… macht Pause in der Mutter-Kind-Kur!

Vor drei Jahren hat mir eine Freundin geraten, wenn ich je eine Mutter-Kind-Kur machen möchte, dann sollte ich das tun, solange das älteste Kind noch in die Grundschule geht. Und da ich zu dem Zeitpunkt sehr anfällig für alle Arten von Viren war und auch ansonsten ziemlich am Ende meiner Kräfte, habe ich nach der zigsten Magen-Darm-Verstimmung meinen Hausarzt vollgejammert und die Krankenkasse um das entsprechende Formular gebeten. Der Arzt hat das super ausgefüllt und auch die Formulare für zwei „Zu behandelnde“- und ein Begleit-Kind waren für Kinder- und Hautarzt kein Problem! Die Kur wurde von der Krankenkasse direkt genehmigt, ich staunte nicht schlecht, suchte mir schnell eine Klinik raus, legte die Reisedaten fest, bekam die Unterlagen, trat dem Forum der Kurklinik bei, lernte dort schon mal virtuell ein paar Frauen kennen, die zum gleichen Zeitraum dort sein würden.
Ich fing an mir aufzuschreiben was ich alles mitnehmen wollte, suchte die Reiseroute raus und fing schon zwei Wochen vorher an ein paar Sachen zur Seite zu legen, die ich auf keinen Fall vergessen wollte. Ich machte mir die üblichen Sorgen ob das alles gut gehen wird, ob wir die typische Kur-Klinik-Seuche bekommen und alle gleichzeitig mit Magen-Darm flachliegen, ob ich mit meinem zähneknirschenden Sohn in einem Raum schlafen muss, wie ich mich erholen soll, wenn die Lütte nur während der Anwendungen betreut wird. Ich ließ das Auto durchchecken, sah mir Internetseiten des Ortes an, brach mir 10 Tage vor Anreise das rechte Sprunggelenk, musste operiert werden, lag 4 Tage im Krankenhaus und wurde mit einem riesen Plastikgestell am Fuß, Krücken in den Händen und einem völlig von Schmerzmitteln vernebelten Kopf und der Aussage „6 Wochen nicht belasten“ entlassen! Kurz zusammengefasst: Kur gestrichen!

Von 100 auf NULL in drei Sekunden! Eine falsche Bewegung beim Schlitten fahren mit den Kindern und mein gut durchgeplantes Leben lag brach! Für mich Mini-Monk eine Totalkatastrophe. Ich musste umplanen! Direkt nach Zahnbürste, Schlafanzug und Handy-Ladegerät landete also das Laptop ganz oben auf der Bitte-ins-Krankenhaus-mitbringen-Liste für meinen Göttergatten. Von der Piste war ich quasi, mit Zwischenstopp zum Röntgen, direkt im Krankenwagen in den OP gerollt worden. Und während ich dann ein paar Tage in der Klinik war hat mein Göttergatte den Kindergarten gebeten ob die beiden Lütten täglich länger bleiben könnten. An dieser Stelle nochmal meinen Allerherzlichsten Dank an die Nachbarinnen, die das Abholen übernommen haben! Wieder daheim habe ich mir dann eine Haushaltshilfe/Kinderfrau gesucht, die ab mittags Wäsche, Küche & Co. machte und nachmittags die beiden Kleinen aus der verlängerten Betreuung holte. Eigentlich der Traum jeder Mutter, aber es ist ätzend wenn man selber so garnichts in der Zeit machen kann. Ich versank ein wenig in Selbstmitleid und saß viel am PC! Erst danach habe ich angefangen zu bloggen. Und im Nachhinein weiß ich jetzt auch, die Zeit beim Füße hochlegen hat mich aus meinem Alltag gerissen, ich hatte Zeit für die Kinder und sämtliche Kartenspiele, ich hatte keinen Mama-Taxi-Stress, ich musste nicht einkaufen, ich konnte nicht aufräumen, und das allerschlimmstebeste ich musste Hilfe annehmen. DAS war es was ich gelernt habe. Und das war es was mir wahrscheinlich auch die Kur gezeigt hätte.

Hilfe annehmen wenn man immer die NEU ZUGEZOGENE ist, ist ganz und gar nicht einfach! In dem Moment MUSSTE ich aber, und das hat mir gezeigt wie gut das tut. Ich war ja nicht völlig überfordert, und auch nicht übermüdet. Ich habe das wahnsinnige Glück, für das ich auf ewig auch dankbar sein werde, dass ich eben a) NICHT arbeiten muss damit wir uns eine gewisse Lebensqualität leisten können und b) meine Kinder schlafen durch. (Dass sie das fast alle schon mit 6-8 Wochen getan haben würde ich öffentlich in der Gegenwart von völlig übermüdeten Mombies natürlich NIEMALS laut zugeben, denn wenn Blicke töten könnten, die aus den Augenring-Umhüllten-Exemplaren, die würden es sicherlich schaffen!) Aber, um wieder auf das Thema zu kommen, ich war im Anschluss an diesen Unfall schon allein wegen der Gewissheit Hilfe zu haben, wenn ich sie benötigte um einiges Entspannter.

UND, ich habe anschließend mit dem Bloggen angefangen, denn meine mir als Frau zur Verfügung stehenden 2000 Wörter am Tag konnte ich nicht alleine nur auf meine Nachbarinnen abfeuern. Hier im Osten sind se ja eh alle berufstätig und nicht da. Und ich wollte ja schon seit Jahren ausprobieren ob auch Menschen die meine Art zu reden und meinen Humor und eben mich NICHT kennen, mich auch „gelesen“ unterhaltsam finden. Und dieses schreiben, ist für mich wie Seelenwäsche, denn alles was mich beschäftigt und meinen Mann zum gähnen langweilt, das schreibe ich hinaus in die Welt! 🙂

DAS ist es was mir erst heute, über 2 Jahre später, so Richtig klar wird. Schreiben hilft!

In diesem Sinne: Fortsetzung folgt!

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