…. und die „Angst“ vor 44 Tagen „Dauerwochenende“ !

Ja, ich bin eine von diesen Müttern, die inzwischen zugeben, dass die Wochenenden noch anstrengender sein können als die Wochentage. Als Mama hat frau ja eigentlich NIE so richtig frei, selbst der Urlaub ist meist nur die Verlegung des Arbeitsplatzes. Und die Ferien, ja die Schul-Ferien, sind ein DAUERWOCHENENDE!

Als ich noch keine schulpflichtigen Kinder hatte ….. ach nein, holen wir lieber weiter aus ….. als ich noch gar keine Kinder hatte, hatte ich mir das Leben mit Kindern viel „rosaroter“ durch die entsprechende Brille ausgemalt! Ich habe nie verstanden wieso alle immer jammerten über die anstrengenden ersten Jahre, über Spuckkinder, über die doofen Ferien, über all das eben ……! Ich freute mich darauf, ich wollte endlich den richtigen Mann kennenlernen und mit dem ganz viele Kinder bekommen und mit denen dann unendlich glücklich sein und Spaß haben! 🙂

Dann bekam ich Mr. Right und mit Ihm das erste Kind! DAS war (wie ich heute weiß) extrem pflegeleicht, da habe ich IMMERNOCHNICHT nicht verstanden was die anderen Mütter alle hatten. Wie sagte meine Schwägerin mal so schön: „Ein Kind ist Luxus!“

Dann bekam ich das zweite Kind, ein Spuckkind, und so langsam dämmerte mir was die Anderen meinten. Trotzdem war mir nicht klar was die immer alle gegen diese Schul-Ferien hatten.

JETZT habe ich 3 Kinder, 2 davon sind schulpflichtig und sind die nächsten 44 Tage für 24 Stunden bei mir! Das sind 1056 Stunden Dauerwochenende! 1056 Stunden „Mamaaaaaah, darf ich was Süßes?“ 1056 Stunden „Mamaaaaaah, was soll ich machen?“ 1056 Stunden „Maaaaaaamaaaaaaaah, was machst Du?“ ……. :-/ Bisher hatte ich nur ein schulpflichtiges Kind und die Kindergarten-Betreuung in Sachsen ist traumhaft durchgehend, so dass ich mich mit Wonne, seit die Jüngste im Kindergarten ist, daran gewöhnt hatte, hier täglich ein paar Stunden alleine zu sein. Die Große hat sich immer irgendwie beschäftigt. Nun hocken aber ZWEI so Streithähne hier und zicken sich an. Die Sache mit dem „Pflegeleicht“ relativiert sich nämlich auch spätestens zu Pubertätsbeginn.

Die Nachbarkinder, die sonst zum spielen zur Verfügung stehen sind im Urlaub oder im Hort und das Wetter ist doof (egal welches gerade herrscht, es ist auf jeden Fall doof) …. und überhaupt! Ich habe mir nun vorgenommen mein Leid mit Euch zu teilen und werde alle paar Tage mal einen Ferientage-Zusammenfassungsblog veröffentlichen. Heute Tag 1-4!

Tag 0
also der Freitag nach Schulende, begann mit einem Zeugniss-Altar! Ich kam von meinem ehrenamtlichen Job heim und fand drapiert auf der Eingangsstufe die Zeugnismappen und ein Plakat & einen kleinen Zettel: „Sind beim Nachbar-Sohn!“
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Tag 1
Samstag, alles wie immer: der normale Familienwahnsinn! Lichtblick des Tages: der GG hat die Spülmaschine ausgeräumt und im Web nach Urlaubsunterkünften gesurft. Wir wissen nämlich noch immer nicht wo wir hinfahren die letzten beiden Ferienwochen! 🙁 Und Abends spontanes Grillen mit einigen Nachbarn und viel zu viel Alkohol! 🙂
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Tag 2
Sonntag, auch alles wie immer: keiner räumt auf, wir lassen den Tag an uns vorbeiziehen, die Lütte steigt in den Badeanzug in den eine Raupe gekrochen war und der gesamte Bauch wird von den Häärchen feuerrot und schmerzt (kleiner Ausflug zu Google und zur Nachbarin/Ärztin) und Nachmittags geht es zum Firmen-Grill-Fest vom GG.

Tag 3
der erste RICHTIGE Ferientag: Früher waren in meiner Vorstellung so Sachen wie „Ausschlafen“, „Tolle Sachen unternehmen“ & „Alle sind Entspannt“ aber aus Erfahrung weiß ich, es bedeutet „Mir ist langweilig!“, „Wann gibt’s was zu Essen?“ & „Bist du immernochnicht fertig mit der Wäsche?“ … UND ich habe allgemein in den letzten Jahren gelernt je mehr ich mir etwas blumig und schön ausmale, wie es idyllisch und harmonisch schön ablaufen könnte, und je höher meine Erwartungen sind, um so tiefer falle ich in die Enttäuschung, um so genervter bin ich und um so schlimmer wird es für uns Alle!
Also habe ich mir für diese Ferien vorgenommen: „Mama, chill´ ma´!“
Und was soll ich sagen, es hat kurz funktioniert!
06:30 h – Wecker klingelt, GG steht auf wie wir sonst alle, ich drehe mich aber rum
07:18 h – Kind 1 taucht mit einem Kaffee am Bett auf, ich halte es für einen Traum und drehe mich rum
08:03 h – Wecker kingelt für KiGa, stelle entzückt fest, dass der Kaffee auf dem Nachttisch zwar kalt aber nicht geträumt ist, um dann aber festzustellen, dass der geplante Ikea-Ausflug (die Kids lieben das Bällebad und ich kann mich in Etappen an die Daueranwesenheit der Bande gewöhnen 😉 ) ausfällt da der GG das große Auto mitgenommen hat! *hmpf*
Kind 3 will nur in den KiGa wenn Kind 1 sie bringt. Kind 1 will aber noch weiterschlafen (Kaffee machen war superanstrengend und Ikea fällt ja eh aus), keiner macht Frühstück, Mama hat Hunger (SAZ = Schlimmster Anzunehmender Zustand) und Kind 2 hat das komplette Wohnzimmer in Legoland verwandelt.
Nach einem kleinen schnellen Frühstück die Kleene mit ALLEN in den KiGa gebracht, Wäsche waschen & Co. (3 x Mamaaaaaah …..?), gemeinsames Aufräumen (je 2 Wutanfälle pro Teilnehmer), mit Nachbarinnen ratschen (18 x  Mamaaaaaaah …..?), Kind 2 hilft beim Essen kochen und Kind 1 zickt fröhlich vor sich hin!
Nachmittags mit ALLEN einkaufen und Abends zum Wohlverdienten Yoga!

In diesem Sinne: Bitte sagt mir das es Euch auch so geht! *hysterischlächel*

 

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