schon deutsch spricht und ich schmilze vor Stolz hinter dem Lenkrad, dass sie diese Begegnung so berührt und sie so ohne Berührungsängste ist!

Von meiner Oxfam-Kollegin erfahre ich außerdem sehr viele interessante Sachen die sich in Dresden tun. Mit welchen Organisationen sie in Kontakt steht und ich erzähle natürlich von Blogger für Flüchtlinge und wie schön es ist zu beobachten wie viele Menschen in Dresden eben nicht so sind, wie die Presse „uns Dresdner“ so oft darstellt.

Als ich heim komme erfahre ich zwar von schlechten Nachrichten aus Heidenau. Aber dieser Hintergedanke, dass ich immer enttäuschter bin von einigen Mitmenschen in dieser Stadt und der öffentlichen Berichterstattung, ist heute wieder weiter geschrumpft.
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Die Fotos wurden mir freundlicherweise von „Laubegast ist bunt“ zur Verfügung gestellt! (Ich hatte leider kein Handy mit!) HERZLICHEN DANK!

In diesem Sinne: Ich freue mich auf die nächsten Kontakte mit den neuen Mitbürgern! Dann berichte ich wieder! 🙂

… und mein Hilfe(auf)ruf! #BloggerFuerFluechtlinge

Blogger Für Flüchtlinge!!!

Ja, in meinem Blog geht es gerade sehr viel um Flüchtlinge, aber hier geht ja um Sachen die mir durch den Kopf gehen, und es ist eben DAS Thema, das ich nicht mehr aus dem Kopf bekomme!

Wie schon berichtet, macht es mich wahnsinnig, dass die Asylgegner so laut sind und wir, der Rest der Gesellschaft so leise. Und wenn die Medien berichten, dann berichten sie leider nur über die grausamen Geschehnisse rund um Flüchtlingsheime, Asylbewerberhäuser, Aufnahmelager und was für tolle Wörter es auch dafür geben mag! Niemand berichtet aber über all die GUTEN Taten die von Bürgern vollbracht werden.

DAS machen irgendwie nur wir Blogger! Und da wir immer lauter werden wollen, haben wir uns nun zusammengetan und sammeln gemeinsam Spenden, Hilfsprojekte, Ideen, Aktionen, Helfer, Geschichten, u.v.m. Unter dem Hashtag #BloggerFuerFlüchtlinge findest du alle stattgefundenen und kommenden Aktionen!

#bloggerfuerfluechtlinge2

Und auch DU kannst uns helfen! Heiße die Flüchtlinge Willkommen!
Werde mit uns laut! 🙂

  • Sende z.B. einfach eine Postkarte an die Flüchtlinge mit dem Wort Willkommen (vielleicht in allen Sprachen die Dir einfallen) nach Heidenau oder an eine Aufnahmestelle Deiner Wahl! Heidenau => Hauptstrasse 10, 01809 Heidenau
  • Du weißt von tollen Aktionen in Deiner Stadt? Du möchtest selber etwas organisieren oder machen und benötigst Hilfe? Du möchtest das wir darüber berichten? Schreibe einfach einen Kommentar unter diesen Blog-Post und ich melde mich bei Dir!
  • Du möchtest vor Ort helfen und suchst in Deiner Nähe nach einem Hilfsprojekt. Dann schau doch mal hier bei Wie-kann-ich-helfen unter Deiner Postleitzahl nach.
  • Du hast oder weißt von einem Hilfsprojekt, das noch nicht auf der Karte von Wie-kann-ich-helfen auftaucht, dann melde es bitte direkt dort, oder in den Kommentaren unten bei mir!
  • Du kennst Geschichten die zu diesem Thema an die Öffentlichkeit gehören? Du hilfst und bist kein Blogger? Dann schreibe mir auch einen Kommentar, ich veröffentliche auch gerne Artikel von anderen Autoren!
  • Du hast eine Firma oder arbeitest für eine Firma die benötigte Waren spenden könnte? Melde Dich unten in den Kommentaren, gerne auch nur mit der Bitte um Rücksprache! Die in das Kommentar-Formular eingegeben E-Mail-Anschrift wird NICHT veröffentlicht!
  • Du hast keine Zeit? Die Unterkunft ist zu weit weg? Nichts von dem was du übrig hast können die brauchen?
    Dann spende Geld! Hier bei betterplace.org ganz schnell & einfach. Das erste Spendenziel ist fast erreicht! Jeder Euro zählt!
  • Du findest die Idee gut? Dann teile, verbreite & erzähle von dieser Aktion. Teile unsere Posts in allen sozialen Medien! Es sollten ganz viele Menschen davon wissen und je mehr wir werden um so lauter werden wir!

Nachdem ich unsere Keller, Kinderzimmer, Kisten, und Kruschtelecken durchforstet hatte, habe ich rigoros aussortiert was noch gut aber von uns schon lange nicht mehr genutzt wird, habe das große Auto damit gefüllt, mit den Sachen meiner spendenbereiten Nachbarn aufgefüllt und alles zum DRK gefahren.

Und schon lange überlege ich, wie ich mit meinem Kinder-Party-Wissen etwas anstellen kann. Und während ich hier so schreibe und zusammenfasse was Du machen könntest, ist mir auch klar geworden was ich als Firma KiKo KinderKonzepte machen kann.

Ab heute bis Ende des Jahres werde ich für jedes verkaufte Konzept in einem der Flüchtlingslager hier in der Nähe eine Kinderparty veranstalten! Mit Kuchen, mit Girlanden, mit Konfetti, mit Musik, mit Spielen und allem was dazu gehört! Als „Beweis“ berichte ich natürlich an dieser Stelle darüber! Wenn Du also den Kindern in den Flüchtlingslagern eine Party spendieren möchtest, kaufst Du einfach für Euren nächsten Kinderevent oder zum verschenken an Freunde meine Gutschein-Box, bekommst ein individuelles Konzept für Eure Party und sponserst gleichzeitig eine KiKo – Kinderparty für die Flüchtlingskinder!

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In diesem Sinne: Leg einfach los!

Helf vor Ort, oder Uns und unsere Aktion überall bekannt zu machen!

Werde laut mit uns!

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… Flüchtlinge, Asylbewerber, oder wie wollen wir sie nennen? UND … wie können wir helfen? #BloggerFuerFluechtlinge

cropped-bloggerfuerfluechtlinge2.jpgIch spreche in meinen Beiträgen bewusst von Flüchtlingen, denn diese Menschen sind auf der Flucht. Egal ob vor Krieg, Hunger, Armut! Sie sind schlicht und einfach auf der Flucht. Wer sagt denn, dass diese armen Menschen unbedingt hier bleiben möchten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie, wenn sich die Lage in Ihrem Land wieder bessern würde, liebend gerne wieder zurückkehren würden. Da das aber vermutlich Jahrzehnte dauern kann, werden sie sich natürlich um Asyl bewerben, aber eben um Asyl! Die Bedeutung dieses Wortes ist doch vielen gar nicht mehr bewusst. Das Wort Asylbewerber ist doch gleich sehr negativ belastet und hinterlässt den Beigeschmack von Wirtschaftsschmarotzer. Was natürlich Quatsch ist, aber leider so in manchen Köpfen schon oft verankert ist!

In meinem letzten Beitrag habe ich gefragt: Warum sind die Asylgegner so laut und der Rest so leise?

Eigentlich weiß ich ja warum! Weil entweder gar kein Interesse besteht etwas zu unternehmen, weil es ja in unserem ach so angenehmen Leben so unendlich bequem ist und warum sollte ich daran was ändern, oder aber weil die Angst einfach zu groß ist!

Da werden Asylbewerberheime angezündet, Journalisten bedroht, Petitions-Starter angegriffen, Politiker-Autos in die Luft gesprengt, u.v.m. und da ziehen wir doch lieber den Kopf ein, bleiben in Deckung und machen NICHTS. Nur nicht auffallen, nur nicht schlafende Hunde wecken, einfach still und leise weitermachen, dann fällt vielleicht keinem auf wie feige wir eigentlich sind!

Nein, ich werfe Dir das nicht vor, ich bin ja auch so „feige“. Wir haben ein Presse-Interview abgelehnt, weil wir auch Angst haben. Ich habe Angst um meine Familie! Ich habe Angst mich vor massiven Drohungen, eventuellen Angriffen und eventuellen Anfeindungen meiner Familie!

Aber … ES MACHT MICH KRANK! Ich würde so gerne kämpfen. Aber es geht eben nicht alleine! L Bzw. nicht unter meinem Namen als Privatperson.

Eigentlich ist es doch so wie in der U-Bahn! Angenommen du sitzt als Frau/Kind alleine in der U-Bahn und bekommst mit das dort Jemand von halbstarken Jugendlichen oder auch großen bösen Jungs angepöbelt oder schlecht behandelt wird. Natürlich traust Du Dich alleine nicht dazwischen zu gehen, aber um Zivilcourage zu zeigen und auch noch Erfolg zu haben ist doch der ultimative Tipp: Such Dir Gleichgesinnte! Bitte andere Mitfahrende Dir zu helfen, denn gemeinsam sind wir stark! Wie also können wir gemeinsam stark sein und die noch lauten Gegenstimmen wieder ruhiger, leiser und unwichtiger werden zu lassen? Wie schaffen wir es, dass wir ohne Angst sagen können was wir denken! Wann berichtet die Presse endlich mehr über die guten Taten als über die Anschläge!

Auf die Politik können wir uns da vermutlich leider nicht verlassen, aber das ist ein anderes Thema!

In diesem Sinne: Was können wir tun?

… der Urlaub, die Flüchtlinge und was Die Fantastischen Vier damit zu tun haben! #refugeeswelcome #BloggerFuerFluechtlinge

So, wir sind also aus dem jährlichen Sommer-Familien-Urlaub wieder zurück! Und im Normalfall würde ich nun eigentlich, wie jeder guter Blogger darüber ein wenig berichten. Mache ich ja sonst auch!

Ich würde Dir erzählen warum der Sonnenschein den Hinflug ohne Hose verbringen musste, dann natürlich welche Größe und kakerlakengleiche Ähnlichkeit das Ungeziefer in unserem Zimmer hatte, wie die morgendlichen Pool-Liegen-Reservierungs-Rituale sowie die Fiebernächte abliefen, wie blau der Himmel, wie schön das Meer oder wie gut das Essen war.

Aber all das hatte in diesem Jahr einen schalen Beigeschmack.

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Als ich die ersten beiden Ferienwochen mit den Kindern in NRW gewesen bin, kamen die Nachrichten was in unseren Nachbarstädten Freital und Meißen in Bezug auf Flüchtlinge passiert ist. Als wir zwischen NRW und dem Sommer-Urlaub-mit-Papi in Dresden waren, kamen die ersten Nachrichten über eine Zeltstadt in Dresden für die Flüchtlinge. An dem Tag, als die letzten Flüchtlinge in die unter Hochdruck aufgestellten Zelte einziehen konnten, war ich abends auf dem Konzert der Fantastischen 4 und hatte ich regelrecht ein schlechtes Gewissen. Wir feiern und die sitzen müde, fremd & traumatisiert in den engen Zelten. Wohlmöglich konnten sie uns hören. Was sie aber auf jeden Fall gehört und gesehen haben waren die Antiasyl-Demos und welche Bedrohung da außerhalb des Zeltlagers lauert.

Während des Konzertes schickte mir Rike vom Nieselpriem-Blog Ihre grandiose Idee zu #dresdnergesichter und die Frage ob wir das zusammen machen wollen. Den Text schnell mobil überflogen war ich schon begeistert. Und als die Fanta4 dann noch diese mich sehr bewegenden Worte abgaben…

… war mir dann klar, dass auf jeden Fall was passieren muss!
Denn sie haben Recht, wir lassen uns nicht unterkriegen! Und so schrieb ich vor dem Urlaub noch schnell diesen Artikel dazu!

Am liebsten wäre ich hier geblieben und hätte die Aktion und so viele andere Ideen mit voller Kraft angeschoben und bekannt gemacht, aber der Urlaub war gebucht, bezahlt, die Koffer gepackt und meine Familie hätte vermutlich kein Verständnis dafür gehabt.

Ich hoffte natürlich dass meine Leser und die befreundeten Blogger-Kolleginnen die Idee aufgreifen, bzw. teilen würden. Schließlich sollte unsere Aktion ALLE erreichen.

So lag ich dann anschließend im Urlaub auf der Liege und verfolgte mobil die Geschehnisse im Lager, in Dresden, auf dem Blog, in den Medien und allgemein in der Blogosphäre, denn das Thema betrifft nun mal GANZ Deutschland und nicht nur Dresden! Aber ich wurde herbe enttäuscht. Nur wenige gaben eine Rückmeldung, nur 2 teilten den Aufruf in den Social-Media-Kanälen und ansonsten machten alle einfach weiter wie bisher! 🙁

Natürlich war es vielleicht utopisch, dass sich so schnell was ändert in den Köpfen. Aber irgendwie hatte ich doch sehr gehofft, dass auf Facebook & Twitter wenigstens die Idee die Runde macht. Oder es mehr Likes gibt, oder andere über das Thema berichten. Aber, alle posteten wie immer. Bilder von Füßen am Strand, Kinder im Planschbecken, Beschwerden über Sommerhitze und natürlich der übliche Cat-Content.

Nun bin ich wieder da, und habe überhaupt keine Lust Dir zu erzählen wie der Urlaub war, denn auf meinem Herzen brennt ein ganz anderes Thema.

Warum trauen sich nur so wenige Stellung zu dem Thema zu beziehen! Warum berichtet die Presse überwiegend negativ zu dem Thema, von den Anschlägen, Asylgegnern, Gegendemonstrationen?
Warum sind die Gegner so laut und der Rest so leise?

In diesem Sinne: Traut Euch raus aus dem Schatten und werdet laut!

P.S.:
Ein GROSSES Dankeschön an Die Fantastischen Vier für Ihre Worte und die Genehmigung diese hier veröffentlichen zu dürfen!

Ihr zeigt Euer Gesicht! … DANKE!!!