Ende der Trilogie ::: Anjas Abwasch zum Thema Pubertät ::: Teil 3

Weiter geht es mit Anjas Abwasch zum Thema Pubertät! Ein toller Gastbeitrag zu meinem Lieblingsthema.
Du hast Teil 1+2 verpasst? Kein Problem, die 1 findest du hier und die 2 hier!

Kinners … !

Es kommt einem ja vor, als wäre man irgendwie vor kurzen noch Mitte Zwanzig gewesen. Eine der Hebammen legte einem so etwas Winziges in die Arme, dass man seine Perfektion kaum glauben konnte. Mir ging das zweimal so. Im wunderbaren Abstand von fünf Jahren, so dass ich von einem Kleinkindalter gleich ins nächste rutschte.

10 Jahre knutschen, knuddeln, Lego bauen, kichern, malen, basteln, rumgröhlen, mit Tennisbällen Fußball und Flieger spielen und stundenlang durch die Pampa rennen, um … haha!!! das Abenteuer zu suchen!!! Yieeehaa!

Wenn jemals irgendjemand auf der Welt verstehen konnte, wie ich die Welt sehe, dann meine Kinder. Ein bemooster Stein am Wegesrand wurde zu einem Elfenhotel (ist total logisch – die Moospolster sind die Kopfkissen und die Flechten die Decken!)
Wir sahen Mäusen zu, wie sie bei der Olympiade die besonders schwierige Rindenmulchstrecke meisterten. Wir sahen Sonnenaufgänge triumphieren, bunte Blätter waren die Fallschirmspringer von Bäumen und Schneeflocken wehrten sich nachhaltig dagegen von Zungen gefangen zu werden, in dem sie spontan schmolzen. Wir traten auf Knallerbsen und schlugen damit die Taubenbande in die Flucht, wir schnupperten Frischgebackenes und planten wilde Kuchen-Erpressungen und den ultimativen Brötchen-Gau, wir eroberten von Krähen-Piraten besetzte Klettergerüste und setzen Segel, dass selbst Leinen-los-Santiano nicht mithalten konnte.
In unserem Garten wohnte die Rattenmafia, die vor unseren coolen Cat-Cops erzitterten, wenn nur ein Barthaar der beiden sich zeigte. Selbst Don Rattatone musste sich seinem Schicksal stellen und wurde mit ELF Nackenbissen für immer zur Strecke gebracht.
Warum Nebelfeen so durchsichtig sind, wird für immer unser Geheimnis bleiben. (Es hat was mit den Nachtgeistern, dem Sonnenprinzen, den Wolkenkaninchen und Zittergräsern zu tun, aber das führt einfach zu weit …)

Aber da stiefelt doch heute morgen megapünktlich ein waschechter, ordentlich angezogener Teenie mit zwei gepackten Taschen an mir vorbei …
„Hey Mum, bis später – schönen Tahaaag!“ und mein Sohn schlürft in aller Gemütsruhe und verantwortungsvoll auf die Pendeluhr blickend Capuccino!
Dabei lächelt er verbindlich. So ein „Ehy-ichweißwietollichaussehe“-Kerl-Lächeln, das mich an seinen Vater erinnert. Kein Wunder, er wird ja auch bald 18 … 18? Und meine Tochter ist 1,72 und hat diese irrsinnige Backfischfigur, an der Röhrenjeans, weiße, tallierte Bluse, Damenhaarschnitt, Reiterstiefel, Lederjacke wie Haute Cauture aussieht?

Hallo! Wer hat Euch erlaubt, mal so eben erwachsen zu werden?

 

Ach ja *seufz* ehe man sich versieht, machense nen Führerschein und ziehen aus! 🙂 Danke Anja, Danke, dass ich Deine tollen Texte hier veröffentlichen durfte.

In diesem Sinne: Was sagst du denn zum Thema?

Ein Gedanke zu „Ende der Trilogie ::: Anjas Abwasch zum Thema Pubertät ::: Teil 3

  1. Ja wer kennt das nicht? Gerade noch in den Windeln gelegen, die ersten Schritte, der 1. Zahn, Zuckertüten, die 1. Freundin, Abitur in der Hand – flusch, kündigt er mit 20 an, dass er aus der Heimatstadt wegzieht. Erst „drohte“ er uns damit, bis zu seinem 29. Lebensjahr bei uns zu wohnen. Dann war er ganz schnell weg und in unseren 4 Wänden wurde es still. Das liegt nun 3,5 Jahre zurück. Er hat sich mit seiner Freundin eine Wohnung eingerichtet und steht kurz vom Diplom. Wir sind megastolz auf ihn, auch wenn es zwischendurch einige Tiefschläge gab.

Kommentar verfassen