… und meine persönliche Anti-Meinung zum Thema #Vereinbarkeit! … #worklifefamily #scoyo

Dieses Thema geht mir gelinde gesagt schon sehr lange auf den nicht vorhandenen SACK! 🙂

Ich denke seit ich blogge immer wieder darüber nach ob ich zu dem Thema was schreiben soll, oder lieber nicht! Nun hat scoyo mich gebeten an Ihrer Blogparade zu dem Thema teilzunehmen und ich sehe das als Wink mit dem Universums-Zaunpfahl und tue es endlich.

Vorab versichere ich, dass ich NIEMANDEN verurteile für das Modell, welches Er oder Sie oder Beide für sich und die Familie gewählt haben. Ich lebe schon immer nach der Devise, Jeder entscheidet für sich selber und niemand hat das Recht Jemanden dafür zu verurteilen. Was ich aber verurteile, das es leider inzwischen sehr viele Familien gibt, die die Vereinbarkeit aus den verschiedensten Gründen hinkriegen müssen, bzw. sich vom gesellschaftlichen Druck viel zu sehr beeinflussen lassen.

Wir leben im klassischen Modell, der Göttergatte verdient die Brötchen und ich war nun ca. 10 Jahre ausschließlich Mutter und Hausfrau. Zwischenzeitlich war ich zwar nach dem ersten Kind kurz selbständig, hatte das aber für einige Jahre im Ausland und anschließend krankheitsbedingt auf Eis gelegt. Ich wollte das schon vor der Ehe immer so und habe auch das große Glück, dass wir das finanziell so umsetzen konnten.

Vereinbarkeit 2

In den letzten Jahren nun beobachte ich, dass der Kampf um die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Kindern und Beruf für Frauen immer militanter wird, und ich muss gestehen, ich halte nichts davon, dass beide Eltern so schnell wie möglich wieder arbeiten. Zumindest solange die Kinder noch unter 5-6 Jahren sind. Ich kann verstehen das heutzutage Arbeitgeber Mütter in dieser Phase nur ungern einstellen. Was aber an den sturen und steifen Arbeitsstrukturen in deutschen Unternehmen liegt. Es gibt selbstverständlich auch Arbeitgeber die flexibel genug denken und arbeiten. Aber die sind eben leider noch sehr selten.

Ich glaube schlicht und einfach nicht an die Vereinbarkeit von Job und Familie mit Kleinkindern.

Wie das später mit Schulkindern aussieht, steht für mich auf einem anderen Blatt. Ich meine in meinen Überlegungen Familien mit Kleinkindern und Säuglingen. Denn diese brauchen meiner Meinung nach eine andere Form der Bezugsperson, die eine Fremdbetreuung nicht erfüllen kann.

Zu vereinbaren sind in Familien (Reihenfolge ohne Wertstellung!):

  • DER JOB! (der Chef soll zufrieden sein, man möchte für die Kollegen weiterhin teamfähig bleiben, die Kunden sollen weiterhin beste Leistungen erhalten, …)
  • DIE KINDER! (Bindung aufbauen, Zeit haben, erziehen, Vorbild sein, lernen, spielen, Spaß haben, vorlesen, verlässlicher Ansprechpartner, Werte, Grenzen, Regeln, …)
  • DER HAUSHALT! (Ordnung, Putzen, Wäsche, Kochen, …)
  • DER MENSCH! (Jedes Elternteil ist weiterhin ein Individuum und braucht auch mal Zeit für sich, Hobbys, Entspannung, Sport, …)

Ja, ich gebe zu, dass ich das große Glück habe nicht arbeiten zu müssen. Und ich bin auch intelligent genug um zu wissen, dass es heutzutage viele Familien gibt, denen nichts anderes übrig bleibt. Aber warum bitte … WARUM wollen so Viele den Rest der Mitmenschen glauben lassen, dass wir das schaffen … schaffen müssen? Warum sollen wir um Vereinbarkeit kämpfen? Warum glaubt die Gesellschaft inzwischen das verlangen zu können?
Fachkräftemangel? … Ja, weil wir viel zuwenig Kinder bekommen!
Emanzipation? … Ist das wirklich der Wunsch der Frauen oder hat sich das so eingebürgert?

Frauen lassen sich viel zu sehr vom gesellschaftlichen Druck beeinflussen. Ist es nicht oft so, dass wir trotz der Kinder, die nun mal Geld kosten, einfach unseren Lebensstandard nicht ändern wollen? Ist es nicht auch oft so, dass wir Frauen beweisen wollen dass wir eben nicht weniger Wert sind als die Männer? Die Arbeit als Hausfrau und Mutter wird doch schon sehr lange nicht mehr wertgeschätzt. LEIDER!!!

Ich finde wir sollten nicht für Vereinbarkeit kämpfen, sondern das a) Arbeit wieder lohnt und b) die Arbeit als Hausfrau und Mutter auch wieder anerkannt wird und nicht als „nur Zuhause“ bezeichnet wird. Wir sollten dafür kämpfen, dass wir mit EINEM Job unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Dass wir mit EINEM Job uns Wohnung + Essen + Kleidung + Urlaub leisten können. Dass wir einfach so leben können, wie wir das für richtig halten, ohne verurteilt zu werden.

Ich war nun 10 Jahre „NUR“ Hausfrau und ich bin sehr froh darüber! Ich habe meine Bande aufwachsen sehen und war immer als verlässliche Größe in Ihrem Leben, ich habe sie betreut wenn sie krank waren und sie nicht wegorganisiert oder fiebersaftgedopt in Schule und Kindergarten geschickt, um dort auch die anderen Kinder anzustecken. Auch habe ich nie bei leichten Erkrankungen das Kinderarztwartezimmer verstopft um eine Krankschreibung für mich zu organisieren. Meine Kleinkinder sind zu sozialen, kommunikativen, selbstbewussten, altersentsprechend entwickelten Schulkindern herangewachsen und ich bin froh jede Entwicklungsstufe selber miterlebt zu haben.
Inzwischen bin ich selbständig und arbeite mich langsam wieder ein.

Vereinbarkeit 1

Auf keinen Fall möchte ich sagen, dass alle Kinder von voll berufstätigen Eltern total verkorkst sind. Nein, es gibt Eltern die Job und Kinder gut hinkriegen, aber oft haben diese das nötige Kleingeld eine private Betreuung/Haushaltshilfe zu finanzieren, oder es bleibt eben der Haushalt, die Ehe und/ oder die eigene Seele auf der Strecke. Nicht ohne Grund gibt es doch heutzutage so sehr viel mehr Burnout und Alleinerziehende und Patchwork-Familien als je zuvor!

Es geht einfach nicht, das ALLES unter einen Hut zu bekommen! Ich weiß es gibt sehr sehr viele da draußen die das behaupten, aber wenn man hinter die offizielle Fassade sieht, dann sieht das ganz anders aus. Viele Probleme werden jahrelang nicht gesehen oder unterdrückt, nicht zugegeben oder tauchen erst viel später auf. Die Familien, die ich kenne, in denen beide Partner Vollzeit arbeiten, haben verhaltensgestörte Kinder oder mindestens ein Elternteil Burnout oder massive Probleme im Job oder die Ehe steht auf dem Spiel. Und DAS finde ich ist es nicht wert.

Ich bin nicht strikt dagegen, dass beide Elternteile arbeiten, aber ich finde eben das wir nicht dafür kämpfen sollten, das von Politik & Gesellschaft & Arbeitgebern diese Art der Vereinbarkeit möglich gemacht werden muss, sondern das die Voraussetzungen geschaffen werden in den ersten Jahren der Kleinkinder mit einem Gehalt (meinetwegen auch plus Elterngeld) überleben zu können. Und nach den ersten Jahren einen Job zu finden der den langsamen Halbtagseinstieg auch nach 10 Jahren ermöglicht, ohne vom Chef oder den Kollegen benachteiligt zu werden, und mit genügend Zeit sich wieder einzuarbeiten wenn man mal „raus“ war. Ich finde das Denken in der Gesellschaft muss sich ändern! Ich bin für gerechte Bezahlung für erbrachte Leistung. Ich kämpfe lieber für familienfreundliche Arbeitszeitmodelle statt Anwesenheitspflicht. Ebenso sollte wieder bewusst sein, dass der Lebensstandard mit Kindern vielleicht herunter geschraubt werden muss. Es ist normal, dass das Leben sich ändert mit Kindern. Wir müssen niemandem glauben lassen dass es zu schaffen ist in der Art & Weise und dem Standard weiterzuleben wie es vor den Kindern war.

Ich musste mich nie rechtfertigen, dass ich für meine Kinder da bin, denn wir sind alle paar Jahre umgezogen und ich habe viele verschiedene Modelle bei den Müttern um mich herum erlebt.

Wir haben in Familie und Freundeskreis sehr viele Familien, die alle möglichen Modelle leben und ich kann aus Erfahrung sagen: Irgendwas bleibt einfach auf der Strecke!!! Und dummerweise sind es zu 80% die Kinder!
Ich bin bekennende Hausfrau und Mutter und dankbar dafür!

In diesem Sinne: Welches Modell lebst du?

50 Gedanken zu “… und meine persönliche Anti-Meinung zum Thema #Vereinbarkeit! … #worklifefamily #scoyo

  1. liebe simone,
    jetzt, soeben, fast 1jahr nach der veröffentlichung habe ich deinen artikel entdeckt – und ich bin froh darum.ich fühle mich ziemlich allein gelassen mit dem thema, denn ich bin ebenfalls hausfrau und wüsste überhaupt nicht WIE und WO ich einen job in meinem leben unterbringen sollte………nur traue ich mich nach diversen erfahrungen nicht mehr, dies öffentlich zu äußern.so fühle ich mich auf kindergartenfesten, dem spielplatz o.a. oft ziemlich „außen vor“ und halte lieber den mund, als in mitleidige oder ungläubige gesichter zu schauen. ich frage mich-abgesehen von den müttern, die des geldes wegen unbedingt arbeiten müssen-was die frauen an diesem wahnsinnsstress so toll und erstrebenswert finden. lieber verzichte ich auf einen tollen urlaub, ständig neue klamotten, auto etc. als durchs leben zu hetzen und für nichts mehr zeit zu haben, ausgepowert zu sein und dauermüde. das bin ich mit einem gerade 3jährigen und drei weiteren kinder sowieso oft. ich finde erziehungsarbeit äußerst anspruchsvoll, wenn ich bedenke wieviel zeit ich mit gesprächen mit den größeren kindern verbringe……
    ein schöner artikel!beste grüße

  2. Pingback: Der Blog – Jahresrückblick 2016 … die #TopTen meiner Beiträge! | Der Blog! … von KiKo & SL.Events

  3. Liebe Simone,

    damit hast Du vermutlich Recht: Könnte sein, dass mein schlechtes Gewissen von gesellschaftlichen Erwartungen genährt wird oder (auch) daraus entsteht!

    Das wollte ich auch mit meinem Kommentar ausdrücken, denn ich finde nach wie vor, dass Dein Artikel für meinen Geschmack zu einseitig und strikt in Richtung DEINES Entwurfs geht und eben jenen Druck auf berufstätige Eltern erhöht (…auch, wenn Du immer mal erwähnst, die Wahlfreiheit zu befürworten…um im nächsten Satz die moralische Keule wieder hervor zu holen…).

    Ansonsten geht es mir – und soweit ich sehe, auch meinem Mann und dem Kind – TATSÄCHLICH gut mit unserem Entwurf! Ich wünschte mir von der Gesellschaft und allen Mit-Müttern jedoch mehr (gegenseitiges) Verständnis und Bestärken – egal, wie man Beruf und Familie managt! …denn dann wäre irgendwann vielleicht weder ein schlechtes Gewissen noch das Ausmalen düsterer Zukunftsvisionen für unsere Kinder (Burnout, Verhaltensauffälligkeiten suw.) nötig.

    Liebe Grüße
    Anna

  4. Liebe seitdudabist,
    es tut mir leid wenn ich dich so traurig gemacht habe. Aber wenn du sagst „denn allen Beteiligten geht es mit diesem Arrangement prima“, dann frage ich mich warum es dich traurig macht, denn wenn es auch DIR mit dem Arrangement prima ginge, dann hättest Du m.M.n. keinen Grund für ein schlechtes Gewissen!
    Mir sagt das nur, das auch Du dich vom gesellschaftlichen Druck beeinflussen lässt. Ich bin für die Wahlfreiheit! Ich möchte das sich wieder mehr Frauen trauen DAS zu tun, was sie WIRKLICH möchten! GANZ OHNE schlechtes Gewissen. Egal in welche Richtung!

  5. Ich muss gestehen, nach dem Lesen Deines Artikels zur Blogparade habe ich einen riesigen Kloß im Hals!

    Genau wegen dieser, Deiner, Meinung (und dem häufig sehr strikten Verteidigen und Verbreiten dieser – durch andere Mit-Mütter, Medien usw.), wird mein eh allgegenwärtiges schlechtes Gewissen gefüttert…
    Weshalb? Mein Sohn ist bald anderthalb Jahre alt, er geht in die Kita, ich zur Arbeit. „Eigentlich“ wäre alles gut – denn allen Beteiligten geht es mit diesem Arrangement prima (Glaubst Du das denn dann eigentlich arbeitenden Eltern nicht, wenn „wir“ das über uns und unsere Kinder sagen?!?). Aber? ABER: Durch Meinungen wie Deine, dass bei berufstätigen Eltern das Kind zu kurz komme, wird es uns (m.M.n. unnötig! und zusätzlich) schwer gemacht und ein schlechtes Gewissen geradezu eingeimpft! Vielen Dank… Den gesellschaftlichen Druck, den Du ansprichst, baust Du in die genau entgegengesetzte Richtung (nämlich Richtung berufstätige Eltern) enorm auf bzw. untermauerst diesen.

    Abgesehen von den dunklen Zukunftsaussichten für mich und meine Familie („verhaltensgestörte Kinder oder mindestens ein Elternteil Burnout oder massive Probleme im Job oder die Ehe steht auf dem Spiel“) stimme ich Dir allerdings zu: Viele Arbeitsstrukturen in deutschen Unternehmen sind tatsächlich stur und steif und ich finde auch, dass eher die erbrachte Leistung als die pure Anwesenheit im Büro gerecht bezahlt werden sollte!

  6. Liebe Katja,
    vielen Dank für Deine Antwort, du hast vollkommen Recht, den Mann lasse ich außen vor! Aber nur, weil das ein „anderes Thema“ ist. Wenn ich alle Aspekte die das nach sich zieht beleuchten wollte, dann gäbe das ein Buch! 😉

  7. Liebe Simone, ich haben Ihren Artikel gerade auf der Brigitte-Seite gelesen. Sie schreiben mir aus der Seele. Vielen Dank für diesen tollen, mutigen und wahren Artikel. Ich hätte es mir so gewünscht, mit meinem Sohn für längere Zeit zu Hause zu bleiben, das war finanziell aber leider nicht möglich. So haben wir eben nur ein Kind, weil ich mir den ganzen Stress mit Vollzeitarbeit und Kleinkind nicht nocheinmal antun wollte.

    Mein Sohn ist nie gerne in die KiTa gegangen und ich habe auf dem Weg zur Arbeit wirklich oft geheult, weil ich ihn dort zurücklassen musste. Man kann die Kinder eben nicht alle in ein Schema pressen. Manche kommen mit Ganztagesbetreuung und somit auch ganztägigem unterordnen und Anpassen an eine Gruppe ganz gut klar, manche eben nicht.

    Solche Probleme werden in öffentlichen Diskussionen aber gerne unter den Tisch gekehrt. Da geht es immer nur um die Selbstverwirklichung der Mutter, deren Prozentsatz ich aber als sehr gering einschätze. Die meisten arbeiten doch, weil sie aus finanziellen Gründen müssen, erst recht, wenn noch kleine Kinder da sind.

    Aber der öffentliche Konsens ist eben der, dass die Vollzeit arbeitende Mutter (und der Vater natürlich auch), den höchsten Respekt verdient und das Modell das beste und vernünftigste ist. Das erinnert mich erschreckend an DDR-Zeiten und die will ich ganz sicher nicht zurück.

  8. Im Grunde genommen hast du schon recht mit dem, was du schreibst. Wenn ich mir die berufstätigen Eltern in meinem Umfeld anschaue, gibt es immer irgendetwas, das zu kurz kommt. Ich wünsche mir für die Zeit in der ich arbeiten gehe, dass es möglich ist weniger als die klassische 40 Stunden Woche zu arbeiten. Nicht wegen Kindern, sondern weil man schon für sich selbst nach 40 Stunden Arbeit keine Zeit mehr hat.
    Was ich total schlimm an dem Artikel finde, ist die einseitige Konzentration auf die Frau, die Hausfrau, die Mutter, … Grauenvoll! Ist die Unterscheidung nach Geschlechtern immer noch so sehr in den Köpfen? Dein Ansatz ist toll, aber warum sollten Männer davon ausgenommen sein? Warum sollte es nicht auch Männer geben die gern Hausmann sein wollen und sich ausführlich um ihre Kinder kümmern? Warum soll es nicht auch Männer geben die der Meinung sind dass Vereinbarkeit nicht funktioniert und deswegen eben keine Karriere geben? Mir fehlt hier viel zu sehr die Wahlfreiheit. Was spricht dagegen, dass die Frau arbeiten geht und der Mann zu Hause bleibt? Weil die Frau überhaupt keine Lust hat zu Hause zu bleiben – aber der Mann? Oder beide arbeiten eben nur halbtags, weil keiner Lust hat, nur bei der Arbeit oder nur zu Hause zu sein?
    Das ist wirklich ein Punkt, an dem man so leicht auch Geschlechtergerechtigkeit hätte propagieren können. Stattdessen erweckt der Blogeintrag am Ende den Eindruck, dass hier eine Mutter das Bedürfnis hat, sich für ihren Lebensstil zu verteidigen indem sie die Flucht nach vorn antritt. Schade, Gelegenheit verpasst.

  9. Vielen vielen Dank für deinen tollen Artikel. Wir pflegen zu Hause das gleiche Modell wie ihr. Es ist zwar mit einem Gehalt nicht immer einfach und Urlaub ist eigentlich gar nicht drin, jedenfalls nicht das, was ich unter Urlaub verstehe, aber wir sind glücklich so, wie es ist. Wir haben viel durchgemacht, doch wenn ich mich so umgucke, sehe ich viele, die trotz Geld oder/und der „Freiheit“, dass sie durch ihre Arbeit auch mal daheim raus kommt, irgendwie irgendwo leiden. Und uns war es wichtig, für die Kids da zu sein, wenn sie uns brauchen und wichtige Entwicklungsschritte gehen, denn sonst braucht man sich keine Kinder „anzuschaffen“.

    Und vor allen Dingen, unsere kleine Familie ist glücklich und zufrieden, so wie es ist und läuft. Und das ist es, worauf es meiner Meinung nach ankommt und was das Leben lebenswert macht. Ich weiß, dass es einige gibt, die uns beneiden, aber es liegt immer an einem selber, etwas an seinem Leben zu ändern. Es gibt so viele Modelle, auch um als Mutter Geld dazu zu verdienen, ohne dass man Abstriche im Zusammensein mit seinen Kids machen muss.

  10. Endlich, endlich mal ein Artikel in diese Richtung. Vor allem der Hinweis, wir sollten nicht dafür kämpfen, dass beide Elternteile möglichst schnell wieder Vollzeit arbeiten können, sondern dafür, dass Möglichkeiten geschaffen werden für kleinen Kinder als Eltern auch dazu sein. Für mein Verständnis ist die Vereibarkeit nämlich auch nicht möglich. Zumindest nicht, wenn man sich keiner Nanny, oder Oma in unmittelbarer Nähe glücklich schätzen kann.
    Mein große Tochter ist achtzehn Jahre, die mittlere sechzehn und unsere Nachzüglerin zwei Jahre. Ich habe als Mutter viel gesehen. Und aus gutem Grunde würde ich es nicht anders gemacht haben wollen, als die ersten, wichtigen und schönen Jahre bei den Kindern zu sein. Die aktuellen Mütter wissen erstens nicht was ihnen und ihren Kindern entgeht und zweitens glauben sie tatsächlich die Arbeitswelt könnte nicht ohne sie auskommen und umgekehrt . Unsere momentanter Renteneintritt liegt bei 67 Jahren. Da ist genug Zeit für die „Karriere“ oder nennen wir es einfach Arbeit.
    In diesem Sinne: Vielen Dank!

  11. Mir gefällt der Blogeintrag leider überhaupt nicht. Einerseits behauptest du, du seist für Wahlfreiheit und du würdest niemanden verurteilen, aber deine Wortwahl spricht da schon sehr klar: „wegorganisiert“, „fiebersaftgedopt“, „das Kinderarztwartezimmer verstopft“, bzw. deine Schlussfolgerung von den Familien, die du kennst auf alle anderen, bei denen die Eltern Vollzeit arbeiten (–> Verhaltensgestörte Kinder, kaputte Ehe, Burnout).
    Sorry, aber wenn du Respekt für deine Lebensart erwartest, dann solltest du sie schon auch anderen entgegenbringen. Ich bewundere Frauen, die ganz bei ihren Kindern bleiben, weil das meiner Meinung nach der härtere „Job“ ist (verglichen mit einer Büroarbeit), bloß merke ich, dass dieser Respekt von vielen Hausfrauen nicht zurückgegeben wird, im Gegenteil. Wie auch deine Wortwahl hier im Artikel zeigt, seid „ihr Hausfrauen“ sehr gut dabei, die Nase zu rümpfen über „uns Vollzeit Berufstätige“ Schade!

    Viele Grüße, Vollzeit arbeitende Mama mit zwei Kindern 1-3 Jahre. (Beide Kinder über 1 Jahr gestillt dank Milchpumpe und Fieber tatsächlich noch mit Bettruhe und Wadenwickeln behandelnd, um mal ein paar der hier genannten Klischees zu entgegenzutreten. Ja, der Haushalt sieht trotz Putzfrau oft aus wie Sau – mir aber egal).

  12. Hallo…
    Ich habe nach beiden Kindern schnell wieder Teilzeit gearbeitet. Im letzten Jahr habe ich dann begonnen wieder Vollzeit zu arbeiten. Meine Kinder, jetzt 5 und 7 Jahre, waren super betreut. Mein Mann arbeitet auch Vollzeit. Ich hab es genau ein Jahr ausgehalten…(völlige Erschöpfung ) 🙁

    Meiner Erfahrung nach funktioniert das Ganze nur wenn beide Partner weniger z.B. 30h arbeiten. Da fängt das Dilemma aber schon an. In dem konservativen Unternehmen in dem mein Mann arbeitet kann er in seiner Position nicht weniger arbeiten ohne eben diese zu verlieren.

    Somit werde ich mir erstmal wieder eine anspruchslose Arbeit in Teilzeit suchen. Die Rahmenbedingungen passen immer noch nicht. Ich kann doch als Frau nicht alles stemmen: Vollzeit arbeiten, Haushalt, Kinder, Partnerschaft. Ich bewundere Frauen die das alles schaffen, mir ist es nicht gelungen..

  13. Ich persönlich finde ja es gibt viel mehr pro Arbeiten gehen Artikel, als verständnisvolle die Mama bleibt vielleicht auch gerne zu Hause Beiträge. Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, warum dich der Artikel wütend macht – jede muss ihr Konzept so leben wie sie möchte, aber die Politik ist eben wie hier auch dargestellt sehr einseitig. Es geht nämlich eben nicht darum jeden in seinem gewählten Modell zu unterstützen – allein wenn man das EG Plus betrachtet, es geht immer nur darum wie bekommen die Politiker es hin, dass noch mehr Frauen noch früher wieder arbeiten gehen. Es müssen beide Seiten beleuchtet und beide Parteien angehört werden. Es ist eben auch nicht für jede Mama der Traum so schnell es geht wieder arbeiten zu gehen. Unabhängig vom den Vätern – der kann ja das erste Jahr unser Kind erstmal nicht stillen um es mal auf den Punkt zu bringen, also rein biologisch betrachtet.

    Ich verstehe Frauen sehr gut, die gerne arbeiten – aber es gibt auch von denen genug die mich z.B. nicht verstehen, wenn ich sage ich bleibe 2 Jahre zu Hause. Ein bisschen habe ich dann das Gefühl sie denken, dass ich ihren Beitrag zur Emanzipation kontaminiere – aber ich werde doch nicht leben wie andere es wollen…

    Sorry, das musste mal raus. Fühl dich nicht angegriffen, ich mag es nur nicht wenn diese „In welchem Jahrhundert leben wir denn“-Schiene gefahren wird. Denn zum Glück ist es eins, und das finde ich sehr wichtig zu betonen, in dem jede/r sich sein Lebensmodell selbst aussuchen kann.

  14. Mich machen solche Artikel einfach nur wütend. Es gibt Frauen, die gern arbeiten, ohne deshalb gleich ihre fiebernden Kinder in Betreuungseinrichtungen abzuschieben. Herrjeh! In welchem Jahrhundert leben wir? Glücklicherweise gibt es immer mehr Familien mit großartigen Vätern. Eine Woche hat 168 Stunden. Mag jeder mit seiner Zeit anfangen, was er will. Aber wir sollten endlich mal aufhören, so zu tun, als wären Kinder sofort ein Fall für den Psychiater, wenn wir Mütter einen Teil dieser Zeit damit verbringen, unsere gute Ausbildung auf freudvolle Weise in Geld umzuwandeln. …. Ich wünsche jeder Vollzeithausfrau nur, dass die Kohle vom Göttergatten zeitlebens für alle reicht (auch für mögliche zweit-Ehefrau und weitere Kinder!)
    Susanne, Vollblut-Mama von 5 Kindern und dennoch Voll-Verdienerin

  15. Danke meine liebe Ilse,

    ich bin ja auch für Wahlfreiheit! Aber eben wirkliche Freiheit! Nicht das, was andere verlangen, weil „alle machen das so“! 🙂 Und ich kann Dir sagen, nicht alle Männer sind so wie Dein Bruder, auch das ist eine Typ-Frage! 😉
    Ich hatte die 10 Jahre ja auch nicht so geplant. Erstmal sind unsere Kids leider in größeren Abständen geboren als gewünscht. Ich hatte mich nach dem 1. Kind selbständig gemacht, musste das aber für den Umzug ins Ausland wieder aufgeben. Als dann das 2. Kind da war und wir weiter alle 2 Jahre umzogen und ich nach dem 3. Kind auch noch krank wurde, waren schwuppdiwupp 10 Jahre rum bis ich mich wieder selbständig gemacht habe!
    Mit nur einem Kind und Teilzeit ist das echt alles noch zu schaffen, aber mit zwei oder mehr Kindern und beiden Eltern in Vollzeit, DAS ist es was meiner Meinung nach nicht funktionieren kann.

  16. Liebe Simone,

    hier geht es ja hoch her.
    Ich selbst bin für die Wahlmöglichkeit. Ich war selbst 8 Jahre lang bei unseren Kindern zu Hause, habe in dieser Zeit neben der Familie hausumbau und Gartengesaltung organsiert, habe meinem Mann den Rücken freigehalten, als er im Ausland war und so weiter. Ich habe das alles mit Leidenschaft und aus Überzeugung gemacht.

    Dennoch würde ich heute nicht mehr so handeln. Ich sehe bei meinem Bruder, dass eine Aufteilung der jeweiligen Verantwortungen möglich ist. Er hat einen aufreibenden Job und meine Schwägerin arbeitet für 20 Stunden. Sie hat bereits gearbeitet, als die Kinder gerade mal ein Jahr alt waren. Mein Bruder übernimmt genau so wie sie Hausarbeiten und kümmert sich um die Kinder. Natürlich bleibt die Hauptlast auf meiner Schwägerin. Schon allein, weil mein Bruder unter der Woche viel unterwegs ist. Es ist ein Blanceakt und eine Herausforderung an Planung und Kommunikation. Und es ist möglich. Die beiden leben es Tag für Tag. Mein Neffe geht in eine gute Schule und liebt seine Nachmittgabetreuung. Selbst wenn es möglich ist, will er nicht früher abgeholt werden.

    Ich selbst würde heute auch so wählen. Die Zeit zu Hause hat mich beruflich stark zurückgedrängt und hat auch mein Selbstbewusstsein sehr untergraben.

    Ich denke, man kann die Modelle nicht über einen Kamm scheren und es gibt kein Idealmodell an sich. Jede Familie muss ihr persönliches Idealmodell finden und das sieht dann eben individuell aus.

    Ich finde es aber immer wieder schön, wenn du die Themen in der dir eigenen Art sehr persönlich und ganz aus dem Bauch heraus beschreibst 🙂

    Weiter so!

    Alles Liebe
    Ilse

  17. Es gibt auch Mütter, die arbeiten gehen WOLLEN.
    Wenn ich den ganzen Tag zu Hause wäre, würde ich durchdrehen!
    Den Haushalt schmeiß ich übrigens nebenbei. Wir haben keine Putzfee.

    Wir haben 3 Kinder im Alter von 2, 5 und 7 Jahren.
    Mein Mann arbeitet 30 Stunde pro Woche und ich auch.
    Das ist das für uns perfekte Modell. Beide Teilzeit. Beide Zeit für die Kinder.

    Schon deshalb, weil Menschen arbeiten wollen, sollte für Vereinbarkeit gekämpft werden!

  18. Interessanter Artikel, wenn auch sehr einseitig. Für welches Modell man sich entscheidet ist immer eine Typfrage. Ich zähle zu den arbeitenden Müttern. Und ich fühle mich sehr wohl damit. Da ich einen sehr erfüllenden Job habe ist das für mich ein guter Ausgleich und das tut allen in der Familie sehr gut. Trotzdem muß auch ich mich noch oft rechtfertigen für meinen 20-Stunden-Job & 35 Stunden Kita-Platz.

    Hoffentlich entwickelt sich die Gesellschaft dahin gehend weiter das ich irgendwann nicht mehr solche Artikel lesen muß. In meinem Freundeskreis gibt es verschiedene Modelle (Vollzeit-Mama & Vollzeitarbeitender Mann / Vollzeit-Papa & Mama die voll arbeitet, Beide 20 Stunden / einer 20 Stunden, einer 40-Stunden) und alle funktionieren für die jeweilige Familie gut. Gegenseitiger Respekt für alle Modelle wäre ideal. Es gibt heute so viele Möglichkeiten, die viele Mütter früher nicht hatten und die neuen Väter leisten einen großen Beitrag dazu. Meine Arbeitgeber (da hatte ich echt Glück) haben selber Kinder und sind total flexibel, was Home-Office, Ausfalltage wegen Kinderkrankheit usw. betrifft. (Nein, nicht alle Working-Mums pumpen ihrer Kinder mit Fiebersaft voll um sie in die Kita „abzuschieben“ – solche Aussagen bringen mich echt auf die Palme)
    Macht es alle so wie ihr wollt und wie ihr Euch wohl fühlt. Wenn ihr glücklich seit wirkt sich das 100% positiv auf das Famileinleben aus, für alle. LG Ivonne

  19. Liebe jana7186,

    DANKE für Deinen ausführlichen und ehrlichen Bericht! Denn genau solche Missstände sind es gegen die wir kämpfen sollten! Väter die nicht zahlen müssen, Mütter die Ihren Job verlieren weil das Kind sehr krank ist, Zuschüsse zu bekommen um arbeiten zu gehen, ….

    Ich drücke Dir die Daumen das es nun nur noch bergauf geht!

  20. Hurra, ENDLICH vertritt jemand mal DIESE Meinung. Leider hatte ich bisher immer das Gefühl damit alleine dazustehen. Meine Güte. Für uns ist das traditionelle Modell keine Frage von leisten KÖNNEN, sondern von leisten WOLLEN. Mein Mann ist Doktorand in einer 2/3-Stelle, davon leben wir zu Dritt, nun bald auch zu Viert. Und wir erlauben uns auch noch den Luxus, dass mein Mann ab Geburt des 2.Kindes auch 6 Monate Elternzeit nimmt, also wir beide parallel. Ein wirklicher Luxus – Zeit mit den Kindern – den wir beide nie missen wollten. Vielleicht mögen es heutzutage 98% der Deutschen als naiv ansehen, wenn sich die Frau so ‚zurücknimmt‘ und keine eigenen Karrierepläne verfolgt. Aber bitte, ich habe meinen Mann doch geheiratet weil ich ihm VERTRAUE, weil ich weiß dass er ein anständiger Mensch ist, der mich im Falle einer Trennung unterstützen würde. Wäre ich mir da nicht so sicher, hätte ich mit diesem Mann keine Familie gegründet.. Er weiß meine Arbeit als Mutter mehr als zu schätzen . DAFÜR liebe ich ohn noch mehr. Ich wünsche mir, dass sich heute wieder mehr Menschen trauen gegen den Strom zu schwimmen, sich nichts vorschreiben lassen, das tun was sie selbst für richtig halten. Der Großteil meiner Freundinnen findet es ganz schlimm wieder arbeiten zu gehen. Da werden dann Zweitschwangerschaften geplant um möglichst vor sich selbst eine Rechtfertigung zu haben warum man lieber noch länger dem Job fernbleibt. Das ist es nämlich. Dass so viele Frauen sich garnicht mehr trauen zu ihren Wünschen zu stehen, nicht msl vor sich selbst. Danke für diesen in der Bloggerwelt lange überfälligen Artikel….!!!!!!!! Ina

  21. Liebe Simone,
    du lebste meinen Traum!
    Ich bin kurz vor der Geburt Alelinerziehend geworden.. Und der alltägliche Kampf macht mcih fertig und kostet soviel Mühe und Kraft …die Ich lieber für mein Kind aufbrauchen würde.. Manchmal wenn er Abends im Bett ist werde ich ganz traurig..ich habe das Gefühl ich hatte noch nicht genug von ihm..
    Mittlerweile arbeite ich nicht mehr, da ich seit längerem KRANK bin. mein ganzer Körper hat die Notbremse gezogen!
    -1 Jahr lang Anwaltsbriefe mit dem Kindsvater und dem Erwartungsdruck den alle an mcih hatten wie ich leben sollte und wa sich bezüglich meines Babies machen sollte..
    -der kleine hat die ersten 1,5 Jahre soo schlecht geschlafen..er wurde alle Stunde wach..ich war permanent übermüdet und wog nur noch 48kg bei 1,68
    -dann als der kleine 1,5 war versuchte ich es mit der Kitaeingewöhnung..was vielPapierkrieg und Organisation bedurfte! Man muss ja eine Arbeitsstelle haben..um Hilfe vom Landratsamt für die KITAkosten zu bekommen, und der neue ALG will ja wissen wann man los legen kann.. (meine alte Stelle musste ich wegen dem Papa meines kleinen verlassen, er war mein Chef)
    Die Kitaeingewönung klappte gar nicht.. also alles zurück. Job gekündigt.
    Dann mit 2..der neue Versuch..siehe da..es hat funktioniert..aber 10 Std am Tag fremdbetreut zu sein, war nichts für meinen Sohn..er war ganz durch den Wind..zudem gibt es in meiner Branche keine Rücksicht auf Mamas oder Kinder..auch ich musste 2 Tage die Wochen bis 20 h arbeiten.. Nach drei Monaten..wurde mein Sohn krank..schwer krank.. die Hand Fuss Mundkrankheit eskalierte.. wir mussten ins Krankenhaus..danach wurde ich gekündigt und verlor meine Wohnung dadurch…und wurde auch krank.das war vor 6 Monaten.
    Man sagt: Man soll an sich denken..auch malw as für sich tun! Ich wäre froh ich könnte einfach mal etwas mit meinemSohn machen und mit vollem Geist u Körper dabei sein 🙁 ch möchte nicht nur die Aufsicht sein die am SPielplatz auf der Bank sitzt wie ein häufchen ELend ich will mit ihmlachen und spielen..das wäre für mich „an mich denken“ das würde mich erfüllen und glücklich machen.. aber in meinem Kopf herrscht nur Zukunftsangst und Panik… den jeden Monat muss ich schauen wie ich die Miete bezahlen kann und uns Essen kaufen kann..nebenbei muss ich diplomatisch die Konflikte aussitzen mit seinem Papa und den ex schwiegerleuten, die einfach eine andere Erziehungsmethode bevorzugen (eher mit zwang)
    Es ist nicht schön…
    einige schaffen das bestimmt aber mir widerstebt es mein Kind die ganze Woche abzugeben.. und mein Sohn ist ein kleines schüchternes Pflänzchen das noch die Hochburg Mama braucht (ob man das glaubt nicht ..jedes Kind ist anderst und nein ich bin keine Helikopter Mama!)

  22. Ich finde das Thema total schwierig! Meine Traumvorstellung ist, dass ich für meinen hammerharten Job, den ich Zuhause leiste auch entsprechend Anerkennung und Wertschätzung erhalte.
    Dazugehört zum einen, nicht immer in diese fragenden Gesichter mit gerümpfter Nase zu blicken, wenn ich sage, dass ich eine VollzeitMama bin.
    Dazugehört zum anderen aber auch eine finanzielle Wertschätzung. So läuft das in unserer kapitalistischen Gesellschaft nämlich. Mir scheint, dass ich erst dann, wenn ich was für mein MamaSein und meine HaushaltsFührung ausgezahlt bekomme, auch ein vollwertiges und ernst genommenes Mitglied dieser Gesellschaft zu sein. Ein wenig überzogen? Vielleicht.
    Häufig kommt an diesem Punkt der Hinweis auf irgendwelche TrashTVMamas, die für fehlende psychische Anwesenheit auch noch bezahlt werden sollen? Ich bewege mich in verschiedenen sozialen Milieus und eine solche Mama kenn ich einfach nicht. Es mag sie geben – genauso wie es die Angestellten und Arbeitnehmer gibt, die ihren Job schlampig machen oder mehr Zeit in de sozialen Medien verbringen als irgendwelche Abrechnungen für das Unternehmen zu machen.
    Außerdem möchte ich nach diesem „echten Job“ die Möglichkeit haben, auch wieder in einen meiner anderen Berufe zurückzukehren. Und an dieser Stelle sehe ich auch irgendwie gar keine Veränderungen. Ich möchte nicht in einem 450,-€-Job hängen bleiben und damit dann mein Risiko der Altersarmut noch mehr erhöhen.
    Denn das ist genau das, was wir als VollzeitMutter machen. Wir kriegen drei Kinder, die entscheidend für unser Rentensystem sind und für diejenigen aufkommen werden, die vollzeitbeschäftigt waren und keine Kinder bekommen haben, weil es sich nicht lohnt – das tut es finanziell eben tatsächlich nicht.

    Ich wünsche mir auch mehr Vereinbarkeit. Aber eine Vereinbarkeit, die mich hier Zuhause meinen Job gut machen lässt. Die mich ein wenig motiviert, wenn Kind1 kotzt, Kind2 seinen Platz in der neuen Klasse sucht und Kind3 Hunger hat und gestillt werden muss. Ach ja, und wenn der Ehemann dann von Anforderungen im Job spricht.

  23. Liebe Simone,
    mit einigen Punkten hast du schon recht, aber einige Sachen sind recht fragwürdig. Ich finde es allgemein immer wieder verstörend, wie sehr Kindererziehung nur auf die Mutter beschränkt wird. Klar kann es für dich toll sein, jahrelang mit deinen Kindern zuhause zu sein und sie nicht „wegzuorganisieren und fiebersaftzudopen“, aber mit der Aussage, Eltern, die Vollzeit arbeiten würden an Burn-Out leiden oder in der Familie würden andere Defizite herrschen, halte ich für SEHR gewagt.
    Es kann ja schön sein, dass dein Mann genug Kohle verdient, damit du nicht arbeiten musst, aber das geht bei vielen eben nicht. Außerdem ist es durchaus WICHTIG, dass für diese Vereinbarkeit gekämpft wird, und zwar auf allen Seiten! Mit der schlichten Aussage, dass es so gestaltet werden muss, damit ein Gehalt für die ganze Familie ausreicht, ist es nicht getan. Wer soll denn diese Vorraussetzung schaffen? Soll ein Bäcker nun 3000 Euro netto verdienen, damit er seine vierköpfige Familie durchbringen kann? klar wäre das toll, aber wirtschaftlich nicht umzusetzen. Es wäre viel wichtiger, Arbeit so zu gestalten, dass beide Elternteile sich aktiv in der Kindererziehung beteiligen können (eine 32h-Woche für Mutter und Vater, wie sie in Skandinavien gelebt wird, wäre ideal) und dabei immer noch genug verdienen, damit die Familie finanziell gut dasteht.
    Ich arbeite auch 30h und mein einjähriger Sohn fühlt sich sehr wohl in der Kita und ich denke, ich bin auch eine bessere Mutter, weil ich ausgelastet bin, gerne arbeite und ihn trotzdem viel Zeit widmen kann. Aber dieses ewige „ich bin ja so eine tolle Mutter, weil ich meine Kinder nicht abschiebe und ich kann jeden Entwicklungsschritt begleiten“ ist echt langweilig. Was ist, wenn du und dein Mann sich mal trennen? Oder wirst du mal eine gute Rente bekommen? Was bleibt da „auf der Strecke?“
    Ich finde es erschreckend, dass Mütter jahrelang zuhause bleiben und dann nach 10 Jahren versuchen wieder in den Job einzusteigen, aber nichts bekommen. Aber sorry, das ist halt ziemlich schwer, das verstehen die wenigsten Arbeitgeber. 10 Jahre nicht im Job ist halt eine immense Zeit, in der sich wahnsinnig viel verändert hat.
    Könnte man nicht Kindererziehung auf beide Elternteile aufteilen und beide können aktiv an der Arbeitswelt teilnehmen? Wäre das nicht ein großer Schritt, auch für uns Frauen und Mütter? Und da müssen wir Frauen auch nicht immer den Spagat machen und alles unter einen Hut bekommen.
    Und EMANZIPATION sollte der Wunsch aller Frauen sein, denn „nur“ Hausfrau und Mutter ist eben nicht für jede Frau das vollendete Glück. Denn wir sollten kämpfen und fordern, dass auch wir nicht mehr in der Arbeitswelt stigmatisiert werden und gleiche Rechte für Frauen und Männer gilt dann eben auch zuhause. Ich denke, nicht jeder Vater ist superglücklich nur im Büro zu sitzen, die finanzielle Verantwortung für die ganze Familie zu tragen und seine Kinder vielleicht wenig zu sehen … in diesem Sinne: guter Artikel, aber meiner Meinung nach nicht förderlich für einen gesellschaftlichen Wandel und ein Umdenken.
    Viele Grüße
    Ulrike

  24. Hallo, dein Artikel gefällt mir sehr gut. Ich habe zu diesem Thema auch einen Blogeintrag verfasst. Wenn du magst, kannst du ihn nachlesen.

    https://emmaundlukas.wordpress.com/2015/05/06/vereinbarkeit-von-job-und-familie/

    Ich würde sehr gern dein Modell leben, der Mann verdient die Brötchen, ich mache Kinder, Haushalt, mich. Leider ist das finanziell nicht möglich, wodurch wir auf meine Teilzeitstelle angewiesen sind. Diese lässt sich zwar gut in die Zeiten der Schule/des Kigas einbinden und ich mag meine Arbeit.
    Aber leider bleibt eben vieles auf der Strecke. An manchen Tagen kann ich nachmittags nicht genug mit den Kindern spielen, weil die Wäsche sich stapelt. Oder der Boden ist krümelig, weil ich grad lieber mit den Kindern spiele. Ich fange gar nicht erst damit an, dass ich zu nichts nur für mich komme. Und natürlich fehlt so oft auch die Zweisamkeit mit dem Mann, wenn ich entweder zu KO bin vom stressigen Tag oder eben noch Haushalt habe, was ich mit den Kindern nicht geschafft habe.
    Doch ich finde hier muss, wie du auch schreibst, die Politik reagieren. Es muss höher angerechnet werden, wenn Frau sich entscheidet Mutter und Hausfrau zu sein. Sie darf nicht hingestellt werden, als das sie keine Lust auf Arbeit hat und sich auf den Lorbeeren ausruht. Das sie den ganzen Tag eh nichts macht, schließlich ist sie nur daheim usw.
    Ich finde es toll, dass ihr es so hinbekommt und erhoffe mir für meine Familie, dass dies auch irgendwann möglich ist.
    Liebe Grüße, Heike

  25. Hallo Simone, dein Blogeintrag gefällt mir so gut und beschreibt auch eine Entwicklung, die ich – ganz privat als Mama – auch schon beobachtet habe und auch selbst immer wieder damit kämpfe.
    Auf http://www.welovefamily.at starten wir mit der Serie „Die Top-5-Blogbeiträge“ einer Woche und da habe ich diesen Artikel dazugenommen. Er passt einfach wunderbar und trifft den Kern. Am Freitag geht der Beitrag online und ich danke für diesen Gedankenanstoß. Alles Liebe aus Wien!

  26. Liebe Simone,

    oft klingt es so, als wäre dieses Hausfrau – und Muttersein immer schon so gewesen und alle hätten sich dafür früher einfach so entschieden. Die Anforderungen an die heutigen Frauen sind allerdings andere als noch vor wenigen hundert Jahren.

    Hab mal was geschrieben zur Erfindung der Hausfrau: http://www.krachbumm.com/2014/08/16/die-erfindung-der-hausfrau/

    Und auch was zur Erfindung der Mutter, wie wir sie heute kennen: http://www.krachbumm.com/2014/08/11/die-erfindung-der-mutterrolle/

    btw: ich bin Mutter, aber keine Hausfrau. Mein Partner ist Vater, aber kein Hausmann. Wir sind beide berufstätig und übernehmen beide Tätigkeiten im Haushalt. Wir teilen auch die Kinderbetreuung gleichermaßen auf.

    Hausarbeit hat für uns nichts mit Kinderbetreuung zu tun.

  27. Danke Simone, ein zufriedenes Lächeln huscht über mein Gesicht.
    Ich eine späterstgebärende hat sich entschieden den Weg der Vollzeitmama zu gehen.
    Und nur noch Hausfrau und Mutter zu sein, sehr zum Gefallen unseres kleinen Sonnenscheines und des Hausherren.
    Ich finde es super das du den Nagel so auf den Kopf triffst.
    Liebe Grüße
    Mama Nadine

  28. Waren „wir“ da im Diskurs nicht schon einmal weiter?
    Mich würde übrigens interessieren, WANN denn diese glorreiche Zeit war, als „die Arbeit als Hausfrau und Mutter auch (wieder) anerkannt (wurde) und nicht als „nur Zuhause“ bezeichnet (wurde)“? Eine Überhöhung der „Mutter- und Hausfrauenrolle“ führen doch stets die im Munde, die sich einen Vorteil davon versprechen, Frauen an wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Partizipation auszuschließen (also Männer). Eine wirklich Aufwertung sprich Anerkennung dessen, was Erziehungsaufgaben in unserer Gesellschaft bedeuten, kann es doch nur geben, wenn MÄNNER umdenken. Solange die Vereinbarkeit von Job & Familie vorrangig Frauensache ist, können wir lange rudern und schaumschlagen… MÄNNER müssen ihre 50% zu diesem Balanceakt beisteuern, dann können Frauen die Vereinbarkeit auch schaffen. Ich sehe in meinem Bekanntenkreis die Gründe für die konflikthaften Partnerschaften, die burn-outs (bei den Frauen) darin, dass sie den überwiegenden Teil der Erziehung und des Haushalts alleine zu stemmen haben und „on-top“ noch arbeiten gehen. Mein Ansatz wäre: Ich habe ein Recht auf Erwerbstätigkeit, ein Recht, NICHT von meinem Mann finanziell abhängig zu sein,ein Recht auf eigene Rentenansprüche UND ich kann Familie haben – mit einem Mann an meiner Seite, der ein progressives Familienmodell leben will und sich deswegen genauso den Erziehungsaufgaben stellt wie ich.
    Mit herzlichem Gruß, Katharina, 4 Kinder zw. 7-2J, berufstätig.

  29. Ich war 7 Jahre lang „nur“ Hausfrau. In dieser Zeit habe ich drei Kinder geboren.
    Die Zeit war intensiv. Manchmal war ich sehr gelangweilt, nicht ausgefüllt und frustriert. Insgesamt aber war ich glücklich und habe jeden Tag gedankt, so kleine Wunder um mich herum zu haben.

    Die Großen kamen mit 5 und 3 Jahren in den Kindergarten – bedingt durch Umzüge und ungewissen Wohnort (Job nach Studium) kam die Große erst spät in den Kindergarten.

    Als meine dritte Tochter ein paar Monate alt war habe ich angefangen, freiberuflich im Home Office zu arbeiten. Jahre später war ich eineinhalb Jahre im Büro (PR-Agentur) tätig.

    Letzteres gab ich auf, weil die Vereinbarkeit so auch bei mir nicht gegeben war. Es gab niemanden, der im Notfall spontan für die Kinder da sein würde. Mein Halbtagsgehalt floss in die Sommerferienbetreuung (in der die Kinder sich nicht sehr wohl fühlten). Und ich war nachmittags immer völlig alle.

    Als dann noch die Oma (welche ab und an hätte helfend einspringen können) schwer erkrankte, habe ich gekündigt und bin wieder zurück in die Freiberuflichkeit.

    Inzwischen habe ich Kind Vier geboren und arbeite immer noch von zu Hause aus. Der Jüngste (eineinhalb Jahre alt) ist von 8:30 bis 12:30 in einer liebevollen Betreuung bei Tageseltern. Der Schritt war nicht einfach für uns beide, da wir tierische Kletten sind. Aber inzwischen spüre ich, dass es richtig so war. Er geht gerne hin und freut sich natürlich tierisch, wenn er mittags abgeholt wird. Die anderen gleichaltrigen Kinder dort sind bis 16 oder 17 Uhr dort. Das wiederum könnte ich persönlich niemals ertragen, aber wie ich hörte, seien da strenge Chefs und man könne nicht anders, bzw. brauche eben das Geld.
    Das tut mir ehrlich leid.

    Liebe Grüße

    Saskia ( von essentialunfairness.wordpress.com)

  30. Als wenn man, FRAU die Wahl haette! Ich wuerde mir einfach nur mehr und bessere Kitas wuenschen und die Moeglichkeit fuer die Eltern aktiv eine Kita auszusuchen. Fuers erste Kind hatten wir einen Platz bei einem zweifelhaften Kitatraeger (Konzept-e, nach Element-i) und es war schlimm. Das Schuldgefuehl meinen kleinen Sohn in einer solchen Einrichtung „parken“ zu muessen war unertraeglich. Die Betreuung ist fuer mich der wichtigste Faktor fuer meine Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
    Heute arbeite ich Vollzeit, fuehle mich weiterhin schuldig, bin aber sicher dass meine 2 Kids in der neuen Kita top betreut sind. Sie bekommen dort Liebe und Zuwendung von Erzieherinnen die fuer mich zur Familie gehoeren und denen ich vertrau!
    Ich waere lieber eine 100% -Mutter! Alles was ich sein moechte ist Mama. Viel mehr Kinder wuensche ich mir…
    Allen arbeitenden Mamas wuensche ich ein gutes Leben, den Vollzeitmamas natuerlich auch 😉
    xxx Sabine

  31. ich bin seit bald 16 Jahren „nur“ Hausfrau mit inzwischen 4 Kindern. Wobei ich viel gemacht habe, halt ohne Geld dabei zu verdienen und sie waren mittendrin. Mittlerweile habe ich mich selbständig gemacht, bin aber immer zuhause wenn die Girls aus der Schule oder dem Kindergarten kommen. Und wenn sie krank sind dann schieb ich alles weg, geht doch. Ich denke man kann sich noch relativ gut organisieren mit zwei Kindern, spätestens ab dem dritten oder gar vierten Kind ist es fast unmöglich – ausser man hat eine Nanny oder eine grosszügige Grossmutter.

  32. Liebe Simone,
    endlich hat es mal jemand getan….darüber zu schreiben, dass es durchaus Frauen gibt, die sich ernsthaft gut und richtig damit fühlen, Hausfrau zu sein. Ein Heimchen am Herd bin ich darum noch lange nicht. Heute darf man in meiner Generation (ich bin 37) ja schon fast gar nicht mehr äußern, dass man „nur“ Zuhause ist. Ich mache meine Emanzipation nicht daran fest, ob ich zum Arbeiten aus dem Haus gehe und mir jemand anders das Gehalt zahlt. Und ja, vom Lächeln meiner Kinder kann ich auch nicht immer zehren und meinen Office-Alltag vermisse ich auch manchmal, aber ich habe es mir doch ausgesucht, Kinder zu bekommen und damit doch auch den „Job“ angenommen, ihnen zumindest bis ins Schulalter eine intensive, liebevolle und gute Betreuung zu bieten. Abgesehen davon, dass ich die heutigen Gegebenheiten in Sachen Kita- und Krippenqualität sowie Betreuungsschlüssel wirklich weitestgehend für unzureichend halte.

  33. Ich liebe deine Artikel, Simone, gerade deswegen, weil sie aus dem Bauch heraus sind.

    Und ich habe auch eine Weile gebraucht, bis ich darauf gekommen bin, dass die Männer fehlen 😉

  34. Liebe Birgit,
    *mitderhandvordiestirnschlag* GENAU DAS habe ich vergessen! SO machen es nämlich Verwandte von uns. Und das klappt super! DANKE für den Hinweis! Ich habe so viel zu dem Thema im Kopf. Ich werde das vielleicht nochmal alles strukturierter Zusammenfassen. Der Artikel war einfach das, was aus meinem Bauch raus musste! 🙂

  35. Ein sehr mutiger Artikel, liebe Simone. Ich finde dieses „Vereinbarkeit muss um jeden Preis klappen“ und „Jede Frau muss auch mit Kindern wieder arbeiten gehen“ auch unmöglich.

    Ich reagiere auf alles allergisch, was ich muss. Und ich verstehe deine Meinung sehr gut.

    Trotzdem hat mir irgendetwas gefehlt in deinem Artikel, und ich hab eine Weile gebraucht, um herauszufinden, was es ist.

    Es ist die Rolle der Väter in deiner Sichtweise. Das stört mich. Weil es wieder nur auf den Schultern der Mamas ausgetragen wird, dass Vereinbarkeit entweder funktioniert oder auch nicht funktioniert.

    Warum können nicht Mama und Papa beide weniger arbeiten und beide sich um die Kinder und den Haushalt kümmern. Kinder brauchen ja auch ihre Väter und die sehen sie beim klassischen Modell äußerst selten.

    Es wäre doch traumhaft, wenn es für Eltern die 30 Stunden Woche gäbe. So hätte jeder ausreichend Zeit, sich um die Kinder zu kümmern und trotzdem im Job zu bleiben und für die Rente zu sorgen (die Anmerkung von Andrea ist – finde ich – ziemlich wichtig).

    Dazu müsste aber erstens einiges Umdenken in den Unternehmen stattfinden und der Staat müsste auch familienfreundlicher eingestellt sein was Steuern und Rente betrifft.

    Mit einer 30 Stunden Woche könnten sich die Eltern beide um ihre Kinder kümmern und doch arbeiten gehen. Wenn die Kinder größer sind, können beide wieder mehr arbeiten.

    Und wer möchte kann das klassische Modell fahren oder eben Vollzeit arbeiten.

  36. Liebe Simone,

    endlich sagt mal jemand wie es wirklich ist! Ich kann dir da wirklich nur zustimmen.

    Ich habe 2 Kinder. Nach der ersten Schwangerschaft bin ich nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen – aus Angst, den angestammten Platz im Unternehmen zu verlieren. Ich hatte das Glück, dass in der Zeit meine Eltern auf meinen Sohn aufpassen konnten. Trotzdem ich nur 50% gearbeitet habe, bereue ich diesen Schritt wirklich. Beim 2. Kind habe ich direkt gesagt, dass ich die vollen 3 Jahre Elternzeit nehmen werde OHNE zu arbeiten. Nach Ablauf der Zeit habe ich mich dann dazu entschieden ganz auf zu hören.
    Spätestens, als mein Chef mir damals sagte „… Sie haben ihr Leben nach dem Job zu richten und nicht umgekehrt…“ war mir klar, dass ich es nicht bereuen würde!
    Und das habe ich bis heute auch nicht getan.

    Wenn ich die Kinder in der Klasse meines Sohnes sehe, die den ganzen Tag in der Schule bleiben müssen und wie sie sich im Wesen und ihrem Verhalten verändert haben, bin ich doch sehr geschockt. Die Kinder sind unhöflich geworden, verroht, Gewaltbereit und unsozial. Eine erschreckende Entwicklung meiner Meinung nach. Mein Sohn ist einer der wenigen Kinder, die nach der letzten Stunde nach Hause gehen. 2/3 der Klasse bleibt bis abends dort.

    Schön, dass sich endlich jemand traut dem gesellschaftlichen Druck zu trotzen und seine Meinung über die Vereinbarkeit von Job und Familie zu schreiben! Hut ab!

    Liebe Grüße!
    Yvonne

  37. Liebe Michaela,

    aber dann ist doch Dein Sohn bei Vater oder Oma, das ist doch auch völlig in Ordnung! Mit „wegorganisiert“ spreche ich eher darauf an, das Kinder bei Krankheit leider sehr oft zu Wildfremden müssen, da sind ja krank nicht in KiTa, bzw. bei der Tagesmutter abgegeben werden dürfen. Dafür gibt es ja inzwischen die Notfall-Hilfen, die mir echt Angst machen.
    Mir geht es doch nur darum das die Gesellschaft uns weis machen möchte das es geht das beide Eltern in Vollzeit arbeiten. Wohlmöglich sogar eher 50-60 Stunden als 40 pro Woche! Und ich wollte ja auch auf gar keinen Fall die Diskussion anfachen und irgendwen als Rabenmutter hinstellen. Ich bin davon überzeugt das viele es hinbekommen und auch wie Andrea sagt, es auch wollen. Aber es ist ja leider oft so, das es mit der Ich-schaff-das-mit-der-Vereinbarkeit so läuft „Weil man das heute eben so macht!“ oder oft auch „Von einem unserer Gehälter können wir nicht leben!“ und eben nicht aus freiem Willen. Und DAS ist es was mich so stört. Es sind doch die Medien die das alles auch immer so aufbauschen. Warum haben wir Frauen denn in solchen Situationen ein schlechtes Gewissen? Doch in erster Linie weil wir uns das einreden lassen haben, oder?

    Und je mehr Kommentare ich lese um so mehr wird mir auch klar: Es ist noch immer was anderes ob man ein oder mehrere Kinder hat! Wenn das bei Euch so funktioniert hat, dann ist das doch großartig. Ich erlebe in den Elternratspositionen aber eben leider immer wieder andere Fälle. Früher waren die Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen die „verhaltensauffälligen“, heute sind es leider hauptsächlich die Kinder der Vollzeitberufstätigen! Ehrlich! Und da es nicht wie früher 2-3 sondern eher 6-8 Kinder pro Klasse sind, macht mich das halt traurig, denn das ist es was auch Lehrer immer früher und öfter ins Burnout treibt, und es allen Mitschülern schwieriger macht sich im Unterricht zu konzentrieren. Ich könnte noch stundenlang darüber schreiben welche negativen Auswirkungen das hat.

    Wie gesagt, ich verurteile Niemanden für seine Entscheidung, und ich betone auch gerne nochmal das es nicht bei allen so ist, aber ich beobachte eben so viele negativen Auswirkungen und die wollte ich einfach mal kundtun! 🙂

  38. Hmm … ehrlich? Ich fühle mich beim Lesen Deines Beitrags ein wenig vor den Kopf gestoßen … Habe ich doch 6 Monate nach der Geburt meines Juniors schon wieder 30 Stunden gearbeitet.

    Zugegeben: Die ersten Wochen hab ich auf der Fahrt ins Büro oft geheult wie ein Schoßhund, aber der Kurze war beim Papa und gut aufgehoben.

    Und ich war und bin noch nie eine von den Müttern gewesen die im Spielen und Basteln mit Kind aufblüht. Das liegt mir nicht – und es hätte mich wahnsinnig gemacht wäre das für drei oder sechs Jahre mein Lebensinhalt gewesen.

    Ich verstehe das Gerede nicht vom „Entwicklung verpassen“. Ich habe das erste Wort meines Sohnes gehört, er hat seine ersten Schritte bei mir gemacht, ich habe ihm den ersten Löffel Brei gefüttert … Vielleicht lag es an der sehr engen Bindung, die wir schon immer hatten, dass der Kurze damit immer auf mich gewartet hat?

    Ja, meine Ehe ist den Bach runter gegangen. Das war sie aber schon vor der Geburt des Kurzen – wusste jeder, nur ich habs erst drei Jahre später mitgekriegt. Die Tatsache das ich gearbeitet habe trotz Kind hatte da sehr wenig mit zu tun.

    Das ich seit fast fünf Jahren selbstständig bin macht mir die Vereinbarkeit natürlich leichter als einer Mutter, die das Kind mit einem Chef der auf Anwesenheit besteht koordinieren muss. Aber ich bin auch seit fünf Jahren Vollzeit-Selbstständig.

    Hat das meinem Sohn geschadet? Wer ihn kennt wird bestätigen: Nein, hat es nicht. Der kurze ist aufgeweckt, frech, sehr selbstständig und wir beide zusammen sind ein super gutes Team.

    Er geht auf eine Ganztagsschule, Nachmittags kann er flexibel zwischen 14:00 und 16:30 Uhr abgeholt werden. Wenn er Mittags zur Oma geht kriegt die regelmäßig die Ansage: Aber nicht schon wieder um 14:00 Uhr abholen. 15:30 Uhr ist früh genug. Und wenn ich ihn um 15:30 Uhr hole würde er mich oft genug gern nochmal für eine Stunde wegschicken.

    Warum? Weil Nachmittagsbetreuung in der Schule nix negatives für ihn ist. Es ist freies, unbeschwertes Spielen mit seinen Freunden, mit einem Riesenfundus an Möglichkeiten, von der Matschecke auf dem Schulhof über die große Auswahl an Gesellschaftspielen bis zu den Riesenkisten mit Bausteinen, mit denen er seine Kreativität auslebt.

    Und trotzdem dass ich weiß, wie gut das für uns beide funktioniert treffen mich Wörter wie „weg organisiert“ oder die Aussage das Kinder von berufstätigen Eltern phsychisch auffällig sind bis tief ins Mark. Weil ich mich immer, immer angesprochen fühle als die Rabenmutter, die 6 Monate nach der Geburt ihres Kindes wieder (fast) Vollzeit arbeitet …

  39. Schon lange nicht mehr so oft genickt beim Lesen eines Blogposts zu diesem Thema! Beide Daumen hoch! Mein erstes Kind ist zwar noch gut gepolstert im Bauch, aber seit der Schwangerschaft komme ich um dieses Thema ja auch nicht rum. Von allen Seiten wird man gefragt wie man das handhaben will. Ich habe auch das grosse Glück, dass es finanziell möglich für mich ist etwas länger daheim zu bleiben, aber ich sehe das wie du: Das Problem bin nicht ich, sondern die Einstellung in der Gesellschaft – wie oft ernte ich ein Kopfschütteln, wenn ich zugebe nicht nach 12 Monaten wieder arbeiten zu gehen (beste Aussage einer Bekannten: „Heutzutage macht man das aber so“, zu sowas fällt mir dann nichts mehr ein). Wir sollten uns vielmehr loslösen von den gesellschaftlichen Erwartungen und vielmehr auf unseren Bauch und unser Herz hören und uns natürlich auch nicht in die Lebensmodelle anderer einmischen – was für die einen der Traum ist, kann für jemand anderen der pure Albtraum sein…

    Ganz liebe Grüsse,
    Klaudia

  40. Liebe Andrea!
    DAS stimmt!!!! Den Punkt Rente habe ich komplett vergessen. Allerdings beschäftige ich mich mit dem Thema in anderer Richtung gerade intensivst und werde dazu dann einen eigenen Blogpost verfassen! Danke für den Hinweis! 🙂

  41. Liebe Simone,

    Warum ich arbeite? Weil ich es gerne tue. Mir macht meine Arbeit unglaublich viel Spaß und sie gibt mir Ausgleich, Inspiration und Fordert mich anders, als es meine Kinder tun.

    Ich würde sogar sagen durch meine Arbeit bin ich eine bessere Mutter.

    Was mir in deinen Forderungen – denen ich im großen Teil dennoch zustimme – vollkommen fehlt ist das nicht gerechte Rentensystem. Denn nach 10 Jahre zu Hause ist da leider eine sehr große Lücke in deinen Rentenzahlungen, die Du privat schliessen musst. Das ist eine zusätzliche finanzielle Belastung.

    Es müssen sich alle Beteiligen, damit es Funktioniert! Die Eltern, die Arbeitgeber und die Gesellschaft. Wenn alle an einem Strang ziehen können wir gemeinsam glücklich werden.

  42. Danke für diesen ehrlichen Text und auch dafür, dass Du Deine (emanzipatorisch altmodische und überhaupt nicht mainstreamige) Meinung in das Internet schreist!!!! Und zwar mit lauter GROßBUCHSTABEN! Richtig so. Du hast es gut, das weißt Du und Du weißt auch, dass ich finde, dass Du es gut hast. Ich würde auch gern länger zu Hause bleiben und ein bisschen nebenher schreiben und anstatt großen Broten eben ein paar kleine Brötchen verdienen… diese Option steht leider nicht. Aber wenn ich das Gefühl bekomme, dass das gar nicht gut läuft mit den zwei Jobs (Arbeit + Haushalt) und den zwei Kindern, dann wird hier neu gewürfelt zu Hause. Ich sehe das ebenso, dass es meistens die Frau ist, die im Spagat sitzt. Und zwar jahrelang. Das will ich nicht und ich werde aufmerksam sein, mir selbst gegenüber. Das bin ich mir schuldig. Und auch meinen Jungs!
    Liebste Grüße und bis bald, Deine Rike

  43. Das stimmt Marion,
    hab da spontan nur an meine zeitnahesten Erlebnisse gedacht, da sind es konkret leider die Kinder! 🙁
    Aber du hast Recht, am meisten reibt sich die Mutter auf! 🙁
    So einen supertollen Chef hätten wir wohl alle gerne, ich würde den auch zurücknehmen! 😉 Und Großeltern fehlen mir z.B. durch die ewige Umzieherei komplett, und das geht auch vielen so, die sind ja oft auch selber noch berufstätig! Vielleicht sollten DIE mal über Vereinbarkeit nachdenken! 😉

  44. Liebe Simone, ich finde Dein Modell beneidenswert, obwohl ich mir heute nicht mehr vorstellen könnte, auf Dauer „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein. Ich habe aber Gott sei Dank einen verständnisvollen Chef und das wichtigste: die Großeltern vor der Tür. Denn das ist für mich ein himmelweiter Unterschied, ob die Kinder fremd oder in der Familie betreut werden.
    Allerdings sehe ich heute auch die Übermittagsbetreuung in der Schule viel weniger kritisch als früher, denn nirgendwo sonst hätte mein Sohn so viele Fussballmitspieler um sich rum, wie auf dem Schulhof.
    In einem Punkt bin ich nicht ganz einig mit Dir. Ich glaube nicht, dass es unbedingt die Kinder sind, die darunter leiden. Die, die meistens zu kurz kommt, ist die Mutter, denn die sorgt dafür, dass es allen anderen und allen Umständen gut geht, ohne Rücksicht auf sich selbst.

  45. Liebe Simone, du sprichst mir aus der Seele. Auch ich lebe das gleiche Modell wie du und stimme dir in jedem, wirklich in jedem Punkt zu. Bei mir ist es allerdings inzwischen so, dass ich mich im Gespräch mit anderen Frauen inzwischen ständig dafür rechtfertigen muss, warum ich zum Arbeiten nicht meine vier Wände verlasse und wie viele andere Mütter, ins Büro gehe. Das geht mir auf den Sack! Ganz herzliche Grüße, Ute

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